Logo

Mit Rad und Wanderschuh

www.rad-und-wandern.de

Home/Tourauswahl Inhaltsverzeichnis Gästebuch Kontakt Impressum Links Weilburg-Site

Valid XHTML 1.0!

Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Obermühl (Donau)-Passau

2007-05-09, Donnerstag
Obermühl (Donau)-Passau

Die für den heutigen Tag geplante Radstrecke entlang der Donau bis Passau war das letzte Teilstück unserer Radwanderung. Der Wettergott schien uns heute für den Dauerregen des vergangenen Tags entschädigen zu wollen. Die Sonne schien und wenn es auch noch etwas diesig war, sah doch alles nach einem herrlichen Radltag aus. Selbst in dem strömenden Regen des gestrigen Tages war unübersehbar, dass dieser Abschnitt des Donauradwegs einer der schönsten zwischen Linz und Passau sein musste. Das schöne Sonnenwetter an diesem Morgen machte die Idylle hier aber perfekt.

An der Donau in Obermühl

An der Donau in Obermühl

In bester Stimmung genossen wir das reichhaltige Frühstück und bepackten die Räder. Kurz nach 09.00 Uhr standen wir am Anleger der Radfähre, die uns dann von Obermühl an das Südufer nach Kobling brachte. Abwechselnd auf dem von Bäumen beschatteten oder von der Morgensonne bestrahlten Weg zwischen Wiesen und Feldern, verlief die Radroute nahe der Donau in Richtung Schlögen. Waren uns bisher weder im Salzkammergut, noch an der Enns oder an der Donau Radwandergruppen begegnet, so sah das heute schon anders aus. In der Sommer- und Ferienzeit verliert diese idyllische Strecke sicherlich einiges von ihrem Zauber.

Diesen Morgen aber war die Strecke in jeder Hinsicht eine Genusstour und entspannt erreichten wir eine knappe Stunde nach der Überfahrt Schlögen. Der Ort umfasst nur wenige Häuser, beherrschend ist ein großer Hotelkomplex am Ufer und der Jachthafen eine kurze Strecke flussauf, dazu die Fähranleger diesseits und in Au am anderen Donauufer, zwischen denen ein reger Pendelverkehr besteht. Die berühmte Schlögener Schlinge war auch von hier ansehenswert, doch einen richtigen Überblick über den Donauverlauf an dieser Stromschleife konnte der Standplatz am Ufer nicht bieten, weshalb ich in unserem Tourenprogramm auch eine kurze Wanderung zum Aussichtspunkt Schlögen Blick vorgesehen hatte.

Ich hatte zwar ein mulmiges Gefühl als wir die mit unseren Gepäcktaschen beladenen Räder am Fahrradständer des Hotels anschlossen, aber es blieb nichts anderes übrig, mit Tourenrädern und Gepäck ist der Spazierweg nicht zu machen.

Schlögener Schlinge

Schlögener Schlinge

An der Autostraße wies uns ein Schild den Weg bergauf zum Schlögen Blick, darauf auch die Zeitangabe von 30 Minuten. Der steile Geröllweg mit den vom Wasser ausgespülten Rinnen führte unter Bäumen erst steil aufwärts, verlief dann aber die letzten zehn Wegminuten auf einem fast ebenen Waldweg. Dieser brachte uns zu einem Felsabsturz mit der grandiosen Aussicht auf die Kehrschlinge, mit der die Donau hier den Höhenzug umfließt.

Es war zwar noch längst nicht der Zeitpunkt für eine Pause gekommen, aber die Aussicht ließ uns nicht so schnell los und wir verbrachten deshalb fast eine Stunde auf dem schattigen Aussichtsplatz und beobachteten den Schiffsverkehr und die Querfähren zwischen den Anlegern sowie die Längsfähre entlang der Schlögener Schlinge. Erst als eine große Wandergruppe den Platz überschwemmte machten wir uns auf den Rückweg ans Donauufer, wo wir Räder und Gepäck unberührt am Standplatz vorfanden.

