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Mit Rad und Wanderschuh

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Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Linz-Obermühl (Donau)

Bei Ottensheim auf dem Donauradweg donauaufwärts

Bei Ottensheim auf dem Donauradweg donauaufwärts

2007-05-08, Mittwoch
Linz-Obermühl (Donau)

So wie der Dienstag geendet hatte begann der Mittwoch: Regen, Regen! Auch nach dem Frühstück war keine Wetterbesserung in Sicht. Wir mussten uns damit abfinden und in die Regenbekleidung steigen. Ob die Teilnehmer eines Lehrgangs, den das Rote Kreuz in der Jugendherberge abhielt und die uns bei der Abfahrt nachsahen, bedauernd oder aufmunternd lächelten als wir im Regen starteten - keine Ahnung. Ist es bei schönem Wetter schon kein Vergnügen sich mit dem Rad im Verkehrsgewühl einen fremden Großstadt zu bewegen, so ist dies bei Regen noch weniger der Fall. Wenigstens aber wussten wir vom Vortag her die Fahrtstrecke und nach einem kurzen Einkaufsstopp hatten wir unseren Weg am nördlichen Donauufer erreicht.

Ein kurzes Stück konnten wir geruhsam entlang des Uferwegs an der Donau rollen, dann aber führte der Radweg neben der Bundesstraße weiter, wo der Kraftfahrzeugverkehr an uns vorbeirauschte. Wir zogen noch mehr die Köpfe ein, duckten uns noch tiefer auf die Räder und traten noch kräftiger die Pedalen und bemühten uns diesen Streckenteil möglichst schnell hinter uns zu bringen.

An der Rufeinrichtung der Donaufähre

An der Rufeinrichtung der Donaufähre

Kurz vor Ottensheim wurde endlich die Bundesstraße verlassen, einige Male unterquert und dann radelten wir wieder am Donaustrom im gleichmäßig strömenden Regen. Ausgerechnet an einer Infostelle, nämlich in Oberlandshaag, gegenüber von Aschach, verwirrte uns die Beschilderung  so, dass wir anhielten und beratschlagten. Die Schilder wiesen hinweg von der Donau und führten mit einem Bogen gleich darauf wieder zurück. In der nach unserer Ansicht zutreffenden Richtung geradeaus und entlang der Donau fand sich kein Hinweis. Trotzdem folgten wir letztlich dieser Strecke. Als wir uns dann dem Kraftwerk Aschach näherten, befürchteten wir doch wieder umkehren zu müssen. Aber der Weg war offen und dann kennzeichnete endlich wieder ein Schild unsere Strecke als Teil des Donauradwegs und wir waren beruhigt.

Gab es während unserer bisherigen Fahrt auf dem Donauradweg am Nordufer noch kaum einen Streckenabschnitt von dem ich sagen würde, dass dieser die Fahrt lohnt, so änderte sich das ab hier. Das bisher meist weite und topfebene Donautal war verschwunden und bewaldete Hänge waren auf beiden Seiten an die Donau herangerückt. Ich hatte nicht mehr den Eindruck neben einer randvollen Badewanne durch eine konturlose Landschaft zu radeln, der Donauradweg war endlich zu einer schönen Tour geworden. Schade nur, dass Petrus den guten Eindruck nicht noch verstärken wollte und die Sonne rausließ. Wir hatten im Gegenteil den Eindruck, dass der Regen an Intensität noch zunahm.

Auf der Längsfähre nach Untermühl

Auf der Längsfähre nach Untermühl

Trotzdem eine herrliche Strecke, die dann jedoch abrupt unterhalb von Schloss Neuhaus und kurz vor Untermühl endete. Die aus dem Wasser ragenden Felsen ließen hier keinen Platz mehr für einen Radweg und nur ein schmaler Fußsteig zog über die Felsen weiter in unsere Fahrtrichtung. Bei diesem Regen und mit bepackten Rädern war dieser Weg nicht zu machen. Ich hatte zwar die vage Erinnerung in Infos zum Radweg etwas von einer Fähre hier gelesen zu haben, aber weit und breit war keine Fähre zu entdecken und ich dachte nur: "Kein Wunder bei diesem Wetter".

Als wir uns ratlos umsahen, entdeckten wir aber dann doch den Anleger, Hinweisschilder der Fähre und auch eine Rufmöglichkeit der Fähre über Funk. Noch ziemlich skeptisch darüber, ob die Funkeinrichtung auch tatsächlich funktionierte und vor allem ob die Fähre uns auch bei diesem Regenwetter abholen würde, versuchten wir unser Glück. Und tatsächlich, am anderen Funkempfänger meldete sich der Fährmann und nach einigen Minuten rauschte die Radfähre "Silvia" auf dem Wasser und durch den Regen heran.

Als Querfähre war die Überfahrt an das Südufer nach Kaiserhof möglich und als Längsfähre die Fahrt nach Untermühl. Wegen unserer in Obermühl reservierten Übernachtung blieben wir am Nordufer und ließen uns für 2,20 Euro je Person die knapp 2 km nach Untermühl schippern.

Untermühl

Untermühl

Es war kurz nach 13.00 Uhr als wir die Radfähre in Untermühl verließen und sicherlich hätten wir hier bei schönem Wetter eine Mittagspause eingelegt. Doch bei diesem Regenwetter hatten wir dazu verständlicherweise keine Lust. Obermühl war auch nicht mehr weit entfernt und in unserer dortigen Unterkunft hofften wir gemütlich und trocken einen Imbiss einzunehmen. Vor 14.00 Uhr und nach 50 km Fahrstrecke ab Linz erreichten wir Obermühl und dort den Gasthof Aumüller, wo ich unser Zimmer reserviert hatte. Eine Gruppe war an einem Tisch versammelt und gab sich einem Gesellschaftsspiel hin, mit was hätte man sich auch sonst bei diesem Wetter beschäftigen sollen. Wir ernteten einige erstaunte Blicke als wir mit unseren nassen Sachen den Gastraum betraten. Radwanderer waren zu dieser Jahreszeit und solchem Regenwetter auch am Donauradweg recht selten. Wir waren froh unser Zimmer beziehen zu können und machten es uns dann in der Gaststätte gemütlich. Eine heiße Suppe und die vom Wirt selbst gekelterten Obstsäfte (Apfel- und Birnensaft) schmeckten erstklassig.

Am späten Nachmittag ließ der Regen endlich nach und die Bewölkung lockerte etwas auf, sodass wir einen kurzen Spaziergang in dem nur ein Dutzend Häuser umfassenden Ort und ein kurzes Stück entlang der Donau unternahmen. Als der Regen wieder einsetzte war es ohnehin Zeit zum Abendessen, u. a. gab es eine Knoblauchforellen und sehr schmackhaften Mostbraten. Einige Halbe und vom Wirt gebrannter Birnenschnaps beschlossen unseren Regentag auf angenehme Weise, und der Weg in die Betten war ja auch nur ein Stockwerk hoch.