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Mit Rad und Wanderschuh

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Radwanderung
Salzkammergut-Enns-Donau

Steyr-Linz

Steyr

Steyr

2007-05-07, Montag
Steyr-Linz

Petrus schien es heute wieder besser mit uns zu meinen. Jedenfalls war der blaue Himmel mit nur wenigen Wolken behangen und die Sonne schien, es wartete wohl ein angenehmer Radtag auf uns. Das Frühstück war nicht so reichlich, dass wir uns lange damit aufhalten konnten (im Gegensatz zur Jugendherberge Mondsee hier wegen des unschlagbar niedrigen Übernachtungspreises aber nicht zu beanstanden). Da ein Lebensmittelmarkt unmittelbar nebenan lag, konnten wir gleich den Einkauf für heute erledigen und so war es kurz nach 09.00 Uhr als wir starteten. In der Sonne zeigte sich Steyr jetzt mit einer Pracht, die uns gestern leider verborgen geblieben war. Ein zwar unbefestigter, dicht aber an der Enns verlaufender Weg, führte uns dann stadtauswärts.

An einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke ging es ein kurzes Stück steil aufwärts nach Hausleiten. Eine kurze Abfahrtsstrecke folgte, der Weg blieb aber oberhalb der Enns zu der immer wieder schöne Aussichten möglich waren. Vorbei an vereinzelten Höfen und am Rand von Getreidefeldern, die von sommerlich bunt blühenden Wiesenrainen umrahmt wurden, verlief die Route. Die Wege waren teils asphaltiert, teils auch unbefestigt, aber gut fahrbar. Stellenweise gab es schattige Waldstücke und immer wieder schöne Tiefblicke zur Enns, die sich an manchen Stellen wie zu einem See verbreitert hatte.

Nördlich Steyr, oberhalb der Enns

Nördlich Steyr, oberhalb der Enns

 Später führte der Radweg teils neben der Bundesstraße entlang oder auf Nebenstraßen durch Siedlungsgebiete. Kurz vor Enns wechselten wir vom Radweg an der Bundesstraße an das Ennsufer, wo wir bis zur Straßenbrücke Enns-Ennsdorf fuhren. Wir hatten nun knapp die Hälfte unserer Tagesstrecke Steyr-Linz hinter uns und beschlossen einen kurzen Abstecher in die Innenstadt von Enns zu unternehmen.

Die Altstadt liegt auf einer kleinen Anhöhe und so mussten wir die Räder ein kurzes Stück über die schmalen, holprigen Gassen aufwärts schieben. Dann waren wir auf in der Innenstadt und auf dem prächtigen Marktplatz. Hier fand sich auf der Terrasse eines Lokals ein sonniger Platz mit unseren Rädern im Blickfeld und statt unserem Tagesproviant nahmen wir einen Mittagssnack im Lokal zu uns.

Danach folgten wir den Schildern, die schon in der Innenstadt zur Donauradfähre Mauthausen wiesen. Alle paar Meter war ein solches Hinweisschild aufgestellt, keines sahen wir an einer Wegzweigung bei Enghagen. Wie sich später zeigte bogen wir dort zwar richtig ab, dann zweifelten wir aber an der Richtigkeit des Abbiegens und fuhren zurück. Wie falsch wir lagen zeigte sich, als wir später die Donau erreichten und weit und breit nichts von einer Fähre zu sehen war. Wir fuhren also wieder zurück, suchten unser Hinweisschild (es waren dort Straßenbauarbeiten im Gange) und hatten dann endlich wieder die Richtung gefunden. Kurz darauf erreichten wir auch die nahe der Ennsmündung verkehrende Donauradfähre nach Mauthausen.

