Logo

Mit Rad und Wanderschuh

www.rad-und-wandern.de

Home/Tourauswahl Inhaltsverzeichnis Gästebuch Kontakt Impressum Links Weilburg-Site

Valid XHTML 1.0!

Radtour neue Bundesländer

Quedlinburg

Foto, Blick über die Dächer von Quedlinburg

Blick über die Dächer von Quedlinburg

2005-05-05, Donnerstag
Quedlinburg

Foto, der Marktplatz in Quedlinburg

Am Markt in Quedlinburg

Heute gab es einen Tag Pause für unsere Räder, denn es war ein Stadtbesuch in Quedlinburg geplant und für die Fahrt dorthin wollten wir die Bahn nutzen. Wir hatten uns zu der Bahnfahrt entschlossen, da Quedlinburg so weit abseits von unserer Strecke (Bernburg-Quedlinburg ca. 50 km) lag, dass uns der Abstecher dorthin bzw. eine Fahrt über Quedlinburg, mindestens einen zusätzlichen Tag gekostet hätte, ohne dass soviel Zeit zur Stadtbesichtigung geblieben wäre, wie wir uns wünschten.

Der Bernburger Bahnhof liegt eine gute halbe Stunde Fußweg von der Jugendherberge entfernt, so dass wir uns trotz der morgendlichen Kühle auf dem Weg dorthin warm laufen konnten. Unterwegs begegneten wir schon einer große Anzahl kleiner und großer Gruppen, die mit Rädern oder zu Fuß, aber immer mit viel flüssigem Proviant, zum Vatertagsausflug unterwegs waren. Wir dagegen waren froh, bei dem kühlen Wetter heute mit der Bahn zu fahren.

Erwartungsgemäß war der Schalter am Bahnhof nicht besetzt, aber zum Ausgleich gibt es ja Automaten. Deshalb war es auch gut, dass wir schon weit vor der für 10.10 Uhr geplanten Abfahrt am Bahnhof waren. So hatten wir ausreichend Zeit, um uns mit den zwei dort aufgestellten Fahrkartenautomaten zu beschäftigen, damit wir ein "Sachsen-Anhalt-Ticket" kaufen kaufen konnten. Mit diesem Ticket dürfen bis zu 5 Personen an Werktagen und Wochenfeiertagen für 22,-- Euro die Bahnstrecken in Sachen-Anhalt befahren. Gegenüber dem normalen Preis für Hin- und Rückfahrt sparte uns dieses Ticket mehr als 5 Euro.

Foto, Blick zum Quedlinburger Markt

Blick zum Quedlinburger Markt

Bis es soweit war und wir die Fahrkarte in der Hand hielten, verging eine geraume Zeit und die Barzahlung an einem Automaten klappte überhaupt nicht, zwei Euro behielt der Automat ein. Nach einigen Fehlversuchen funktionierte dann aber wenigstens die Ausgabe am zweiten Automaten unter Benutzung einer ec-Karte. Tatsächlich kamen wir so noch rechtzeitig vor der Zugabfahrt in den Besitz des Fahrscheins und erreichten, nach Umsteigen in Alsleben, sogar pünktlich um 11.10 Uhr Quedlinburg.

Da wir die Teilnahme an einer Führung erst für 14.00 Uhr vorgesehen hatten, blieb uns noch einige Zeit für einen Streifzug durch Quedlinburg, dessen Altstadt mit Schlossberg und Stiftskirche im Dezember 1994 von der UNESCO in die Liste des Welt- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen worden war. Nach dem fast zweistündigen Erkundungsgang hatten wir uns eine kleine Pause verdient und fanden auch einen Platz auf der Terrasse eines Cafés, wo wir uns in der Sonne aufwärmten. Denn zwischenzeitlich hatte zwar die Sonne weit gehend die Wolken vertrieben, aber es wehte ein kalter, ungemütlicher Wind.

Ausgeruht und gestärkt ging es dann ab 14.00 Uhr unter sachkundiger Führung durch die Stadt, die etwa 1.200 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten auf ihrem mittelalterlichen Grundriss beherbergt. Über den Finkenherd, wo nach der Sage die Übergabe der Königskrone von dem in Weilburg verstorbenen König Konrad I. an Heinrich von Sachsen erfolgt sein soll, ging es auf den Schlossberg, wo die fast zweistündige Führung endete.

Foto, alte Gasse in Quedlinburg

In einer der alten Gassen Quedlinburgs

Wir blieben noch einige Zeit auf dem Schlossberg und genossen die Aussicht, um dann langsam durch die Straßen der Altstadt wieder zurück zum Marktplatz zu schlendern und später zum Bahnhof. Von dort fuhren wir um 18.35 Uhr über Halbersleben und Aschersleben nach Bernburg zurück.

An allen Bahnhöfen herrschte ein Betrieb, wie am Frankfurter Hauptbahnhof zur Rushhour, denn in Massen kehrten die gestressten Vatertagsausflügler von ihren Touren zurück. Viele waren ganz traditionell mit Gehrock, Zylinder und Blumensträußchen ausgestattet, alle mit einer prachtvollen Fahne und bester Stimmung, wenn auch angeschlagen.

Wir freuten uns auf einen schönen Abschlussabend mit einigen erfrischenden Gläsern Bier und gutem Essen. Daraus sollte aber nichts werden, denn wir fanden in Bernburg nur geschlossene Gaststätten und einen Bierstand, der gerade dicht machte. Eine Gaststätte in der Nähe der Jugendherberge war zwar noch von Gruppen umlagert, aber es gab kein Essen mehr und keine Getränke. Einzig an einem Imbissstand konnten wir noch frittierten Fisch und mit Fisch belegte Brötchen erhalten; das Bier war aber auch dort ausverkauft. Immerhin mussten wir wenigstens nicht mit leerem Magen in die Jugendherberge und der Abend wurde auch nicht so lange, wie es bei geöffneter Gaststätte leicht hätte geschehen können. Wir konnten also in Ruhe unsere Radtaschen ordentlich packen und alles für die Abfahrt am nächsten Tag ordnen.