Wir setzten mit der Radfähre an das Ufer nach Au über und unsere Fahrt ging weiter die Donau aufwärts Richtung Passau. Wie bisher war der Weg Radlern und Fußgängern vorbehalten, keine Holperstrecke und ohne Steigung. Das Tal weitete sich ein wenig, am jenseitigen Ufer zogen Orte vorbei und Frachtkähne und Ausflugsschiffe belebten die Donau. Es war eine sehr entspannende und ruhige Fahrt, hatten wir doch auch nur noch eine kurze Tagesstrecke vor uns (Gesamtstrecke Obermühl-Passau 52 km). Einzig der Himmel hatte sich wieder etwas eingetrübt, nach Regen jedoch sah es vorerst nicht aus und wir beschlossen deshalb gegenüber dem Ort Engelhartszell nochmals eine Rastpause einzulegen.

Auf dem Donauradweg bei Au

Auf dem Donauradweg bei Au

Kurz nach unserer Weiterfahrt passierten wir die deutsch-österreichische Grenze, was aber lediglich durch ein einsames Schild kenntlich gemacht wurde. Der bisher nur Radlern vorbehaltene Weg verlief jetzt leider auf einer Autostraße, mit allerdings nur mäßigem Kraftfahrzeugverkehr. Das allerdings änderte sich in Obernzell. Ab hier war ein Radweg zwar von der Straße abgetrennt, wurde aber unmittelbar an deren Rand geführt und der Autoverkehr rauschte mit einer Intensität an uns vorbei, wie es zuletzt nahe Linz der Fall war. Wir gaben unsere bisher gemütlich Fahrweise auf und legten etwas Tempo zu in der Hoffnung, dass nur eine kurze Strecke am Rand dieses Autostroms zurückzulegen war. Leider aber war dem nicht so und der Straßenverkehr blieb uns bis zur Stadteinfahrt Passau erhalten.

Da Joachim und ich die Altersgrenze für eine Aufnahme in den bayrischen Jugendherbergen mittlerweile überschritten haben, hatte ich für die in Passau vorgesehenen zwei Übernachtungen ein Privatquartier reserviert. Entschieden hatte ich mich für das Hofbauerngut Sprödhuber im Passauer Ortsteil Hals. Die Richtung dorthin entlang der Ilz war klar und auch seine Lage außerhalb der Stadt. Aber manchmal täuschen die Entfernungen auf der Karte über die tatsächlichen Gegebenheiten etwas hinweg und so mussten wir feststellen, dass ich die Strecke dorthin ein wenig unterschätzt hatte. Trotzdem war es die richtige Wahl und die herrliche Lage in der Ilzschleife war einfach toll. Und wie wir feststellten war Passau zu Fuß in 20 Minuten erreichbar und eine Buslinie verkehrte ebenfalls.

Passau

Passau

Gegen 15.30 Uhr und nach 52 km Radstrecke hatten wir den Hof erreicht. Unser Doppelzimmer war geräumig genug um das Gepäck ordentlich auszubreiten, Dusche und Toilette gehörten zum Zimmer und trotz der im Lauf des Nachmittags verstärkten Schwüle schien es bei dem schönen Wetter zu bleiben, sodass wir bester Laune waren.

Bald waren wir bereit um die Gegend zu erkunden. Nach einem Gang zum nahen kleinen Marktplatz schlugen wir flussaufwärts den Weg durch Wiesen, vorbei an Fischteichen und entlang der Ilz zur Gaststätte Triftsperre ein. Es war ein herrlicher Spazierweg und die  Ausflugsgaststätte ist idyllisch an der Ilz gelegen. Auf der Terrasse fanden wir einen Platz, den die Sonnenstrahlen trotz der umstehenden Bäume noch erreichten, und da uns auch das Angebot auf der Speisekarte zusagte, war der weitere Verlauf des Abends gesichert. Bis gegen 21.00 Uhr blieben wir dort und machten uns erst dann auf den abendstillen Rückweg.