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Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Markt Weyer-Steyr

2007-05-06, Sonntag
Markt Weyer-Steyr

Regentag auf dem Weg nach Steyr

Regentag auf dem Weg nach Steyr

Während der vergangenen acht Tage hatten wir immer Glück gehabt und konnten auf den Tagesstrecken auf die Regenbekleidung verzichten. Der erste Blick aus dem Fenster nach dem Aufstehen machte uns aber klar, dass heute eine Regentour bevorstehen würde. Ein gleichmäßiger und ergiebiger Landregen hatte sich ausgebreitet und auch ein verlängertes Frühstück änderte daran nichts: Pflicht war heute Regenbekleidung von Kopf bis Fuß. Unter den bedauernden Blicken einiger anderer Gäste machten wir uns reisefertig und rollten hinaus in den Regen.

Wie schön hätte die Abfahrt nach Weyer sein können, auf der wir am Vortag unsere Räder mühsam aufwärts geschoben hatten. Wenigstens aber hatte sich die Luft nicht gar zu sehr abgekühlt und als die Räder erst einmal rollten, hatten wir uns auch mit dem Regen fast abgefunden.

Es ging die kurze Fahrstrecke zurück zur Enns, die wir wieder auf der Brücke überquerten und dann am linken Ennsufer weiter. Die Strecke wird über schmale asphaltierte Straßen, die als "Güterwege" bezeichnet sind, geführt. Fahrzeugverkehr findet praktisch nicht statt, allenfalls durch Bewohner eines der wenigen verstreuten Höfe. Abgesehen von dem Abschnitt durch das Gesäuse, ist die etwa 30 km lange Fahrtstrecke zwischen Weyer und Trattenbach eine der schönsten Streckenabschnitte auf dem Ennstalradweg. Auf weiten Strecken verläuft der Weg unter Bäumen, allerdings nur selten nahe der Enns. Oft gibt es schöne Ausblicke zur anderen Uferseite und zum Fluss. Die Aussichten aber muss man sich mit häufigen Anstiegen erstrampeln, denn manches Mal wird der Radweg  einige Meter hoch über dem Fluss geführt. Aber den Anstiegen folgen auch wieder schöne Abfahrten: Trotzdem aber muss ein wenig Anstrengung in diesen abwechslungsreichen und schönen Streckenabschnitt investiert werden.

Ennstal, schön auch bei Regen

Ennstal, schön auch bei Regen

Wir erstrampelten uns nicht alle Steigungen - das schieben eines Fahrrads ist ja nichts ehrenrühriges - und wir wurden auch so nass von außen, dass wir die Eigenfeuchte unter der Regenbekleidung nicht mehr steigern wollten als notwendig. Hin und wieder schien der Regen auch nachzulassen und für Momente glaubten wir auch er sei ganz vorüber, leider aber war das immer ein Trugschluss. Erst zur späten Mittagszeit ließ der Regen tatsächlich nach und hörte ganz auf. Wir waren zu dieser Zeit (13.00 Uhr) gerade in Trattenbach, dem Ort der Feitelmacher. An der dortigen Informationsstelle des Museums beschlossen wir die Mittagspause einzulegen und wir waren so vermessen auch die Regenbekleidung auszuziehen. Schuld daran waren einige Sonnenstrahlen die uns hoffen ließen, das letzte Teilstück nach Steyr im Trockenen bewältigen zu können.

Von Trattenbach ging es gleich wieder ein kurzes Stück aufwärts, aber bald erwartete uns auch wieder eine Abfahrt, mit der wir auf Ternberg zurollten. Es hatte wieder leicht zu regnen begonnen, wir hofften aber noch, dass es bei den wenigen Tropfen bleiben würde. Die Strecke war jetzt eben und wurde entlang einer Autostraße geführt. Die Enns floss hier breiter und ruhiger, denn wir näherten uns der Staustufe des Kraftwerks Rosenau. Hier hatte es sich aber mittlerweile doch wieder wieder eingeregnet, wenn auch längst nicht so stark wie während des Vormittags. Wenigstens die Regenjacke musste aber wieder übergezogen werden und dann traten wir kräftig in die Pedalen, schließlich sollte Steyr nur noch knapp 10 km entfernt sein und die Radstrecke entlang der Straße lud ohnehin nicht zum bummeln ein.

Steyr

Steyr

Bei besseren Wetterbedingungen hätten wir zur Besichtigung der Stiftskirche vielleicht einen Stopp in Garsten eingelegt, jetzt aber ging es durch bis Steyr. Der Regen hatte hier wieder Pause, doch mit unseren nassen Sachen wollten wir erst in die Jugendherberge, in der Hoffnung dort Einlass zu finden. Wir mussten uns durchfragen und als wir die Jugendherberge im Stadtteil Ennsleiten am anderen Ennsufer erreicht hatten, war es 15.30 Uhr, 60 km standen auf dem Fahrradtacho und die Jugendherberge war geschlossen.

Der Hausmeister ließ uns zwar das Gepäck und die Räder im Haus unterstellen, wir aber mussten draußen bleiben und die Zeit bis 17.00 Uhr totschlagen. Weit und breit kein Café und keine Gaststätte, und für einen Fußmarsch in die Stadt und anschließenden Rückweg erschien uns die Zeit zu knapp. So drückten wir uns auf den Treppenstufen des Hauseingangs herum und warten sehnsüchtig auf 17.00 Uhr.

Pünktlich um 17.00 Uhr wurde geöffnet und wir konnten unser Zimmer beziehen. Das 6- Bett-Zimmer, in dem nur wir untergebracht waren, verfügte über eine abgetrennte Waschgelegenheit, Dusche und Toilette waren auf dem Gang. Wir waren mit der Unterkunft zufrieden und mit 13,50 Euro je Person und Nacht war es die preiswerteste Übernachtung während unserer Fahrt.

Um 18.00 Uhr waren wir fertig für einen Stadtausflug. Der aber wurde wesentlicher kürzer als geplant, denn wir hatten gerade den Marktplatz erreicht, als am Himmel die Schleusen geöffnet wurden und ein Regenguss herunterprasselte, der uns schnell ein Lokal aufsuchen ließ. Zwar kam uns das nicht ungelegen, denn wir wollten ohnehin zu Abend essen, aber schön wäre es gewesen, wir hätten noch ein wenig mehr von der Stadt sehen können.

Aber wenigstens waren wir im Trockenen, das Bier und Essen schmeckte und als auch der Regen wieder geendet hatte, machten wir uns um 21.00 Uhr auf den Rückweg in die Jugendherberge.