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Wanderwoche Sächsische Schweiz

Winterstein/Kuhstall

06.09.2003, Samstag
Winterstein (Hinteres Raubschloss) und Kuhstall

Foto, auf dem Flößersteig entlang der Kirnitzsch

Auf dem Flößersteig entlang der Kirnitzsch

Dieser Samstag war unser letzter Wandertag, morgen stand nur noch die Abreise und Heimfahrt auf dem Programm. Von meinen Tourenplanungen war nur noch die Wanderung zum Winterstein und Kuhstall offen. Damit war die Tagesroute klar und als der erste Blick in der Frühe blauen Himmel erspähte, hielt uns nur das Frühstück vom sofortigen Start ab. Als wir zur gewohnten Zeit um 07:30 Uhr im Frühstücksraum eintrafen, waren wir im Gegensatz zu den vorherigen Tagen nicht die Ersten und auch nicht die Einzigen. Für dieses Wochenende hatten sich mehrere Gruppen einquartiert und es war richtig Betrieb am Frühstücksbüfett. Für Nachschub wurde aber aus der Küche reichlich gesorgt und wir mussten auch an diesem Morgen nicht hungrig los.

Der Ausgangspunkt für die Tour war erneut das Kirnitzschtal, sodass wir auf dem Weg nach Bad Schandau erst wieder unsere Verpflegungsstation in Königstein anfahren konnten. Durch das Wochenende und das herrliche Wetter war der Verkehr in das Kirrnitzschtal noch größer als sonst und der durch die Baustellen bedingte Stau ebenfalls. Wenigstens aber erreichten wir den Parkplatz Lichtenhainer Wasserfall doch noch so früh, dass wir problemlos einen Abstellplatz für den Wagen fanden.

Am Ausgangspunkt und auf dem an der Kirnitzsch bachaufwärts führenden Weg herrschte lebhafter Betrieb. Als wir aber dann den zum Kuhstall weiterführenden Hauptweg verließen und auf dem schmalen Steig an der Kirnitzsch blieben, waren wir plötzlich alleine. Mit Ausnahme einer Wandergruppe, die uns später in der Nähe der Felsenmühle entgegenkam, begegneten wir auf dem Flößersteig zwischen Lichtenhainer Wasserfall und Neumannmühle niemandem. Dabei ist dieser Wegabschnitt ein wunderbarer Steig, der nahe der Kirnitzsch am Hang entlangzieht. Die auf der anderen Uferseite der Kirnitzsch durch das Tal verlaufende Autostraße taucht zwar immer wieder einmal im Blickfeld auf, stört die Schönheit des Pfades am Wasser nicht.

Gerne wäre ich auf dem romantischen Flößersteig noch weiter gegangen, aber an der Neumannmühle mussten wir die Kirnitzsch verlassen und in den Talgrund des Großen Zschand einbiegen. Der breiten und nur sanft aufwärts in Richtung Zeughaus führenden Forststraße folgten wir bis zur Einmündung der Zeughausstraße. Nach einem kurzen Wegstück auf der Zeughausstraße hielten wir uns links in Richtung des Sattels zwischen den Bärenfangwänden und dem Winterstein, dann ging es mit einem Hinweisschild rechts ab nach dem Aufstieg zum Hinteren Raubschloss.

Bisher war es nur wenig bergauf gegangen, kurz nach dem Hinweisschild sah es aber schon anders aus. Der Weg ging jetzt steil aufwärts, dann kamen Felsstufen, kurze Leitern und Steinstufen aus alter Zeit, die uns zwischen und über Felsen nach oben brachten. Der Weg endete – scheinbar – in einer natürlichen Höhle, wo eine fast senkrecht stehende Eisenleiter nur an die Decke zu reichen schien. Doch die Leiter führte weiter aufwärts durch einen engen Kamin und fand ihre Fortsetzung in schmalen Eisentreppen und Sprossen, mit deren Hilfe wir durch Felsklüfte und an Felsen weiter nach oben stiegen. Ein letzter enger Spalt entließ uns dann auf das Plateau des Wintersteins.

Foto, Rast auf dem Winterstein (Hinteres Raubschloss)

Rast auf dem Winterstein (Hinteres Raubschloss)

Waren wir die bisherige Wegstrecke fast beständig im Schatten der Bäume gewandert, hier oben schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und wir schauten in die gegenüberliegenden Bärenfangwände, hinunter an den bis zum Felsfuß 40 m steil abfallenden Felswänden, in die Tiefen der umliegenden Schluchten und über das Gebiet der Sächsischen Schweiz hinaus. Das sonnige Plateau mit seiner herrlichen Rundumsicht bot beste Voraussetzungen für eine ausgiebige Rast in den warmen Sonnenstrahlen – und diese nutzten wir entsprechend aus.

