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Radwanderung Oder-Neiße
Zittau-Zinnowitz (Usedom)

Bad Muskau-Schlaubetal

Direkt in das Regengebiet; bei CoschenImmer

Die Route führt in das Regengebiet; Coschen

2014-07-09, Mittwoch
Bad Muskau-Schlaubetal

Wesentlich freundlicher als am gestrigen Nchmittag und Abend sah der Himmel an diesem Morgen aus; zwar bedeckt, doch auch mit Lücken, aus denen die Sonne hervorschien. Für die Strecke dieses Tages schienen die Wetterbedingungen gut und da heute der längste Streckenabschnitt der gesamten Radwanderung auf uns wartete, hofften wir nicht enttäuscht zu werden. Bis nach Ratzdorf an der Einmündung der Neiße in die Oder wollten wir auf dem Oder-Neiße-Radweg verbleiben, in Ratzdorf dann aber nach Westen zum Schlaubetal abbiegen. Als Unterkunft im Schlaubetal war die Jugendherberge Bremsdorfer Mühle gebucht und bis dahin erwartete uns eine Strecke von gut 100 km.

Von unserer Unterkunft rollten wir in Bad Muskau hinunter zur Neiße und dann entlang des Flusses durch den Fürst-Pückler-Park, von dem wir am Vortag aufgrund des Regens nur wenig zu sehen bekommen hatten. Am nördlichen Parkausgang trafen wir auf den Oder-Neiße-Radweg Radweg. Dieser leitete uns am Rand der kleinen Ortschaft Köbeln entlang und später zum Hochwasserschutzdeich entlang der Neiße. Bis Forst rollten wir auf dem Asphaltband neben oder auf der Dammkrone, somit zwar nahe der Neiße, diese aber trotzdem außerhalb des Blickfelds.

Bei dieser Art es Wegeverlaufs auf oder am Hochwasserschutzdeich blieb es auf dem größten Teil des Streckenverlaufs. So war die Route zwar nicht besonders abwechslungsreich, dafür aber rollten die Räder flott dahin und nur der Gegenwind war manchmal hinderlich und leider schien sich auch das Wetter zum Schlechten zu ändern. Während im Osten die Wolken noch viel blauen Himmel durchscheinen ließen, überzog sich der Himmel in Fahrtrichtung und von Westen her immer mehr mit grau-schwarzen Regenwolken. Es dauerte nicht lange und Gewitterdonner war zu hören, die dunkle Bewölkung hing über uns und vor Ratzdorf strömte dann auch der Gewitterregen herunter. Von der Einmündung der Neiße in die Oder war nichts zu sehen, aber uns interessierte jetzt auch mehr der ins Schlaubetal führende Weg und ob und wann der Regenguss zu Ende gehen würde.

Einige Zeit harrten wir am Wegrand unter Bäumen aus, dort aber piesackten uns Stechmücken derart, dass wir das erhoffte Ende des Regens nicht abwarteten. Mit Regenkleidung ging die Fahrt weiter, tatsächlich endete der Regen bald darauf und wir hofften, unsere Fahrt ohne neue Regenfälle fortsetzten zu können. Dem war leider nicht so. Unvermittelt prasselte ein weiterer Gewitterregen auf uns nieder, weit und breit keine Unterstellgelegenheit und wir waren so schnell durchnässt, dass es sich nicht mehr lohnte die Regenhosen anzuziehen oder die Gamaschen über die Schuhe zu streifen. Trotzdem würden wir zumindest die Gamaschen übergestreift haben, wenn wir geahnt hätten, dass wir für den Rest des Tages dem Regen nicht mehr entkommen würden. Von einem Gewitterregen fuhren wir in den nächsten, es regnete nicht, es goss aus Kübeln. Einzig die Blitze blieben in einiger Entfernung von uns, zum Glück, denn unterstellen und warten bis zum Regenende ging nicht, dafür hatten wir noch ein zu großes Wegstück vor uns und die Unterkunft war fest gebucht. Wir mussten also zusehen weiterzukommen, ob Regen oder nicht.

So suchten wir unseren Weg über Neißemünde nach Neuzelle und Möbiskruge, weiter über Treppeln nach Kieselwitz in das Schlaubetal und dann zur Jugendherberge nahe dem Treppelsee. Fast ohne Unterbrechung strömte während der ganzen Fahrt der Regen auf uns herunter und in den Schuhen stand das Wasser. In Treppeln rauschte das Wasser so vom Himmel, dass wir uns unterstellen mussten. In einer offenen Garage bei zwei Autobastlern kamen wir unter. Wir waren schon spät dran und wollten die Gelegenheit nutzen um in der Jugendherberge unsere sich noch weiterter verzögende Ankunft mitzuteilen. Aber der Versuch mit dem Mobiltelefon eine Verbindung herzustellen erntete bei den beiden Einheimischen nur ein mitleidiges Lächeln. Wir erfuhren, dass im gesamten Gebiet das D1-Netz der Telekom nicht verfügbar sei und bei dem gegenwärtigen Regen auch nicht das D2-Netz von Vodafone. Tatsächlich gab es keinerlei Mobilfunkverbindungen und so mussten wir uns trotz dem unvermindert herabströmenden Regen auf den Weiterweg machen. Bei diesem Wetter vor verschlossener Jugendherberge ankommen wolten wir nicht riskieren. Glücklicherweise war die weitere Strecke ohne jede Steigung, überwiegend sogar abfallend, sodass wir trotz Regen relativ schnell vorwärtskamen. Und da ein bei Gewittern sonst häufig einhergehender Temperatursturz nicht erfolgt war, kamen wir zwar triefend nass aber nicht unterkühlt um 18:30 Uhr und nach 118 kim Fahrtstrecke an der Jugendherberge an. Dort hatten wir dann sogar noch das Glück ein Abendesssen zu bekommen.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, geduscht und umgezogen waren, konnten wir vor dem Übernachtungshaus noch gemütlich beim Bier sitzen und wir hätten sogar den Regen des Tages vergessen können, wäre nach einer kurzen Regenpause der Aufenthalt im Freien nicht erneut von einem Regenvorhang vereitelt worden. Und was das Telefonieren betraf bestätigte sich die Erfahrung aus Treppeln: Keine Verbindung möglich.