Logo

Mit Rad und Wanderschuh

www.rad-und-wandern.de

Home/Tourauswahl Inhaltsverzeichnis Gästebuch Kontakt Impressum Links Weilburg-Site

Valid XHTML 1.0!

Radwanderung
Innsbruck-Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

2009-05-29, Freitag
2009-05-30, Samstag
Venedig

Gestern Nachmittag waren wir in Venedig angekommen, jetzt standen uns noch der heutige Freitag und morgen der Samstag bis zur Zugabfahrt abends um 22.51 Uhr zur Verfügung, um etwas von Venedig zu sehen. Wie während der gesamten Radtour seit Innsbruck, mit Ausnahme eines Tages, hatten wir herrlich sonniges Wetter, durch ständig leicht wehenden Wind aber angenehme Temperaturen.

Der Touristenbetrieb war gigantisch, dabei hatte die Hochsaison noch nicht begonnen. Schon am frühen Morgen standen die Besucher in endlosen Schlangen an, um Einlass in die Bauten am Markusplatz zu erhalten und anschließend im Schnelldurchgang die Sehenswürdigkeiten bestaunen zu können. Ich hatte Venedig vor vielen Jahren schon einmal besucht und damals einige Besichtigungen absolviert, dafür aber sonst fast nichts von der Stadt gesehen. Wir entschieden angesichts der wartenden Menschenschlangen uns keinem Besichtigungsstress auszusetzen und nur die Stadt mit ihren Plätzen, Gassen, Brücken und Kanälen zu erkunden.

Die erste von vielen weiteren Brücken in Venedig

Die erste von vielen weiteren Brücken in Venedig

So durchstreiften wir an beiden Tagen Venedig in allen Richtungen und es gab bei unserer Abreise wohl nicht mehr viele Gassen, die wir nicht gegangen waren. Im Zentrum des Tourismus ließen wir uns vom Strom der Besucher treiben, in den einsamen Stadtbereichen und den Randbezirken ging es kreuz und quer, mal mit Straßenplan, mal ohne. Wir beschauten das Verkehrsgewühl auf dem Canal Grande, die Materialtransporte in den schmalen Kanälen und bedauerten die Lastentransporteure, die unermüdlich ihre schwer beladenen Transportkarren die Stufen der Brücken hinauf- und hinunterwuchteten.

Wo es uns gefiel, machten wir eine Pause auf Treppenstufen oder unter den Sonnenschirmen der Trattorias und Bars und ließen den Trubel an uns vorbeiziehen. Mit Zwischenstopps umrundeten wir auf einem Tranchetto Venedig fast vollständig und manchmal waren es nur wenige Schritte, die eine unbelebte Gasse vom Trubel und Hektik der Venedigbesucher trennten.

Gasse in Venedig

Zu eng zum Wenden; Gasse in Venedig

Soviel Zeit wir auch gegenüber dem Gros der Touristen hatten - die meisten kommen nur zu einem Tagesbesuch - für Venedig waren die zweieinhalb Tage zu wenig. Denn abgesehen von den ausgelassenen Besichtigungen wären wenigstens einige der zu Venedig gehörenden Inseln bestimmt einen Besuch wert gewesen. Unsere Rückfahrt aber ließ sich nicht aufschieben, am Samstagabend fuhr der gebuchte Nachtzug.

Zu Beginn des Samstags hatten wir noch das Problem zu lösen, wo wir die Räder bis zur Zugabfahrt deponieren konnten. Diese mit dem Gepäck in unserer Unterkunft zu lassen war nicht möglich und sie mit Gepäck während des ganzen Tages anzuschließen war uns doch zu risikoreich. Wir hätten evtl. die gut gesicherten Räder ohne Gepäck abgestellt, wenn die Gepäckunterbringung in Schließfächern möglich gewesen wäre, die waren jedoch sämtlich außer Betrieb. Es blieb deshalb nur die Gepäckaufbewahrung im Bahnhof übrig, doch dort waren die Kosten abhängig von der Aufbewahrungszeit und jedes Gepäckstück wurde berechnet. Bei zwei Rädern, jedes mit vier Gepäcktaschen und einer zwölfstündigen Aufbewahrung, kam so erklecklicher Betrag zusammen. Zum Glück trafen wir einen verständnisvollen Menschen an der Gepäckaufbewahrung an, der unsere bepackten Räder nach etwas hin und her als ein Gepäckstück durchgehen ließ. So waren wir zum Glück für zwölf Stunden die Sorgen um Räder und Gepäck los und zahlten dafür je Fahrrad 24 Euro.

Venedig, Canareggio

Abendstimmung in Venedig, Canareggio

Kurz nach 20.00 Uhr waren wir wieder am Bahnhof und lösten unsere Räder mit dem Gepäck aus. Eigentlich wollten wir uns dann ein Plätzchen am Canale Grande suchen, um dort das eingekaufte Abendessen zu verzehren. Es war aber empfindlich kühl geworden und der tagsüber erfrischende Wind war jetzt am Abend eher ungemütlich kalt. So suchten wir uns einen ruhigen Platz im Bahnhof, wo wir unsere Schätze vertilgen konnten: knuspriges Weißbrot, Schinken, Käse, Oliven und Rotwein. Besser hätten wir auch in einem Restaurant nicht tafeln können; wir waren hoch zufrieden. Und als dann unser Zug kurz nach 22.00 Uhr auf dem Abfahrtsgleis einfuhr, war die Zeit gekommen uns von Venedig zu verabschieden.