Auf dem Weg nach Enns

Auf dem Weg nach Enns

Die Radfähre lag fahrbereit am Anleger und brachte uns im Nu ans Nordufer nach Mauthausen.  Hier an der Donau wehte wieder ein kräftiger Wind und wenn auch hin und wieder die Sonne herauskam, seit der Mittagszeit hatte sich der Himmel wieder eingetrübt und das morgendliche Blau war längst vergangen. Was uns aber jetzt am meisten störte war der Autoverkehr. Die gesamte vergangene Woche hatten wir nicht soviel Fahrzeuge gesehen wie nun in Mauthausen an uns vorbeirauschten. Wir waren froh als der Radweg bald von der Hauptstraße wegführte, wenn auch die Nebenstraßen keineswegs Auto frei waren.

Ab Mauthausen wird ein Abschnitt der Bundesstraße dadurch umgangen, dass sich der Donauradweg erst einmal vom Ufer des Stroms entfernt und dann bei Abwinden wieder zur Donau zurückkehrt. Eine schöne Radstrecke wird dieses Wegstück deshalb noch nicht. Ich könnte mir vorstellen, die bessere Wahl wäre die Wegstrecke von Enns am Südufer zum Kraftwerk Abwinden-Achen gewesen und dort der Donauübergang.

Ans Donauufer zurückgekehrt, verlief der Donauradweg dort als breites, brettebenes und fast schnurgerades Asphaltband. Flach und ohne Abwechslung auch die Landschaft. Im Gegensatz zu den Radstrecken im Salzkammergut kann man den Donauradweg zumindest auf diesen Streckenabschnitten wirklich als familien- und kinderfreundlich bezeichnen, jedenfalls was die nicht vorhandenen Steigungen betrifft. Auf diesem Teilstück aber eine landschaftlich nach meiner Ansicht vollständig reizlose Radwanderstrecke.

Mit dieser Ansicht nichts zu tun hatte der Westwind, der uns auch auf dieser flachen Strecke einige Anstrengungen abverlangte. Gegenwind hatten wir im Salzkammergut und streckenweise auch an der Enns reichlich zu spüren bekommen. Hier aber blies er wirklich unaufhörlich und es gab nichts, was den Wind auch nur für einige Momente bremste. Die zur Mittagszeit bereits vorhandene Eintrübung hatte sich weiter verstärkt und wir waren uns keineswegs sicher Linz trocken zu erreichen.

An der Donau Richtung Linz

An der Donau Richtung Linz

Schon mehrere Kilometer vor erreichen der Stadtgrenze kündigte Linz sich mit der Silhouette seiner Industrieanlagen an und auch der Schwefelgestank der chemischen Industrie wurde uns vom Wind zugetragen. Dann aber hatten wir die am gegenüberliegenden Donauufer befindlichen Werksanlagen passiert und die Türme des Doms rückten ins Blickfeld. Ein lang gezogener Grüngürtel entlang des Donauufers führte uns nach Linz und als wir von dort auf die Nibelungenbrücke kamen um den Hauptplatz zu erreichen, umbrandete uns der Autoverkehr einer Großstadt.

In der Information im alten Rathaus der Stadt erfragten wir den Weg zur Jugendherberge und dann stürzten wir uns in das Verkehrsgewühl der Einkaufstraßen und zwischen die Straßenbahnen. Anhand des Stadtplans aus der Information fanden wir aber ohne größere Umwege unseren Weg im Straßengewirr der Innenstadt, doch da Jugendherbergen gerne auf einer Höhe errichtet werden, mussten wir auch in Linz über eine Serpentinenstraße unsere Räder noch auf die Höhe des Froschbergs schieben, wo wir um 17.00 Uhr und nach 60 km unser Ziel erreichten.

Obwohl der Regen unterwegs manchmal fast greifbar gewesen war, waren wir wieder trocken angekommen, nass nur vom Schweiß des Anstiegs zur Jugendherberge und der Fahrt gegen den Wind. Jetzt konnten wir uns in Ruhe frisch machen und unsere Sachen ausbreiten, da wir erst am übernächsten Tag weiterfahren würden. Danach ging es noch zu einem Kurzbesuch in die Innenstadt, der aber weniger einer Stadtbesichtigung galt, als vielmehr einem Gaststättenbesuch und dem Abendessen. Den fast halbstündigen Rückweg sahen wir dann als Abendspaziergang an, der uns zu einem guten Schlaf verhelfen sollte.