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Wanderwoche Sächsische Schweiz

Schrammsteine

04.09.2003, Donnerstag
Schrammsteine

Foto, auf dem Weg zur Schrammsteinaussicht

Auf dem Weg zur Schrammsteinaussicht

Mehr als die Hälfte unserer geplanten Aufenthaltsdauer in der Sächsischen Schweiz war mittlerweile vergangen. Zwei Wandervorschläge enthielt meine Tourenplanung aber noch und für den verbleibenden dritten Tag hatte ich zu Hause keine Tour ausgearbeitet, dieser Tag stand noch zur freien Verfügung. Da am gestrigen Tag sowohl bei der Anfahrt wie auch während der Wanderung immer wieder die Schrammsteine in unseren Blick geraten waren, hatten wir uns heute für dieses Gebiet und meine dort geplante Wanderroute entschieden.

Das Wetter sah wieder recht ordentlich aus – Joachim war in dieser Hinsicht ohnehin immer optimistisch – und nach dem stärkenden Frühstück waren wir wieder vor 09:00 Uhr Richtung Bad Schandau unterwegs. Nach dem obligaten Stopp in Königstein für den Einkauf des Tagesproviants ging es kurz hinter Bad Schandau auf die Ebene in die Richtung des Bad Schandauer Ortsteils Ostrau. Ein Parkplatz an der Straße war unser Ausgangspunkt.

Von hier ging es erst abwärts in den Zahngrund und dann im Lattengrund aufsteigend zum Schrammtor. Zwischen den beeindruckenden Felsformationen ging es hindurch und dann auf die Vordere Promenade in Richtung Schrammmsteinaussicht. Über steile Leitern ging es zwischen den Felsen aufwärts, bis der Grat erreicht war. Von dort nochmals ein steiler Aufstieg über eiserne Trittstufen zum Westgrat und dann zur 417 m hohen Schrammsteinaussicht, wo uns ein grandioser Rundblick erwartete.

Foto, Schrammsteinaussicht

Schrammsteinaussicht

Fast 300 m über der Elbe ging der Blick vom vorderen Areal der Schrammsteine im Westen bis zu den Affensteinen im Südosten. Weiter in der Ferne schaute man zum Königstein mit seiner Festung, zum Lilienstein und Osterzgebirge oder bis in das Böhmische Mittelgebirge. In der Tiefe floss die aus Böhmen herankommende Elbe. Obwohl wir noch nicht lange unterwegs waren, hätten wir uns mit einer Rast noch länger bei diesen Aussichten aufgehalten. Ein kräftiger Wind aber blies hier aus scheinbar allen Richtungen und so wandten wir uns wieder der Route zu, die im Auf und Ab, über Fels- und Eisenstufen und Leitern entlang des ausgesetzten Grats führte und dann in den Gratweg mündete. Dieser führte in fast gleich bleibender Höhe an den Felsen entlang und ging dann in den Schrammsteinweg über. Dicht an den Felsen zog der Pfad mit teilweise scharfen Richtungsänderungen oberhalb der bewaldeten tiefen Gründe entlang, deren tiefe Einschnitte manches Mal in weitem Bogen ausgelaufen werden mussten.

Foto, am Gratweg in den Schrammsteinen

Am Gratweg in den Schrammsteinen

Bald erreichten wir die Schlucht, wo aus der Tiefe des Heringsgrundes die Heilige Stiege heraufzog, über deren Stufen und Leitern wir am Vortag aufgestiegen waren und wenig später erreichten wir auch die Wegkreuzung. Wir blieben hier auf dem jetzt steil abfallenden Schrammsteinweg, dann ging es hinauf zu einem stark verwitterten Felsenareal, wo sich Gipfelbezeichnungen fanden, wie z. B. Zerborstene Scheibe, Zerborstene Wand und Zerborstene Türme. Nach einer Wegbiegung um den Felsen Trabant kamen wir zur Miniaturausgabe des Prebischtors, es war das Kleine Prebischtor, das an einem malerischen Platz unter einer mächtigen Buche seinen Platz hat.

Danach wand sich der Weg nach rechts steil abwärts in den Kleinen Dom. Bevor wir aber die Höhe verließen, machten wir erst einen kurzen Abstecher geradeaus über das Felsplateau zum Absturz vor dem Felsen Domerker, mit dessen Tiefblicken in die Lorenzlöcher, das Sandloch, den Kleinen Dom und der Aussicht zu den Schrammsteinen.

Dann begann der bequeme und romantische Abstieg in den Kleinen Dom und ins Sandloch am Fuß des Domwächters. Vom Sandloch aus ging es fast schnurgerade und leicht abfallend zum Zeughausweg und in Richtung Nasser Grund, wo wir auf den Wenzelweg trafen, dem wir wir dann bis zur Abzweigung Elbleitenweg folgten. Von dort führte unsere Route weiter in Richtung zum Falkenstein und dann durch den Schießgrund, der uns an die nach Ostrau führende Autostraße brachte. Um nicht dem Straßenverlauf folgen zu müssen, kletterten wir auf der anderen Straßenseite einen steilen Fußpfad im Wald aufwärts. Mehrere Höhenmeter später traten wir wieder aus dem Wald heraus und von dort war es nur noch ein kurzes Straßenstück bis zum Wagen.

Neben der Wanderung durch die Affensteine ist jene durch das Schrammsteingebiet bestimmt auch ein Höhepunkt der Wandertouren im Elbsandsteingebirge. Die einzelnen Anstiege waren auf dieser Tour weniger lang als die des Vortags in den Affensteinen, das Teilstück zur Schrammsteinaussicht und eine Teillänge des Gratwegs aber sind in ihrer Ausgesetztheit entsprechenden Abschnitten in den Affensteinen ebenbürtig. Klettern ist auch auf dieser Tour nicht notwendig, aber Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Bedingungen, die man für diese Tour erfüllen sollte. Belohnung sind auch hier herrliche Ausblicke, verwunschene urwüchsige Gründe, romantische Wege zwischen Felswänden und stimmungsvolle Wälder.

Ungefähr sechs Stunden waren wir durch die Schrammsteine gewandert und kamen so noch zu einer guten Kaffeezeit nach Bad Schandau, wo wir die Wanderung mit einem schönen Milchkaffee und wohlschmeckendem Kuchenstück angenehm abschlossen.