Logo

Mit Rad und Wanderschuh

www.rad-und-wandern.de

Home/Tourauswahl Inhaltsverzeichnis Gästebuch Kontakt Impressum Links Weilburg-Site

Valid XHTML 1.0!

Radwanderung Oder-Neiße
Zittau-Zinnowitz (Usedom)

Ueckermünde-Zinnowitz

Im Stadthafen von Swinoujscie (Swinemünde)

Im Stadthafen von Swinoujscie (Swinemünde)

2014-07-16, Mittwoch
Ueckermünde-Zinnowitz (Usedom)

Am heutigen Tag stand die letzte Etappe unserer Radwanderung von Zittau an der Neiße nach Zinnowitz auf der Insel Usedom an. Eine längere und anstrengende Radstrecke für dieses letzte Streckenstück erwarteten wir nicht, sondern zumindest bis zur Ankunft in Świnoujścied (Swinemünde) erst einmal eine schöne Seefahrt. Das Wetter sah an diesem Morgen auch danach aus, als würde ein richtiger Schönwettertag auf uns warten. Bester Dinge brachen wir deshalb nach dem Frühstück in Bellin an der Jugendherberge auf und radelten die wenigen Kilometer von dort zum Liegeplatz des Schiffes, das um 10:00 Uhr ablegen und uns nach Swinemünde bringen sollte.

Da ich ungern unter Zeitdruck unterwegs bin und lieber viel zu früh eintreffe als pünktlich, hatte ich auch heute wieder ein wenig zur frühzeitigen Abfahrt gedrängt. Es war deshalb noch nicht einmal 09:30 Uhr, als wir an der Ablegestelle eintrafen. Aber wir waren dort keineswegs die Ersten und der Großteil der Anwesenden und der noch folgenden Schiffspassagiere waren Radwanderer nach Usedom, nur eine Minderheit schien einen Tagesausflug nach Swinemünde zu unternehmen. Einige der Radler hatten ursprünglich wohl auch die Fähre nach Kamminke nehmen wollen, deren geplante Überfahrt um 08:00 Uhr hatte erfolgen sollen, wegen zu niedrigen Wasserstands aber wieder ausgefallen war.

Immer mehr Radler fanden sich ein und für den Verladevorgang befürchtete ich schon ein kleineres Chaos. Als es dann aber soweit war, ging alles viel schneller und geordneter vor sich als erwartet. Nachdem unsere Räder und Gepäcktaschen verstaut waren fanden wir noch freie Plätze auf dem Oberdeck, und da die Sonne schon angenehm wärmte, machten wir es uns dort gemütlich.

Pünktlich um 10:00 Uhr legte das Schiff ab und fuhr über die Ueckermündung am Haffbad in das Stettiner Haff ein, das glatt  und ruhig wie ein stillstehendes Binnengewässer lag. Die Fahrt verlief erst nordwärts, dann folgte ein Kurswechsel nach Osten und später nahm das Schiff Kurs auf die Einfahrt des Pialowskikanals. Die lange Kanalfahrt endete im Stadthafen von Swinemünde, wo das Schiff um 12:30 anlegte.

Nachdem wir unsere Räder wieder in Empfang genommen und die Gepäcktaschen befestigt hatten stellte sich die Frage, welche Richtung nach dem Grenzübergang zwischen Swinemünde und Ahlbeck einzuschlagen sei. Als dann aber eine Gruppe Radwanderer an uns vorbeiradelte und wir den Eindruck hatten, dass deren Ziel Ahlbeck und die Ostseeküste sein könnte, beschlossen wir deren Fahrtrichtung aufzunehmen. Tatsächlich trafen wir an einer großen Durchgangsstraße bald auch auf die Autowegweisung nach Ahlbeck und zum Grenzübergang. Dass wir uns dem Grenzübergang näherten, darauf deutete einzig der langezogene Polenmarkt entlang der Straße, dann hatten wir die Grenze schon passiert, waren auf dem Ostseeküstenradweg und fuhren Ahlbeck entgegen.

Wir hatten uns auf dem entlang der Swinemünder Chaussee verlaufenden Radweg noch nicht einmal warm gefahren, da war Ahlbeck schon erreicht. Eine bestens ausgebaute, großzügige Strandpromenade nahm uns auf. Viel Trubel, wie erwartet, aber wir hatten es nicht eilig. Mit tollem Blick zum Strand und zur See, an der linken Seite die Bauten der Seebäderarchitektur, strahlender Sonnenschein, es war alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Eigentlich wäre jetzt auch eine Mittagspause fällig gewesen, aber dafür war uns der Trubel in den Cafés und Restaurants zu groß, und abgesehen davon, wirkte Ahlbeck auf mich uum einiges zu mondän und abgehoben.

