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Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Salzburg-Mondsee

2007-04-30, Montag
Salzburg-Mondsee

Wie am Vortag war auch an diesem Morgen ein Riesentrubel im Speisesaal. Wir waren aber in Gedanken schon fast unterwegs, weshalb uns das Drumherum kaum störte. Es war noch recht kühl, als wir gegen 08.45 Uhr starteten, doch die Sonne schien und versprach einen schönen Tag. Weniger schön war, dass mein Fahrradcomputer nur noch die Uhrzeit anzeigte, keine Geschwindigkeit und entsprechend auch nicht die zurückgelegte Fahrtstrecke. Am Samstag funktionierte das Teil noch einwandfrei, heute tat sich nichts mehr. Aber ich bastelte nicht lange daran herum, da noch das Gerät an Joachims Rad funktionierte.

Von Anthering aufwärts in den Flachgau

Von Anthering aufwärts in den Flachgau

Wir fuhren zunächst einen nahen Lebensmittelmarkt an, um uns mit Proviant zu versorgen, dann ging es zum rechten Salzachufer und dort auf dem Salzkammergut-Radweg nordwärts. Eine knappe Stunde später verließen wir die Salzach, um über Anthering den Flachgau und dort den Obertrumer See anzusteuern.

In Anthering erwartete uns die erste Steigung und wir versuchten erst gar nicht, diese ohne Schieben zu bewältigen. Es wurde uns mächtig warm unter der Sonne und als wir die Höhe erreicht hatten, pfiff uns ein kräftiger Wind um die Nasen. Bis Obertrum folgte dann eine insgesamt zwar abfallende Fahrtstrecke, die aber auch kurze, ansteigende Teilstücke aufwies. Der Wind blies uns manchmal so heftig entgegen, dass wir auf den sanfteren Abfahrten fast ebenso in die Pedale treten mussten, wie auf ebenen Straßenstücken.

Gegen 11.30 Uhr erreichten wir Obertrum am gleichnamigen See.  Der Obertrumer See war der erste in der Seenreihe, zu denen unsere Route im Salzkammergut noch führen sollte und wir legten einen kurzen Stopp am Seeufer ein. Der kräftige Wind trieb uns aber bald weiter und so radelten wir nordwärts über Seeham und Fraham, wo wir nach Osten und zum Südende des Grundsees abbogen. Dann ging es über die schmale Landbrücke zwischen Mattsee und Obertrumer See in den Ort Mattsee.

Blick zum Irrsee

Blick zum Irrsee

Am Ortsausgang von Mattsee war wieder einmal eine Schiebestrecke angesagt. Was aber mehr nervte war ein fehlendes (oder von uns übersehenes?) Hinweisschild zum Salzkammergutradweg. Wir hielten uns deshalb an das Richtungsschild für Autos mit der Angabe von Schleedorf, unserem nächsten Zielort. Gut zwei Kilometer Schiebestrecke waren es bis zur Höhe, wo wir wieder auf ein Schild des Radwegs trafen. Ein schmales Nebensträßchen führte durch die offene Landschaft und am Rand des Naturschutzgebiets Egelsee entlang. In sanften Wellen zog sich der Weg hin und auf einer Abwärtsstrecke verpassten wir die Abzweigung nach Schleedorf.

Eigentlich wäre zu dieser Zeit eine Mittagsrast fällig gewesen. Jetzt überlegten wir uns eine Alternativroute, entschieden uns dann aber doch zurückzufahren. Wir fanden auch das übersehene Hinweisschild an einer Abzweigung und beschlossen, die Mittagsrast bis Schleedorf hinauszuschieben. Wieder gegen den Wind und mit sanften Anstiegen erreichten wir die das beschauliche Örtchen gegen 14.00 Uhr und hielten dort unsere verspätete Mittagspause vor der Volksschule.

Nach der ausgiebigen Mittagspause ging die Fahrt weiter, vorwiegend wieder über Nebenwege und kaum befahrene Nebensträßchen, meist mit weiter Aussicht in die wellige offene Landschaft, über grüne Wiesen, zu kleinen Weilern und verstreuten Höfen. Heftige Steigungen gab es nicht, aber immer wieder sanfte Anstiege, die in Verbindung mit dem Gegenwind doch in die Beine gingen. Und die abfallenden Strecken kamen uns natürlich immer viel kürzer vor.

Abend am Mondsee

Abend am Mondsee

So ging es über Köstendorf, Strasswalchen und Oberhofen in Richtung Irrsee, dessen Wasserfläche uns gegen 16.00 Uhr entgegen blinkte. Auf einer kleinen Nebenstraße mit immer wieder schönen Blicken zum See rollten wir an dessen Westufer nach Süden. Am Südende trennten uns nur noch ca. 7 km vom Tagesziel Mondsee, das wir um 17.30 Uhr erreichten.

Wegen des Feiertags 1. Mai am nächsten Tag stoppten wir an einem Lebensmittelmarkt in der Stadt, um uns mit Bananen, Äpfeln und Wasser für den nächsten Tag zu versorgen. Dann versuchten wir den Weg in die Jugendherberge zu erfragen, denn wie wir schon häufig feststellen mussten, fand sich auch in Mondsee kein Hinweisschild auf deren Lage; ein solches tauchte erst dort auf, wo der Zugang ohnehin klar war. Trotz unserer Nachfragen kreuzten wir über eine halbe Stunde durch den Ort, bevor wir endlich am Ziel waren. Die Jugendherberge liegt zentral, trotzdem ruhig und wir sollten die einzigen Gäste im Haus sein. Unser Zimmer war reserviert und die Dusche hatten wir uns nach 82 km Tagesstrecke auch verdient.

Danach blieb nicht mehr viel Zeit um den Ort kennenzulernen. Wir hatten Hunger und mit 19.00 Uhr war die Zeit schon erheblich fortgeschritten. Ein Spaziergang zum Seeufer musste aber auf jeden Fall noch sein und während unserer Suche nach einem Lokal für das Abendessen sahen wir dann noch ein wenig von der Ortschaft. Groß war die Auswahl an Lokalitäten nicht, denn Mondsee schien sich noch im Winterschlaf zu befinden. Es hatte den Anschein als seien wir die einzigen Touristen auf der Straße und die Einwohner säßen alle vor dem Fernseher. Die Pizzerias schieden heute für uns aus, hatten wir doch erst vorgestern in Salzburg Pizza zum Abendessen. Wir entschieden uns für die "Krone" und wurden auch nicht enttäuscht. Hunger und Durst hatten wir so abgewendet und konnten gesättigt und rechtschaffen müde unsere Schlafstelle aufsuchen.