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Rheinsteigwanderung
Rüdesheim-Braubach

Rüdesheim - Lorch

Rheinsteigwanderung Rüdesheim - Lorch; Blick nach Rüdesheim, Bingen mit Mäuseturm, Burg Ehrenfels

Rheinsteigwanderung Rüdesheim - Lorch; Blick nach Rüdesheim,
Bingen mit Mäuseturm, Burg Ehrenfels

2013-07-17, Mittwoch
Rheinsteigetappe Rüdesheim-Lorch

Als ich an diesem Morgen auf der Terrasse vor der JH das Wetter begutachtete, war der Himmel noch mit dünnen Schleiwolken überzogen und ein angenehm  kühler Luftzug strich von der Höhe herab. Aber es war abzusehen, dass dieser Tag wieder ebenso warm werden würde wie die vorangegangenen. Möglichst früh wollte ich deshalb losgehen, aber erst war um 07:30 Uhr Frühstück angesagt. Um 08:00 Uhr aber verließ ich die JH mit minimalem Gepäck: Einer kleine Umhängetasche mit Getränkeflasche, zwei Äpfeln, Müsliriegeln, Sonnenschutzcreme und einigen weiteren Kleinigkeiten  Auf meinen Rucksack mit anderen Wanderutensilien konnte man bei den bestehenden Wetterverhältnissen getrost verzichten, und das galt auch für alle folgenden Wandertage.

Rheinsteigwanderung; Bingen und Nahemündung

Rheinsteigwanderung; Bingen und Nahemündung

Bei einem großen Rundgang am Vorabend durch Rüdesheim und die Weinberge bis zum Niederwalddenkmal hatte ich festgestellt, dass der Rheinsteig nur ca. 300 m entfernt von der JH verlief. So war an diesem Morgen die erste Wegmarkierung des Rheinsteigs schnell erreicht und nach weiteren 15 Minuten hatte ich den Aussichtstempel nahe des Niederwalddenkmals und dann auch dieses selbst erreicht. Außer mir befand sich zu dieser Morgenstunde niemand am Denkmal und die Ruhe und Stille jetzt war fast unwirklich, wenn man den sonst hier herrschenden Trubel schon erlebt hat. Einige Momente genoss ich die Aussicht, dann nahm ich endgültig die 20-km-Strecke unter die Wanderschuhe.

Der breite bequeme Waldweg führte in Richtung Jagdschloss Niederwald und kurz darauf wurde der Aussichtspunkt Rossel erreicht. Im Hang darunter findet sich die Burgruine Ehrenfels. Auf der Rossel wurde 1774 eine künstliche Burgruine errichtet und an deren Turmfuß erwartete mich eine tolle Aussicht nach Bingen mit der Nahemündung und der Rheininsel mit dem Mäuseturm. Gleich darauf empfing mich mit dem Rittersaal eine weitere Aussichtsstelle, direkt über dem Binger Loch gelegen. Auf dem Weg zum Jagdschloss Niederwald passierte ich dann die Zauberhöhle, durch deren 60 m langen dunklen Gang ich mich bis zum Rundpavillon entlangtastete. Nächste Station war das Jagdschloss Niederwald, das durch eine Seilbahn mit Assmannshausen, dem Zwischenziel dieser Etappe, verbunden ist. Über einen Serpentinenweg ging es hinunter in die Ortsmitte von Assmannshausen.

Rheinsteigwanderung; Blick nach Trechtingshausen

Rheinsteigwanderung; Blick nach Trechtingshausen

Beim Abstieg vom Jagdschloss war die bekannten Assmannshäuser Weinlage Höllenberg in mein Blickfeld gelangt und ich hatte schon vermutet, dass der Weiterweg hinauf in diese Weinlage führen würde. Meine Vermutung bestätigte sich, als ich den Wegzeichen des Rheinsteigs von der Assmannshäuser Kirche aus folgte. Es war 09:45 Uhr als mich das Rheinsteigwegzeichen zu einem aufwärts führenden engen Gässchen leitete, das mich auf einen ansteigenden schmalen Weinbergpfad entließ, der weiter ansteigend in die Weinlage Höllenberg führte. Durch die Weinlage führte nun ein asphaltierter Wirtschaftsweg, der dann auf einem Schotterweg und weiter aufwärts verlassen wurde. Mit dem Eintritt in lichten Niederwald wurde die Weinlage verlassen, der Weiterweg verlief entlang eines schattigen schmalen Felsenpfads.

Rheinsteigwanderung; Blick nach Lorch

Rheinsteigwanderung; Blick nach Lorch

Später senkte sich der Wanderweg hinab ins Speisbachtal, um dann wieder bei der Paul-Claus-Hütte die Höhe zu gewinnen. Es folgte der Wegeabschnitt durch das Naturschutzgebiet Teufelskädrich, wo der schmale Felspfad über Blockschutthalden, vorbei an Felsen und über Felsstufen verläuft. Danach fällt der Rheinsteig auf einem Schotterweg ab in das Bodental. Nach der Bachquerung an einem kleinen Teich geht es sanft wieder aufwärts und wandern wieder dem Rheinlauf zu und bald ergibt sich wieder ein herrliches Panorama am Drei-Burgen-Blick. Wegen des Bächergrundes wendet sich der Rheinsteig wieder weg vom Rhein, umläuft den Talgrund und führt dann auf einen Pfad, der wieder großzügige Ausblicke zum Rhein bietet. Mein Tagesziel Lorch liegt jetzt immer im Blickfeld und der Pfad führt durch aufgelassenen Weinbergslagen, die mit Gebüsch und Bäumen durchsetzt sind. Da ich viel früher schon kurz vor Lorch bin als ich angenommen hatte, suche ich mir ein schattiges Plätzchen für eine halbe Stunde Mittagsrast, bevor ich endgültig das Reststück nach Lorch wandere.

Eine erste Abzweigung hinunter nach dem Lorcher Bahnhof lasse ich unbeachtet, um dann die nächstfolgende zu nehmen. Diese bringt mich zur Wisperbrücke in Lorch, von wo ich am nächsten Tag meine Rheinsteigwanderung nach Kaub fortsetzen will. Um 13:15 Uhr stehe ich an der Wisperbrücke und habe meine erste Rheinsteigetappe mit einer Länge von ca. 20 km abgeschlossen. Mir verbleiben noch die 700 m zum Bahnhof Lorch, von wo aus ich um 13:42 mit dem Zug nach Rüdesheim zurückfahre. Fast noch mehr als während der gesamten Wanderstrecke spüre ich auf dem Weg vom Bahnhof Rüdesheim hinauf zur JH die Hitze dieses Tages und ich bin froh am Morgen früh gestartet zu sein.