Nachdem wir aber genug gerastet und geschaut hatten, zog es uns weiter. Den Aufstiegsweg ging es nun abwärts bis zu der Abzweigung, an der wir den Waldweg für den Gipfelabstecher verließen. Der durch den Wald ziehende Pfad erreichte bald den Felsvorsprung des Hinteren Pechofenhorns und dann in einem großen Bogen das Vordere Pechofenhorn. Der Weg führte weiter um die Nordkante des Bärenfangturms und danach mit großem Bogen um die Schlucht Schusterloch. Dann wurde die gewaltige Felswand der Bärenhörner erreicht, es ging um das Große und Kleine Bärenhorn und bald danach kam die erwartete Wegkreuzung.

Sowohl der nach Norden abzweigende Quenenweg, wie auch der vorerst noch westlich ziehende Steig in Richtung Winterbergspitzen, würden uns zum Ziel bringen. Der Quenenweg schien nach der Karte jedoch schon bald in die Tiefe abzufallen, während der Pfad in Richtung Winterbergspitzen vorerst wohl die Höhe beibehalten würde. Wir entschieden deshalb diesen zu nehmen, was sich als gute Wahl erwies.

So wie bisher verlief auch die weitere Wegstrecke als Terrassenweg am Fuß der senkrechten Felswände und über den steil in die Schluchten abfallenden Hängen. In weiten Bögen um vorspringende Felsen oder um Schluchten geführt, gab der Weg immer wieder andere Blicke frei auf Wände und Gipfel, Pfeiler und Felskanten, Überhänge, Klüfte und in tief eingeschnittene Schluchten. Dabei zog der Weg immer durch Wälder mit unterschiedlichsten Baumbeständen.

Foto, Kuhstall im Neuen Wildenstein

Kuhstall im Neuen Wildenstein

Nachdem wir die Zeughausstraße erreicht hatten, ging es entlang des Fremdenwegs zum Felsentor Kuhstall. Ein bequemer Weg führte in seine Richtung und je näher wir diesem Ziel kamen, desto häufiger begegneten uns andere Wanderer. Die Gipfelbesucher auf dem Winterstein und die Wandergruppe vom Morgen ausgenommen, waren uns in den vergangenen Stunden noch kein halbes Dutzend Menschen begegnet.

Über Stufen ging es steil durch die Nasse Schlucht aufwärts und dann standen wir direkt vor – der Höhle? – dem Felsentor? Als Höhle fehlt dem Kuhstall die Höhlenrückwand, für ein Felsentor stimmen die Proportionen nicht – trotzdem ist es ein beeindruckendes Naturmonument. An der offenen Rückseite schauten wir in das von hohen Sandsteinwänden und –gipfeln umrahmte Tal des Wildensteiner Walds, zu den Lorenzsteinen und dem Basaltkegel des Alten Wildenstein mit 396,8 m Höhe. Dann gingen wir durch den zerklüfteten Felsen zur Himmelsleiter, die in einem langen Felsriss über eiserne Tritte auf das Plateau führt. Nach dem Abstieg vom Plateau über einen bequemen Treppenweg bestaunten wir noch die Felstürme an der Westseite und ich erkundete noch das Schneiderloch.

Den dann folgenden kurzen Abstieg ins Kirnitzschtal auf breitem aber steilem Felsweg brachten wir schnell hinter uns und hatten dann wieder unseren Wagen und morgendlichen Ausgangspunkt am Lichtenhainer Wasserfall erreicht. Leider konnten wir nicht sehen, wie das oberhalb des Felsens aufgestaute Wasser bei geöffnetem Schacht über den Fall herunterstürzt. Vielleicht war die Staueinrichtung defekt oder es konnte auf Grund des trockenen Sommers nicht genügend Wasser gestaut werden. Auf diese Attraktion mussten wir verzichten, wofür wir uns auf der Caféterrasse mit Kaffee und Kuchen trösteten. Danach konnten wir es wieder bis zum Abendessen aushalten, wir gingen zum Auto und fuhren zurück nach Pirna, um in der Jugendherberge schon mit dem Packen für die Abreise am nächsten Tag zu beginnen.