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Mit Rad und Wanderschuh

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Radwanderung
Oder-Neiße (Zittau-Zinnowitz (Usedom)

Allgemeine Infos

Im Oderbruch

Im Oderbruch

Private Gründe hatten im vergangenen Jahr dazu geführt, dass wir unsere gewohnte Radtour nicht durchführen konnten. Doch für 2014 hatten wir uns wieder eine Radwanderung vorgenommen und diese war für Anfang Juli vorgesehen. Joachim hatte den Oder-Neiße-Radweg von Zittau nach Zinnowitz (Usedom) vorgeschlagen und damit -vor allem wegen des Ziels Usedom- sofort meine Zustimmung gefunden. Er hatte auch die Detailplanungen zur Strecke und der Zimmerreservierungen ausgearbeitet. Beim geplanten Routenverlauf war unsere bevorzugte Übernachtungsmöglichkeit in einer Jugendherberge nur an wenigen Orten vorhanden, und wir mussten öfter als bei anderen Touren auf Privatquartiere ausweichen. Dabei zeigte sich wieder, wie notwendig eine frühzeitige Reservierung ist, ganz besonders natürlich auf Usedom.

Absolut erstklassig war der Ausbau und die Beschilderung des Oder-Neiße-Radwegs. Auf der gesamten Strecke gab es keine Situation, wo die Wegführung Zweifel aufkommen ließ. So mussten wir die mitgeführten Karten und Führer nie nutzen um die Wegführung zu klären. Sinnvoll aber ist die MItnahme von Kartenmaterial natürlich trotzdem, schon um unterwegs einen Überblick zum aktuellen Standort zu erhalten. Der Radweg selbst ist zu mehr als 90 % asphaltiert, verläuft weit überwiegend auf eigener Radwegtrasse, auf Wirtschaftswegen und untergeordneten Landstraßen, auf denen uns kaum Fahrzeuge begegneten. Dazu gibt es praktisch keinerlei Steigungen - damit aber leider auch keine Abfahrten. Beim Auf- und Ab auf Usedom zwischen Heringsdorf und Zinnowitz gab es gefühlt mehr Höhenmeter, als auf der gesamten übrigen Strecke.

Als schönsten Streckenabschnitt empfand ich den von Zittau nach Görlitz. Dort ist man dem Fluss am nächsten, fast ständig radelt man unmittelbar am Ufer entlang, eine Wegführung, die später auf weite Strecken nicht mehr zutrifft. Zwar ist man auch dann oft in Flussnähe, zu sehen ist dieser aber nur selten. Das gilt auch auf den kilometerlangen Abschnitten, die auf oder neben dem Hochwasserschutzdeichen geführtwerden. Trotzdem aber sind auch die abseits vom Fluss verlaufenden Streckenteile durch die Feld und Wiesenlandschaften mit kleinen Gemeinden und abseits liegenden Höfen und Häusern reizvoll und abwechslungsreich.

Nicht befahren haben wir den Abschnitt zwischen Ratzdorf (Neißemündung), wo wir zu einer Schleife in das Schlaubetal abbogen, um dann bei Frankfurt/Oder wieder auf den Radweg Oder/Neiße zu treffen. Eine Routenänderung gab es auch wegen ausgefallener Fährverbindung Ueckermünde-Kamminke. Als Alternative nutzten wir die Fähre nach Swinemünde , von wo aus wir unser Endziel Zinnowitz ansteuerten.

Damit wir bei der Anreise zum Startort und bei der Rückfahrt von Zinnowitz das Wochendendticket der Bahn nutzen konnten, erfolgten Hin- und Rückfahrt an einem Samstag. Das Ticket kostete 46,-- Euro, dazu 10 Euro für die beiden Räder. Da uns das Wochenendticket auf die Benutzung von Regionalzügen beschränkte, waren wir auf der Strecke Weilburg-Zittau über 10 1/2 Stunden unterwegs mit fünf Umstiegen. Die Fahrt Zinnowitz-Weilburg erforderte fast 13 Stunden mit 6 Umstiegen. Immerhin waren die Züge pünktlich, bzw. die Verspätung so gering, dass wir alle Anschlusszüge erreichten.

Wie immer hatten wir alle Übernachtungen im Voraus gebucht. In den Jugendherbergen zahlten wir je Person/Übernachtung mit Frühstück zwischen 25,-- Euro (Görlitz und Ueckermünde) und 32,50 Euro (jugendgästehaus Prenzlau), in den Privatunterkünften 20,-- Euro (Olbersdorf/Zittau und 36 Euro (Zinnowitz).

Unsere Route sah folgendermaßen aus:

Insgesamt waren wir 590 km geradelt. Für neun Radfahrtage nicht gar zuviel. Tatsächlich wären aufgrund der guten Beschilderung und des sehr guten Ausbaus längere Tagesetappen möglich gewesen. Aber auf viele Kilometer kam es uns nicht an. Wichtiger war die Möglichkeit einer entspannenden Radfahrt, gemütliche Pausen zur Rast und frühe Ankunft am Zielort, um die Umgebung zu erkunden.

Bemerkenswerte Steigungen hatten wir nicht zu überwinden. Während unserer zwei Wochen hatten wir weitaus mehr Probleme mit brütender Hitze. Nach den ersten vier angenehmen Tagen hatten wir bis zum Schluss Temperaturen um 30 bis 35 Grad. Auf Kartenmaterial verzichten kann man getrost auf dem Donauradweg mit seiner sehr guten Beschilderung und dessen Verlauf am Strom. Ansonsten ist gutes Kartenmaterial angesagt, ein Hinweisschild ist schnell übersehen. Lange suchen mussten wir in Ismaning nach dem Einstieg in den Sempt-Isen-Radweg.

Wettermäßig hatten wir es gut getroffen, allerdings hatte es uns ausgerechnet während der längsten Tagestour von Bad Muskau ins Schlaubetal hart erwischt. Ab Mittag fuhren wir von einem Gewitterregen in den nächsten; es goss wie aus Kübeln und in den Schuhen stand das Wasser. Am nächsten Tag erwischte uns nochmals ein kurzer Schauer, wir konnten dessen Ende aber in einer Unterstellmöglichkeit abwarten. An den Übernachtungsorten Bad Muskau und Frankfurt/Oder kam es zu Regenschauern am späten Nachmittag und Abend; alle übrigen Tage glänzten mit herrlichstem Wetter und ganz besonders an der Ostsee konnten wir den Aufenthalt bei bestem Badewetter genießen.