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Radwanderung Oder-Neiße
Zittau-Zinnowitz (Usedom)

Görlitz-Bad Muskau

Fachwerkkirche in Pechern, Oberlausitz

Fachwerkkirche in Pechern, Oberlausitz

2014-07-08, Dienstag
Görlitz-Bad Muskau

Hatten wir die Beinmuskel gestern beim Pflaster treten in der Stadt gefordert, so sollte dies heute beim Radfahren geschehen. Die Strecke Görlitz-Bad Muskau stand auf dem Plan und ein so ausgedehntes Frühstück wie gestern konnte es deshalb nicht geben. Es war noch nicht einmal 09:00 Uhr, als wir die Jugendherberge in Görlitz verließen. Die Sonne strahlte aus einem wolkenlosen Himmel und ließ uns wieder einen heißen Tag erwarten.

Dass der Radweg ab Görlitz nicht wie erhofft am Neißeufer entlang verlief, hatten wir am Vortag schon erkundet. Wir schlugen deshalb den Weg zur Nikolaikirche ein, an der wir beim gestrigen Besuch des Heligen Grabes vorbei gekommen waren. Hier ging es steil aufwärts und entlang des Nikolaifriedhofs hinauf zur Höhe, die wir an einer kleinen Siedlung erreichten. Ein ganzes Stück entfernt von der Neiße, dafür aber mit weiter Sicht in das Land, ging es von dort an weiter. Die A4 wurde kurz vor Ludwigsdorf unterquert, der Ort dann durchfahren und weiter radelten wir über Ober-Neundorf, Zodel, Deschka und Nieder-Neundorf in Richtung Rothenburg.

Der Radweg auf dieser Strecke verläuft fast vollständig abseits der Neißeund führt über kleine Land- und Nebenstraßen, auf denen uns kaum ein Fahrzeug begegnete. Begleitet wird die Strecke meist von ausgedehnten Ackerflächen und Wiesen, eingerahmt durch Wälder oder unbehinderte Blicke in die Ferne gewährend. Insgesamt eine ruhige und erholsame Strecke, unspektakulär aber nicht langweilig.

Gegen 11:30 Uhr erreichten wir das kleine Städtchen Rothenburg. Angesichts der drückenden Schwüle versorgten wir uns dort mit Getränken und suchten uns anschließend ein Plätzchen zur Mittagsrast. Diese aber fiel kürzer aus als geplant, denn bald war aus der Ferne grollender Donner zu vernehmen und am Horizont verdunkelte sich der Himmel immer mehr. Noch etwa die Hälfte der Tagesstrecke lag vor uns und wir hofften diese Strecke trocken hinter uns zu bringen. Übergroße Eile war nicht angesagt, aber so ruhig und gemütlich wie bisher trödelten wir auch nicht weiter. Immerhin blieb der Himmel vor uns überwiegend blau, wenn sich auch immer mehr Wolken zeigten.

Die Radroute verlief wieder öfters nahe der Neiße, wobei diese sich allerdings meistens weiterhin den Blicken entzog, andere Streckenabschnitte führten abwechslungsreich durch Nadelwald. Auch auf den Waldstrecken war der Radweg erstklassig ausgebaut und asphaltiert. Aber die bestausgebaute Strecke verhindert keinen Unfall, wenn man unaufmerksam ist. Nebeneinander fahrend und sich unterhaltend passte ich nicht auf und geriet auf den feuchten Grasstreifen neben dem Radweg. Auf dem Absatz zwischen Belag und Randstreifen rutschte das Vorderrad weg und ich stürzte nach rechts auf den Radweg. Hautabschürfungen am rechten Knie und Ellenbogen waren das Ergebnis, zwar blutend, aber nicht weiter schlimm. Wie stark ich mir beim Aufprall aber die rechte Schulter geprellt hatte merkte ich ein paar Stunden später, und ein schmerzender Oberarm erinnerte mich auch nach einigen Wochen noch daran. Trotzdem war der Sturz insgesamt sehr glimpflich ausgegangen und der Erste-Hilfe-Inhalt im mitgeschleppten Packbeutel fand seine Anwendung.

Die restliche Strecke nach Bad Muskau verlief ohne weiteren Zwischenfall. Je näher wir allerdings unserem Ziel kamen, desto mehr näherte sich die Regenfront. Gegen 14:00 Uhr waren wir am Ortseingang und es hatte den Anschein als würde uns der Regen noch erwischen, bevor wir unsere Unterkunft erreichen würden, denn diese lag am anderen Ortsende von Bad Muskau. Doch wir gewannen gegen den aufkommenden Regen, der setzte aber ein, unmittelbar nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten.

Nicht lange, aber umso heftiger, ging der Regenguss nieder und wir konnten nur hoffen, den restlichen Nachmittag vor weiterem Regen verschont zu bleiben. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg in den Ort und zu dem von Fürst Pückler angelegten Landschaftspark. Fernes Donnergrollen und ein sich verdunkelnder Himmel kündigten weiteren Regen an. Der setzte dann auch bald ein und früher als geplant mussten wir die Parkbesichtigung abbrechen und in ein Gasthaus einkehren. Nur kurze Unterbrechungen gab es zwischen den einzelnen Schauern und auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft erwischte uns der Regen an diesem Tag dann doch noch.