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Wanderwoche Sächsische Schweiz

Bastei

Sonntag, 31.08.2003
Bastei

Nach unserer Besichtigung der Festung Königstein ging es über den Zugangsweg hinunter zum Parkplatz und dann mit dem Wagen über schmalste Sträßchen in den ca. 5 km entfernt an der Elbe liegenden kleinen Ort Oberrathen. Bei der Elbfähre, mit der auf das rechte Elbeufer nach Niederrathen übergesetzt wird, befindet sich einer großer Parkplatz, wo wir den Wagen abstellten.

Es waren eine ganze Menge Leute unterwegs, das aber war bei einem Ziel wie der Bastei auch nicht anders zu erwarten. Insgeheim hatte ich an einem Sonntagnachmittag mit noch mehr Andrang gerechnet. Aber die nicht einschätzbare Wetterentwicklung schien manche potenziellen Besucher heute abzuhalten. Bisher hatte es zwar nicht geregnet, immer wieder aber zogen dunkle Wolken über den Himmel, dazwischen jedoch zeigte sich auch immer wieder blauer Himmel mit der daraus hervorscheinenden Sonne.

Seit 200 Jahren sind die Felsen der Bastei ein - wahrscheinlich sogar "der“ - touristische Anziehungspunkt in der Sächsischen Schweiz und schon früh kulminierte hier die touristische Erschließung der Felsen und Aussichtspunkte in Weganlagen. Bereits 1826 schuf man für den Tourismus eine hölzerne Brücke über die „Mardertelle“ zwischen „Sieberturm“ und „Jahrhundertturm“. Diese Holzbrücke wurde 1851 durch die heute noch bestehende steinerne Basteibrücke ersetzt die 76,5 m lang ist und 165 m über dem Elbspiegel die Felsen miteinander verbindet. Die Brücke wurde zu einem Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz und auch wir wollten uns dieses natürlich nicht entgehen lassen.

Es war nur eine kurze Wanderung geplant und diese sollte uns von Rathen auf die Bastei, dann über den Abstieg durch die Schwedenlöcher und entlang des Amselsees wieder zum Ausgangspunkt zurückbringen. Diese Strecke lässt sich in 1,5 Stunden problemlos gehen, aber natürlich hatten wir vor uns mehr Zeit zu nehmen, um von den Aussichtspunkten die vielfältigen Fels- und Landschaftsbilder zu genießen und auch für den kurzen Abstecher in die alte Felsenburg Neurathen und zum Amselfall.

Foto, Bastei vom Elbeufer aus

Bastei vom Elbeufer aus

Nachdem wir mit der Fähre übergesetzt waren ging es ein kurzes Stück entlang der von gemütlichen Cafés und Gaststätten gesäumten Straße und dann an der Gaststätte „Amselgrundschlößchen“ auf den ansteigenden aber bequemen Basteiweg. Nach einer Felsengasse erreichten wir den Palisadenzaun, hinter dem sich die Felsenburg Neurathen befindet. Wir wendeten uns aber zuerst nach links, um die kleine Plattform des Aussichtspunktes Kanapee mit seinen Tiefblicken zur Elbe zu erreichen. Dann ging es zum Eingang (Kasse) der Felsenburg Neurathen.

Um 1300 waren hier in praktisch uneinnehmbarer Lage etwa 25 Gemächer, Wirtschaftsgebäude usw. in, auf, zwischen und mit den Felsen erbaut worden. Dazu wurde eine 6 m tiefe Zisterne angelegt. Die natürlichen Felsbastionen waren durch Wehrgänge miteinander verbunden und so wurde das zerklüftete Gelände hoch oben in den Felsen zu einer eindrucksvollen Burganlage zusammengefasst. Die Burganlage war spätestens 1530 gänzlich verfallen.

Die letzten Spuren der Burganlage wurden ab 1933 ausgegraben und freigelegt. Es wurden über 500 m Wehrgänge, Verbindungssteige und Brücken angelegt und man versuchte dabei, deren Verlauf anhand der aufgefundenen Falze, Widerlager und Einkerbungen an die historischen Gegebenheiten anzugleichen.

Foto, Felsenburg Neurathen in der Bastei

Felsenburg Neurathen in der Bastei

Nach der Rückkehr zum Basteiweg betreten wir bald darauf durch das Neurathener Felsentor die Basteibrücke. Hatte sich bei unserem Gang durch die Felsenburg mit einigen Tropfen schon ein Regenschauer angekündigt, so erwartete uns dieser gerade in dem Moment, als wir zur Brücke kamen. Unter den reichlich vorhandenen Überhängen überstanden wir den kräftigen Regenguss fast trocken und konnten uns dann wieder den Tiefblicken in die Schluchten Vogeltelle, Mardertelle und in den Wehlener Grund hingeben.

Kurz hinter der Brücke ging es dann noch zum Ferdinandstein hinauf, wieder zurück zum Basteiweg, danach kam dann noch ein ein kurzer Abstecher zur Basteiaussicht. Nach der Basteiaussicht trafen wir auf den großen Gaststätten- und Hotelkomplex, den wir schnell durchquerten: Dann kam ein kurzes Wegstück auf der Basteistraße, bis wir nach rechts auf den Gansweg einbogen.

Kurz vor einer Schutzhütte bogen wir nach rechts ab zum Wehlgrundblick. Von diesem Punkt hatten wir nicht nur einen tollen Blick hinunter in den Wehlgrund, wir kamen auch in den Genuss Teile der Aufführung des Vogelhändlers zu hören. Diese fand gerade auf der Felsenbühne Rathen im Wehlgrund statt und die rundum aufragenden Felsen trugen die Musik aus dem Talgrund nach oben zu uns. Leider waren zwischenzeitlich wieder einige schwarze Wolken vor die Sonne gezogen, ein Schauer kündigte sich an und wir begaben uns das kurze Stück zurück zur Schutzhütte. Prompt ging dann auch ein prasselnder Regenschauer nieder, aber nach wenigen Minuten lachte wieder die Sonne.

Foto, Basteibrücke

Basteibrücke

Ab hier führte uns der Weg durch die Schwedenlöcher hinunter in den Amselgrund. Es ist ein total romantischer Abstieg über fast 800 Stufen, der durch Felsschlünde mit Engstellen und Weitungen, durch ein von Moosen, Farnen und Flechten überzogenes Felslabyrinth in die Tiefe zum Grünbach führt.

Am Wasserlauf angekommen gingen wir nach links aufwärts um den Abstecher zum Amselfall in unsere Tour einzubinden. Hier fällt das Wasser des Grünbachs in einer romantischen Felsecke über einen mächtigen Felsblock herab. Bedingt durch den trockenen Sommer floss diesmal aber leider nur ein schmales Rinnsal über die Felsen hinunter. Bei Sommerhitze hätten wir hier ein angenehmes und schattiges Plätzchen am Fuß der Felsen gefunden und es uns auf den Bänken der kleinen Gaststätte noch ein wenig gemütlich gemacht. Aber die vereinzelten Schauer hatten für Abkühlung gesorgt und so gingen wir mit dem elbwärts fließenden Grünbach zum Amselsee. An dessen Ufer dann entlang und vorbei am Zugang zur Felsenbühne Rathen wurde Niederrathen wieder erreicht und wir setzten kurz darauf mit der Fähre an das andere Ufer über.