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Radwanderung

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Bad Ischl-Bad Aussee

Am Hallstätter See

Am Hallstätter See

2007-05-03, Donnerstag
Bad Ischl-Bad Aussee

Für den heutigen Tag war im Routenplan die kürzeste Fahrtstrecke vorgesehen. Unser Tagesziel war Bad Aussee und bei unserer Ankunft dort hatte ich auch nur 38 km auf dem Tacho. Die Strecke aber von Bad Ischl nach dem anschließenden Tagesziel Admont hätte fast 120 km betragen und war mir deshalb etwas zu lang erschienen. So wartete heute ein ruhiger Tag auf uns, nur der Anstieg hinter Obertraun zum Koppen verunsicherte uns ein wenig. Bis dahin aber war noch etwas Zeit und wir ließen es ruhig angehen, als wir gegen 09.00 Uhr losrollten.

Da Joachims Fahrradcomputer noch immer nicht funktionierte und der Grund dafür vielleicht die Batterie war, stoppten wir zu Beginn um eine solche zu besorgen. Als sich der Tacho auch mit neuer Batterie nicht zum Leben erwecken ließ gab Joachim auf und wir schlugen die Richtung nach Bad Goisern ein.

Der R 2 führte uns auf ebener Strecke erst nach Lauffen und dieses Streckenstück kannten wir schon von unserer gestrigen Wanderung. Mit dem nächsten Wegstück erreichten wir Bad Goisern und dort suchten wir in der Innenstadt einen Lebensmittelmarkt auf, um den Tagesproviant an Wasser und Obst einzukaufen.

Radweg am Westufer des Hallstätter Sees

Radweg am Westufer des Hallstätter Sees

Bad Goisern lag kaum hinter uns, als wir schon Au am Hallstätter See erreichten. Hier sollte der R 2 auf der Autostraße am Westufer und über Hallstatt nach Obertraun am Südende des Sees führen. Die Hinweisschilder zum Radweg aber führten zum Ostufer und wir kreuzten verunsichert am Ortsausgang von Au. Dann erfuhren wir, dass im Herbst 2006 der bis dahin durch Felsen unterbrochene Ostuferweg durchgängig für Radler befahrbar gemacht worden sei und der R 2 deshalb nicht mehr am verkehrsreichen Westufer geführt werde.

Da Hallstatt für uns ohnehin kein "Muss" war und wir auf die Autostraßenfahrt gern verzichteten, freuten wir uns über die neue Wegführung und radelten erst auf kleiner Nebenstraße, dann auf schmalem Wanderpfad entlang des Seeufers. Dort wo früher der Weg endete und der See die steilen Felsen umspült, waren Träger am Fels befestigt worden die den Boden tragen, auf dem nun die Felswände wie auf einer Hängebrücke umfahren werden können. Im Anschluss an diese Wegekonstruktion gab es bei unserer Fahrt noch kurze Wegstücke, auf denen uns der noch nicht befestigte Kiesbelag zum Schieben veranlasste; Wegearbeiten aber waren dort im Gange.

Von dem schönen Uferweg mussten wir in Obertraun Abschied nehmen, ging es doch jetzt auf der Autostraße weiter nach Bad Aussee. Was uns noch bevorstand, war der bis zu 23 Prozent steile Anstieg zum Koppen. Dass wir schieben würden war klar, nicht so klar war uns, wie lang der Anstieg sein würde. Aber wie sich bald zeigte, war die Steigung längst nicht so schlimm wie befürchtet.

Anstieg von Obertraun zum Koppen

Anstieg von Obertraun zum Koppen

Die Räder zogen zwar mächtig abwärts und der Schweiß floss reichlich, wozu aber auch die sich immer weiter verstärkende Gewitterschwüle beitrug. Den Anstieg hatten wir in einer knappen halben Stunde hinter uns gebracht und da uns nur eine Handvoll Kraftfahrzeuge begegneten, war uns auch Stress von dieser Seite erspart geblieben. Jetzt ging es erst einmal fast eben oder nur sanft abfallend weiter, bis die erwartete Abfahrt uns dann nach Bad Aussee rollen ließ.

Ab 13.00 Uhr sollte die Jugendherberge in Bad Aussee geschlossen sein und mit der Hoffnung noch vor der Schließung anzukommen und schon ein Zimmer beziehen zu können, beeilten wir uns. Aber es lag wieder eine (kurze) Suche und ein kleiner Anstieg vor dem erreichen unseres Ziels. So war es schon nach 13.00 Uhr bei unserer Ankunft. Doch wir hatten Glück und wurden trotz der Schließzeit aufgenommen und konnten unser Zimmer belegen. Nicht immer trafen wir in den Jugendherbergen auf unseren Fahrten so nette Herbergseltern an wie hier in Bad Aussee.

Nachdem wir geduscht hatten und umgezogen waren, lag noch ein Gutteil des Nachmittags vor uns und wir beschlossen einen Ausflug in das etwa 5 km entfernte Altaussee und zum Altausseer See zu unternehmen. Die gewittrige Schwüle des Morgens hatte sich zwar verstärkt und vermehrt waren dunkle Wolken aufgezogen, aber noch sah das Wetter gut aus und froh ohne jegliches Gepäck unterwegs zu sein, schwangen wir uns auf die Räder und radelten entlang der Ausseer Traun in Richtung Altaussee. Unter den Bäumen am Flussufer bemerkten wir gar nicht, wie innerhalb kürzester Zeit weitere Wolken aufzogen und der Himmel rundum schwarz wurde. Als wir Altaussee erreichten ließ sich ein leises Donnern vernehmen und die ersten vereinzelten Tropfen fielen. Wir beeilten uns zum See zu kommen, da wir dort am schnellsten eine Gaststätte oder ein Café zu finden hofften. Es war das Brahms-Café in der Seevilla, das wir als erstes erreichten. Wir schoben die Räder unter das Vordach und im gleichen Moment strömte der Regen nieder. Damit war alles entschieden und da der Zeitpunkt 15.30 Uhr ohnehin für eine Kaffeezeit passte, waren wir auch keineswegs ärgerlich, zumal wir mit einem nur kurzen Gewitterschauer rechneten.

Bad Aussee

Bad Aussee

Eine Stunde später saßen wir noch immer im Café, hatten längst die Kaffeetassen geleert und den Kuchen gegessen, während der Gewitterschauer in einen strömenden Landregen übergegangen war. Wir gaben uns noch eine gemütliche Kaffeestunde und hofften dabei auf ein Ende des Regens. In der Jugendherberge wollten wir aber auf jeden Fall um 18.00 Uhr sein, da wir uns dort zum Abendessen angemeldet hatten. Um 17.30 Uhr blieb uns nichts anderes übrig, als die Regenfahrt zu starten, wobei wir die schnellere Strecke entlang der Straße wählten. Tief geduckt rasten wir durch den Regen und rauschten über die regennasse Straße. Nass wie aus dem Duschbad kamen wir in der Jugendherberge an. Doch der Regen war schon fast wieder vergessen, als wir in trockener Kleidung am Tisch saßen, vor uns die heiße Suppe und der Teller mit einem großen Berg Spaghetti mit Käsesoße.

Nach dem Abendessen waren die Regenwolken doch endlich weitergezogen und es fielen nur noch vereinzelte Tropfen, sodass wir beschlossen noch einen Abendspaziergang durch Bad Aussee zu unternehmen mit abschließendem Dämmerschoppen. Es wurde ein ausgedehnter Spaziergang durch das regennasse und menschenleere Bad Aussee. Und den Dämmerschoppen nahmen wir schließlich direkt aus der Flasche in der Jugendherberge zu uns.