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Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Admont-Markt Weyer

2007-05-05, Samstag
Admont-Markt Weyer

Blick zum Gesäuseeingang

Blick zum Gesäuseeingang

Das trübe Wetter des Vortags und der am Abend einsetzende Regen hatten uns nicht viel Hoffnung auf eine heutige Schönwetterfahrt durch das Gesäuse gelassen. Als ich um 07.00 Uhr aufstand und den Wolken verhangenen Himmel sah, schienen sich die Befürchtungen des Vortags zu bestätigen. Doch während wir frühstückten und uns abfahrbereit machten, ließ sich immer öfter ein Stück blauen Himmels sehen und nach unserem Einkauf in Admont sah alles nach einem strahlend schönen Tag aus.

Mit Blick zu den Gesäusebergen radelten wir nahe der Enns in Richtung der Ortschaft Weng. Ein Anstieg wartete vor Weng auf uns, wie auch einige kürzere Anstiege nach dem Verlassen des Ortes, dann aber ging es wieder abwärts zur Enns. Wir waren jetzt nahe der Autostraße, entlang deren Strecke unser Weg durch das Gesäuse verlief und es ergaben sich herrliche Blicke zum Gesäuseeingang.

Enns, Gesäuse

Enns, Gesäuse

Die Befürchtungen wegen starken Autoverkehrs auf dieser Bundesstraße erwiesen sich, trotz Wochenende und schönem Wetter, als grundlos. Wie schon im Salzkammergut war Anfang Mai wohl wirklich noch nicht die Zeit der Urlauber und Ausflügler angebrochen, was uns aber sehr recht war.

Etwa 17 km waren jetzt auf der Straße bis Hieflau zurückzulegen. Am eindruckvollsten sind die ersten zwei Drittel dieser Strecke. Herausragend dabei zwei Stellen, an denen die Radstrecke um die Felsen geführt wird, während Kraftfahrzeuge durch die Tunnels geleitet werden. Die Straße ist recht gut ausgebaut und es finden sich immer wieder Verbreiterungen, von denen aus Blicke zur wild schäumenden Enns möglich sind. Die abwärtsführende Straße weist einige schnelle Abfahrten auf, aber der eine oder andere Zwischenanstieg fehlt auch nicht.

Hieflau erreichten wir um 12.00 Uhr und unser Weiterweg führte nun entlang der Eisenstraße nach Norden. Es war mittlerweile diesiger und schwüler geworden und über den Kuppen der Berge verdichteten sich die Wolken. Hinter Hieflau stieg die Straße an und führte dann hoch über der Enns weiter. Für den Weg bergauf entschädigte uns eine längere Abfahrt, dann ging es wieder aufwärts und so im Wechsel zwischen fahrbaren sanften Anstiegen, kurzen Schiebestrecken und schönen, teils recht rasanten Abfahrten wie vor Großreifling,  weiter bis Altenmarkt. Dort wollten wir entscheiden welchen Wegverlauf wir nehmen würden und da es schon auf 14.00 Uhr zuging war dort auch Zeit für die Mittagspause.

An einem idyllischen Platz mit Blick zur tief unter uns fließenden Enns machten wir es uns gemütlich. Die Sonne schien, doch es war gewittrig, schwülwarm und um die Höhen zogen sich die Wolken immer dichter zusammen. Wir beschlossen deshalb auf die geplante Routenvariante durch das Reichraminger Hintergebirge zu verzichten und weiter auf der Straße entlang der Enns zu fahren. Eine Entscheidung, die uns auch durch den fast nicht vorhandenen Autoverkehr erleichtert wurde.

Mit Tempo ging es die Abfahrt hinunter zur Enns, doch die nächste Steigung ließ nicht lange auf sich warten. Mit abwechselnden Steigungen, ebenen Streckenabschnitten und Abfahrten strampelten wir Richtung Kleinreifling. Auf der gut ausgebauten Straße ließ es sich angenehm fahren - die Steigungen natürlich ausgenommen - , leider aber hatte auch der Wind wieder gehörig aufgefrischt und blies uns entgegen.

Trotz der landschaftlich schönen Straßenstrecke waren wir froh, als wir die Straße bei Kleinreifling verließen, wenn auch ein kräftiger Anstieg hier auf uns wartete. Doch als wir die Höhe erreicht hatten, trafen wir auf eine sehr schöne Wegstrecke, die bis zur Brücke über die Enns bei Weyer fast ständig bergab führte.

Ennstal bei Altenmarkt

Ennstal bei Altenmarkt

Von hier sollten es nur noch etwa 2 km nach Weyer sein und wir hofften Weyer und die Jugendherberge schnell zu erreichen, denn mittlerweile war der Himmel rundum grau und verhangen und es sah sehr nach Regen aus. Der Weg führte erst abseits der Straße entlang der zur Enns strömenden Gaflenz, dann ging es entlang der Autostraße in den Ort Markt Weyer.

Die Jugendherberge Weyer liegt im Ortsteil Mühlein und als wir den Weg dorthin erfragten stellte sich heraus, dass Mühlein weniger ein Ortsteil ist, als vielmehr die Bezeichnung für ein Siedlungsgebiet außerhalb Weyers mit weit verstreut liegenden Einzelgebäuden. So lag auch unsere Herberge weit entfernt vom Ortszentrum und natürlich auch nicht im Tal sondern weit oberhalb des Ortes. Fast drei Kilometer zog sich die Straße dahin, immer schön aufwärts, während Weyer unter uns im Dunst fast verschwand. Es war 17.00 Uhr als wir in der Jugendherberge ankamen, 78 km hatten wir hinter uns gebracht und es hatte noch nicht angefangen zu regnen. Mit dem Zimmer war auch alles in bester Ordnung und so fehlte uns nach dem Umziehen nur noch eine Möglichkeit das Abendessen einzunehmen.

Da eine Gruppe bereits in der Jugendherberge war, hofften wir ebenfalls dort essen zu können. An diesem Abend sollte es dort aber nur eine Suppe geben und das war uns doch zu wenig. Empfohlen wurde uns die Gaststätte eines in der Nähe liegenden Reiterhofs, wo wir aber jeder nur eine Halbe tranken, denn die Küche dort war geschlossen. Es blieb nichts anderes als talwärts zu laufen und im Zentrum von Weyer eine Gaststätte aufzusuchen. Dort waren wir dem Essen auch sehr zufrieden und hatten wir zuvor noch mit dem Gedanken gespielt für den Rückweg ein Taxi zu nehmen, kam das nach dem guten Abendessen und dem süffigen Bier nicht mehr in Frage. Eine knappe dreiviertel Stunde wanderten wir gemütlich wieder zurück und hatten uns so die Nachtruhe redlich verdient.