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Radwanderung
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Meran-Bozen

Von Meran nach Bozen

Von Meran nach Bozen

2009-05-22, Freitag
Meran-Bozen

Nach dem gestrigen fahrradfreien Tagesaufenthalt in Meran war unser heutiges Tagesziel Bozen. Etwa 35 km entfernt, war es nur eine Halbtagesetappe, die vor uns lag, weshalb wir den Nachmittag in Bozen zum Stadtbummel nutzen wollten. Zuerst aber war natürlich das Frühstück an der Reihe, das sich hier in Meran zum Glück noch nichts von der italienischen Frühstücks(un)kultur anmerken ließ. Unsere Taschen hatten wir am Abend schon reisefertig gepackt und so konnten wir ohne Hektik um 09.00 Uhr starten.

Da uns genügend Zeit zur Verfügung stand, hatten wir als Radroute die durch das Obstanbaugebiet westlich der Etsch führende Strecke gewählt, statt des direkt entlang der Etsch verlaufenden Radwegs.

Kurzes Suchen nach dem Einstieg in den Radweg war leider auch in Meran notwendig, dann fanden wir uns jedoch auf dem richtigen Weg, dessen kurzer erster Abschnitt mit viel Verkehr nach Marling führte. Bald schon aber war kein Autoverkehr mehr um uns, da die Radroute auf den schmalen und verkehrsarmen Nebenstraßen geführt wurde, wo uns nur hin und wieder ein landwirtschaftliches Fahrzeug begegnete. Aufpassen musste man aber sehr auf die Beschilderung, da die Radroute immer wieder in der einen oder anderen Richtung auf ein anderes Nebensträßchen abbog.

Markt in Bozen

Markt in Bozen

Wir achteten wohl nicht genügend auf die Wegweisung, verloren den ausgeschilderten Radweg und kreuzten so durch die Obstplantagen, wobei aber durch den Talverlauf die Hauptrichtung nach Bozen immer deutlich vorgegeben war. Eine Zickzack-Fahrt wurde es aber trotzdem, denn die schmalen Straßen verliefen immer wieder plötzlich und unerwartet nicht in die gewünschte Richtung, was einen erneuten Kurswechsel für uns bedeutete.

Auf jeden Fall aber kamen wir Bozen näher, während die Sonne immer stärker niederbrannte und die Gewitterschwüle deutlich spürbar anstieg. Kurz vor Bozen, nahe Sigmundskron, trafen wir auf eine Großbaustelle, durch die vorher bestehende Wegführungen unpassierbar geworden waren. Hier irrten wir einige Zeit umher, bis wir endlich zu einer Straßenbrücke über die Etsch kamen und dann zu einer Autostraßenverbindung weiter in Richtung der Bozener Innenstadt. Den an der Eisack in die Stadt führenden Radweg versuchten wir erst gar nicht zu finden, sondern brausten so schnell es uns möglich war mit dem dichten Autoverkehr entlang der Hauptstraße in Richtung Bahnhof, in dessen Nähe sich unsere Unterkunft befand. Diese erreichten wir ohne Umwege und konnten um kurz nach 13.00 Uhr und 40 km Fahrstrecke dort auch unser Zimmer beziehen.

Es war ein zweckmäßig eingerichtetes schönes Vierbettzimmer mit Dusche und WC, das wir bezogen. Wir waren - vorerst - die einzigen Bewohner, richteten uns ein und machten uns ausgehfertig für den geplanten Stadtbummel. Wir waren gerade soweit, als der schon längst erwartete Regenguss vom Himmel fiel, wenn auch ohne das erwartete Gewitter. Zum Glück hatte Joachim am Morgen einen großzügigen Provianteinkauf mit italienischem Käse und Tiroler Speck getätigt und so konnten wir eine ausgiebige Mittagsvesper einhalten, während der Regen vom Himmel fiel.

Bozen Talferpromenade; Schloss Maretsch, im Hintergrund der Rosengartenn

Bozen Talferpromenade; Schloss Maretsch,
im Hintergrund der Rosengarten

Als der Proviant vertilgt war, hatte auch der Regen aufgehört, der Großstadtdunst und die Hitze waren fortgespült und bei wieder sonnigem Wetter konnten wir unseren Stadtbummel absolvieren. Das taten wir ausgiebig, schlenderten kreuz und quer durch die betriebsame Stadt, über den Waltherplatz, die Arkadengänge der Lauben mit ihrer Vielzahl an Geschäften, Gaststätten und Cafés und über den Obstmarkt am Neptunbrunnen. Zwar luden während des Stadtspaziergangs nochmals dicke Regenwolken ihre nasse Fracht ab - was uns zu einer ausgedehnten Kaffeepause verhalf - doch gleich darauf schien erneut die Sonne und verführte uns noch zu einem Spaziergang entlang der Talfer.

Ein Abendessen beschloss den insgesamt doch ziemlich geruhsamen Tag und gegen 21.30 Uhr waren wir wieder bei unserer Unterkunft angelangt. Zwei weitere Mitbewohner hatten zwischenzeitlich die noch freien Betten belegt und waren gerade dabei sich ausgehfertig zu machen. Wir hofften, dass deren Rückkehr nicht allzu laut ausfallen würde, gingen zu Bett und waren bald eingeschlafen.

Der Schlaf hielt nicht lange an. Zwar war die Rückkehr unserer Zimmergenossen leise vonstattengegangen, doch nun schnarchte einer der beiden in einer Lautstärke und Intensität - der Lärm eines Presslufthammers wäre dagegen eine Wohltat gewesen. Rufen, klopfen, es nutzte nichts; unmöglich einen auch nur für Minuten andauernden Schlaf zu finden. Es war ein Segen, als die beiden um1/2 6 Uhr aufstanden und wir so wenigstens noch für eine gute Stunde den in der Nacht entbehrten Schlaf genießen konnten.