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Radwanderung
Innsbruck-Venedig

Bassano del Grappa-Treviso

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

2009-05-27, Mittwoch
Bassano del Grappa-Treviso

Heute stand die vorletzte Etappe unserer Radwanderung Innsbruck-Venedig an, das Ziel dieses Tages war Treviso. In der Nacht hatte es geregnet und erstmals seit unserem Start war der Himmel an diesem Morgen wolkenverhangen und es sah regnerisch aus. In den vergangenen Tagen hatte es die Sonne meist gar zu gut gemeint, aber auf Regen waren wir trotzdem nicht erpicht. Immerhin aber war es noch trocken und auch die Temperatur lag im Wohlfühlbereich.

Mit ein paar Tassen Automatenkaffee im Bauch und Gebäck, das wir gestern eingekauft hatten, starteten wir gegen 09.00 Uhr in den dichten Autoverkehr, der aus Bassano del Grappa auf der Ausfallstraße Richtung Padua floss. Für die Strecke Bassano del Grappa nach Treviso hatten wir keine Radwegroute feststellen können und deshalb beschlossen möglichst über Nebenstraßen, vor allem aber auch ohne größere Umwege und notfalls auch unter Inkaufnahme von verkehrsreichen Autostraßen, die Strecke nach Treviso unter die Räder zu nehmen.

So verließen wir Bassano del Grappa auf dem schmalen Radfahrstreifen der Ausfallstraße Nr. 47, um dann auf der Nr. 245 in Richtung Castelfranco zu fahren. Genervt von dem an uns vorbeirauschenden Auto- und vor allem Lastwagenverkehr wichen wir aber schon bald auf Nebenstraßen aus, was allerdings an fast jeder Straßenabzweigung auch eine neue Entscheidung über die einzuschlagende Richtung bedeutete.

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

Im Laufe des Vormittags verdichteten sich die dunklen Wolken von Norden kommend immer mehr, der Himmel wurde dort zum Nachthimmel und bald gingen am tiefschwarzen Horizont auch die ersten Blitze nieder und das Grollen des Donners wurde deutlicher. Noch hofften wir, das Gewitter würde an uns vorbeiziehen, doch der immer stärker werdende Wind und das lauter werdende Gedonner ließen die Hoffnung bald schwinden. In der weiten flachen Landschaft Venetiens, durch die wir uns bewegten, ohne Schutzmöglichkeiten auf den Abschnitten zwischen den kleinen Ortschaften, hatten wir ein ziemlich mulmiges Gefühl in ein so bedrohlich aussehendes Unwetter zu geraten.

Doch wir hatten riesiges Glück. An der Straßenkreuzung zu einer Ortseinfahrt fielen dicke Tropfen, wir konnten gerade noch auf der anderen Straßenseite unter dem Vordach eines Geschäfts unterkommen, dann prasselte ein Gewitterregen mit Taubenei großen Hagelkörnern herunter, wie wir ihn noch nicht erlebt hatten. Dazu kam ein Temperatursturz, bei dem ich froh war, die dicke Fließjacke griffbereit zu haben. Der Hagelschlag war nach wenigen Minuten vorüber, doch es goss noch in Strömen und wir mussten uns eine gute halbe Stunde gedulden, bis das Gewitter weitergezogen war. Die Karosserie von Autos sah nach diesem Unwetter aus wie ein Streuselkuchen. Im Verlauf der nächsten Stunde mussten wir noch zwei kurze Stopps einlegen, um kleine Regenschauer vorüberziehen zu lassen, doch vom Unwetter blieben wir verschont und auch die im Gewitter abgestürzte Lufttemperatur war wieder auf angenehme Celsiusgrade gestiegen.

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

In Venetien, Bassano del Grappa nach Treviso

Die direkte Straßenverbindung zwischen Castelfranco und Treviso mit der Nr. 53 wollten wir nicht nutzen, da wir dort mit hoher Verkehrsbelastung rechneten. Wir befuhren deshalb die etwas nördlich verlaufende schnurgerade Straße "Postumia", wo allerdings der Auto- und Lastwagenverkehr auch nicht gering war.

Zur Mittagsrast hielten wir an einer Bar an, verputzten leckere Panini und radelten dann frisch gestärkt die letzten Kilometer südöstlich in Richtung Treviso. Mit einigen Nachfragen fanden wir dort unser Privatquartier "Dolce Vita". Es war 15.00 Uhr und auf der Strecke Bassano del Grappa bis hierhin hatten wir 54 km zurückgelegt.

Unsere Unterkunft befand sich in einem neu erbauten Einfamilienhaus, dessen Zimmer vom Eigentümer an Übernachtungsgäste vermietete wurden. Es lag etwa fünf Minuten vom Haupthaus entfernt, in dem wir uns angemeldet hatten und wo wir am nächsten Morgen auch das Frühstück einnehmen sollten. Das Haus stand auf einem umfriedeten Grundstück und zu den Zimmern im Erdgeschoss gehörte eine Terrasse, auf der wir die Räder abstellen konnten. Wir hatten ein Doppelzimmer im Erdgeschoss mit Bad und WC. Da die weiteren im Erdgeschoss vorhandenen drei Zimmer nicht belegt waren, hatten wir das Bad ganz für uns.

Treviso

Treviso

Eine Stunde nach unserer Ankunft waren wir unterwegs in die Innenstadt, es waren etwa 15 Minuten Fußweg dorthin. Bis zum Abend spazierten wir durch die sehr sehenswerte und von Kanälen durchzogene Innenstadt mit ihren romantischen Straßen, Gassen und Plätzen und noch mit Teilen der Stadtbefestigung versehen. Nach einem guten Abendessen, Pasta mit Sardinen, Tomaten, Oliven und Wein und einer Abschlussrunde durch die abendliche Stadt begaben wir uns auf den Weg zur Unterkunft. Mit der Vorfreude auf den nächsten Tag, der uns nach Venedig, dem Ziel unserer Radwanderung bringen sollte, gingen wir zu Bett.