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Radtour neue Bundesländer

Magdeburg-Milow

Foto, Fahrradpanne, Joachim beim Luft pumpen

Bei der Abfahrt in Magdeburg: Luft pumpen half leider nicht, Schlauch flicken war angesagt

2005-05-07, Samstag
Magdeburg-Milow

Foto, Teilstück auf dem Elberadweg

Kurz nach Magdeburg: Unser letztes
Teilstück auf dem Elberadweg

Folgten die bisherigen Streckenabschnitte immer den bekannten Radwanderwegen entlang der Saale bzw. Elbe, so hatten wir für den heutigen Tag keinen durchgängigen Radweg zu erwarten. Wir rechneten also mit häufigeren Stopps zur Orientierung und da wir die Strecke nach Milow auch nicht als die kürzeste der Gesamttour einschätzten, waren wir an diesem Morgen noch etwas früher fahrfertig als sonst. Um 08.30 Uhr schoben wir die bepackten Räder aus der Jugendherberge und schwangen uns auf die Sättel.

Aber wir kamen keine 10 m weit - der Hinterreifen von Joachims Fahrrad hatten einen Platten. In der Hoffnung, dass sich vielleicht nur das Ventil gelockert hätte, wurde erst einmal nur aufgepumpt. Aber eine kurze Belastungsprobe zeigte, dass das nicht reichte und der Schlauch geflickt werden musste. Da wir uns noch vor der Jugendherberge befanden, brachten wir die Räder ins Foyer, um dort den Schaden zu beheben. Tatsächlich fanden wir nach einigem Suchen auch ein winziges Loch im Schlauch und hofften nach der Flickarbeit nur, dass der Schlauch auch die Luft halten würde. Nach einigen Proberunden schien das der Fall zu sein und wir starteten erneut. Der Zwangsaufenthalt hatte uns zwar eine Stunde gekostet, aber wir trösteten uns schnell mit der Ansicht: Wenn schon eine Reifenpanne, dann lieber am Abfahrtsort als unterwegs im Gelände.

Für die ersten Fahrtkilometer war noch die Benutzung des Elberadwegs geplant. Die richtige Zufahrt fanden wir zwar nicht auf Anhieb, aber als dann endlich ein Schild den richtigen Weg wies, ging es flott auf schöner Trasse Richtung Norden. Nach verlassen des Elberadwegs suchten wir unseren Weg über Nebenstraßen und Wirtschaftswege nach Burg, wo wir auch unseren Tagesproviant an Wasser und Obst einkauften. In Burg holte uns auch wieder einmal ein Regenschauer ein, dem wir im Schutz einer Bushaltestelle zu entgehen suchten. Leider blieb der Himmel aber grau und der Regen fiel weiter, wenn auch nicht allzu stark. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Regenkleidung überzuziehen, denn wir hatten schließlich noch einige Kilometer vor uns. Kurz darauf hörte der Regen aber doch auf und die Regensachen konnten wieder eingepackt werden; allerdings blieb es kalt und windig.

Foto, Sandstrecke auf der Fahrt nach Milow

Abseits von Elbe und Havel werden
die Sandwege immer häufiger

Bis zum nächsten Etappenziel, der Stadt Genthin, war die einzig sinnvolle Verbindung die Bundesstraße 1, da mögliche Nebenstraßen zu viele Umwege bedeutet hätten. Zwar war die Bundesstraße in Richtung Genthin dann doch nicht ganz so stark befahren wie wir befürchtet hatten, trotzdem war es mit dem Fahrrad am Straßenrand kein Vergnügen. Als sich uns deshalb die Möglichkeit bot, schwenkten wir auf den Radrundkurs Altmark ein, auf dem wir abseits der Bundesstraße Genthin erreichten. Dieser Radrundkurs war zum größten Teil gut fahrbar, es gab aber auch einige unbefestigte Abschnitte, auf denen wir uns im lockeren Sand anstrengen mussten.

Ab Genthin tasteten wir uns von Ort zu Ort über Landstraßen und Nebenstraßen in Richtung Milow nach Norden vorwärts. Durchweg waren hier aber die Nebenstraßen toll ausgebaut, nur selten begegneten uns Autos und wir konnten die Räder ordentlich laufen lassen. Einzig störend war der stetige Wind, der uns auf dem weiten flachen Land ungehindert ins Gesicht blies.

Foto, die ''Berge'' (ca. 120 m) bei Milow

Die "Berge" (ca. 120 m) bei Milow

Wir waren froh, als der Milower Berg und der daran angrenzende Vieritzer Berg auftauchten und wir damit unser Ziel nahe wussten. Es war 18.00 Uhr und der Fahrradtacho zeigte 85 Tageskilometer an, als wir die Jugendherberge erreicht hatten. Dort war gerade Essenszeit und auf der breiten Außentreppe wurde in einem großen Kessel über offenem Feuer Gulasch zubereitet. Ein Riesentrubel herrschte im Speisesaal - die Jugendherberge war ziemlich ausgebucht. Joachim und ich hatten aber wieder das Glück für uns alleine in einem Vierbettzimmer unterzukommen. Da störte es auch nicht, dass sich das Zimmer im Dachgeschoss befand, die Toilette ein Stockwerk tiefer und die Duschen im Keller. Es war eine echt rustikale Jugendherberge, ich fand sie trotzdem ganz angenehm.

Große Lust noch einen Rundgang zu unternehmen hatten wir nach dem Duschen nicht mehr. Es reichte gerade noch für den Gang in eine Gaststätte, wo wir ein ordentliches Abendessen erhielten. Beim Bier legten wir dann noch die endgültige Route für die Weiterfahrt nach Berlin am nächsten Tag fest. Satt und müde ging es dann in die Jugendherberge und dort schnellstens in die Betten.