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Aalen-Ulm

Bei Oberkochen an der Schwarzen Kocher

Bei Oberkochen an der Schwarzen Kocher

2015-07-07, Dienstag
Aalen-Ulm

Unser Zielort des heutigen Tages war Ulm. Mit voraussichtlich 80 km sollte die Strecke ein wenig länger sein als die der Vortage. Vor allem aber war für heute einer der heißesten Tage angekündigt. Gründe genug, um am Morgen nicht lange zu trödeln und so saßen wir um 08:30 Uhr auf den Rädern um unsere Fahrt auf dem Hohenlohe-Ostalb-Radweg fortzusetzen. Die Strecke verlief nach Oberkochem und weiter durch Königsbronn. Hinter Königsbronn passierten wir den unterhalb der Straße gelegenen Itzelberger See und gut 2 1/2 Stunden nach dem Aufbruch hatten wir Heidenheim an der Brenz erreicht.

In Heidenheim kamen wir vom Radweg ab und fuhren über Giengen an der Brenz, anschließend durch das Lonetal auf der K 3021. Auf der Weiterfahrt machten wir zwischen Hermaringen und Öllingen gegen 14:00 Uhr eine Mittagsrast, als wir ein schattiges Plätzchen fanden. Es war eine Wohltat sich wenigstens für eine halbe Stunde einmal im Schatten aufzuhalten, denn der für heute vorausgesagte Hitzetag hatte es wirklich in sich. Bei Langenau trafen wir wieder auf den Hohenlohe-Ostalb-Radweg. Es ging nun einige Kilometer in brütender Hitze fast schnurgerade entlang einer vielbefahrenen Straße und der Schweiß floss in Strömen. Wir waren ausgelaugt und als sich in Thalfingen ein schattiger Biergarten am Straßenrand fand stoppten wir spontan für eine kurze Erfrischungspause. An hier verließ der Radweg zum Glück auch die Autostraße und verlief nun bis Ulm hinein an der Donau.

Leider liegt die Ulmer JH nicht in der Innenstadt sondern - wie es bei JH häufiger der Fall ist - eher am Rande und auf der Anhöhe. Mit dem Rad in einer unbekannten Stadt nach dem richtigen Weg suchen ist ohnehin nervig, erst recht bei der Hitze. Wir hatten Glück. Als wir uns bei einem Stopp über den weiteren Weg orientierten hielt ein sicherlich schon im fortgeschrittenen Rentneralter befindlicher, aber rüstig und fit aussehender Radler an, und als wir ihm die JH als unser Ziel nannten bot er an uns dorthin zu führen. Das war natürlich ein erfreuliches Angebot und so hängten wir uns an dessen Hinterrad. Es wurde ein Tempo vorgelegt, worüber ich nur staunte. Natürlich radelten wir mit unseren bepackten Rädern nicht so locker und leicht wie unser Führer ohne Gepäck, aber mit welcher Leichtigkeit und Tempo er die fast durchgängig ansteigenden Straßen hinaufspurtete während wir mit hängender Zunge versuchten den Anschluss nicht zu verpassen, dass war schon toll. Mein Selbstwertgefühl wurde erst wieder hergestellt, als ich bei einem kurzen Stopp an einer Kreuzung feststellte, dass der hilfsbereite Mensch mit E-Bike unterwegs war. Aber er hatte uns zur JH gebracht und ohne seine Wegweisung hätten wir unsere Unterkunft ganz bestimmt noch längst nicht erreicht.

Es war 17:00 Uhr bei unserer Ankunft in der JH und wir hatten weitere 88 km auf dem Tacho. Jetzt aber wollten wir erst einmal nur unser Zimmer beziehen und eine ausgiebige Dusche genießen. Danach waren wir wieder fit und eine Stunde nach unserer Ankunft rmachten uns auf zur Haltestelle, von der aus ein Bus uns in die Innenstadt brachte. Pflichtbesuch war natürlich das Ulmer Münster, in dem gerade die Generalprobe zu einer Aufführung von Bruckners Symphonie Nr. 3 stattfand. Da Ulm im Zweiten Weltkrieg durch Bombardements stark zerstört worden war, gab es erwartungsgemäß keine echte Altstadt die zur Stadtbesichtigung einlud. So verbanden wir die Suche nach einer Gaststätte für unser Abendessen mit dem Gang durch die Innenstadt und traten später dann wieder die Rückfahrt mit dem Stadtbus an. Auf dem kurzen Wegstück von der Bushaltestelle zur JH zog rasend schnell ein heftiges Gewitter auf und nur knapp erreichten wir trocken unsere Unterkunft. Der niedergehende Regen ließ uns hoffen, dass der nächste Tag nicht wieder mit einer Hitze aufwarten würde, wie wir sie auf der heutigen Strecke nach Ulm aushalten mussten.