Wir fuhren deshalb auf der Seepromenade weiter nach Heringsdorf. Ebenfalls herrlich an der Ostsee gelegen, wirkte es auf mich nicht ganz so abgehoben wie Ahlbeck. In Heringsdorf allerdings schienen Vorbereitungen für eine Veranstaltung im Gange zu sein, sodass die Promenade nicht vollständig zur Verfügun stand und ein Weiterkommen nur mit Räder schieben möglich war. Wir verschoben die Mittagsrast deshalb und fuhren weiter nach Bansin.

Bisher war der Küstenradweg so verlaufen wie wir erwartet haten: Gut ausgebaut, flach und immer die Ostsee im Blick. Und so erwarteten wir auch die Fortsetzung des Radwegs bis Zinnowitz. Doch dieser ideale Radwegverlauf änderte sich gravierend nach Bansin. Von dort an verlief die Fahrt im küstennahen Nadelwald auf größtenteils unbefestigten Wegstücken. Dazu kamen einige Anstiege, zwar nicht lang, aber trotzdem oft unangenehm zu fahren, besonders dann,, wenn Gepäcktaschen am Rad hängen. Zumindest gefühlt addierten sich die Höhenmeter auf dieser Strecke zu einer größeren Summe, als auf der gesamten Strecke von Zittau bis Swinemünde. Objektiv betrachtet ist die Strecke sicherlich nicht so anstrengend wie wir sie an diesem Tag empfanden. Aber es war die letzte Etappe unserer Radtour und wir hatten uns auf einen gemütlichen Tag mit nur kurzer Radstrecke eingestellt, anstrengungslos entlang der Küste radelnd, auf schön befestigten Promenaden oder Deichwegen. Ohne diese Erwartungshaltung und besser informiert über den Streckenverlauf würde ich den Weg eher als interessant, abwechslungsreich, naturnah und mit einigen kurzen Anstiegen und Abfahrten versehen beschreiben. Wir waren jedenfalls froh, als wir einige Kilometer hinter Bansin auf eine kleine Waldgaststätte trafen. Wir nutzten diese willkommene Gelegenheit für eine späte Mittagsrast, hatten uns doch die Streckenbeschaffenheit und auch die für hochsommerliche Temperaturen sorgende Sonne gehörig zum Schwitzen gebracht.

Während er Rast hatten wir unseren Frust über den so nicht erwarteten Streckenverlauf abgebaut und mit dem Wissen, dass wir den größten Teil der Strecke hinter uns hatten, fuhren wir weiter. Der eine oder andere unangenehme Streckenabschnitt erwarte uns noch, aber längere Abschnitte verliefen  auch auf festem Untergrund, einige Kilometer entlang von Camping- und Wohnwagenplätzen. Vor Zinnowitz ging es dann noch eine Strecke auf der Deichkrone weiter, kurz darauf befuhren wir schon die Strandpromenade von Zinnowitz. Diese brachte uns direkt zur Seebrücke und zum Zentrum. Um 16:00 Uhrund ca. 36 km Radstrecke ab Swinemünde standen wir am Ostseebadestrand in Zinnowitz, unserem Ziel auf Usedom, zu dem wir in Zittau gestartet waren. Jetzt brauchte das Wetter an den nächsten beiden Tagen nur noch so zu sein wie heute am Ankunfsttag, dann wäre alles bestens.

Nach kurzem Stopp an der Seebrücke rollten wir auf den Rädern die kurze Strecke zu unserer Unterkunft. Diese lag in einer Seitenstraße, aber im Zentrum. Doppelzimmer mit Dusche und WC, Zimmer sauber, relativ klein, aber ausreichend. Frühstück wäre auch ok gewesen, aber bei der Ankunft hieß es gleich, es gibt je Person zwei Brötchen; die Brötchenart konnte man wählen. Wir waren darüber so verblüfft, dass wir gar nicht daran dachten nachzufragen, ob evtl. auch ein drittes Brötchen möglich sei. Und wie wir am Frühstückstisch feststellten, fand sich am Büffett nicht einmal eine zusätzliche Scheibe Brot. Ansonsten waren die Beilagen durchaus ok, aber die Festlegung auf zwei Brötchen war uns bisher noch nie untergekommen.

Wir räumten die Gepäcktaschen aus, duschten und waren schon bald nach der Ankunft wieder auf dem Weg zum Strand. Es folgte eine lange Strandwanderung, wir ließen uns auf der Seebrücke den lauen Sommerwind um die Nase wehen und trieben einige Zeit im Trubel der Promenade und des Zentrums umher. Später suchten wir eine Gaststätte, tafelten auf der Terrasse und genossen den herrlichen Sommerabend an der Ostsee.