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Radtour neue Bundesländer

Weimar-Naumburg

Foto, roter Nahverkehrszug durchquert von Bäumen umstandenes blühendes Rapsfeld

Ein Dreiklang der Farben

2005-05-02, Montag
Weimar-Naumburg

Foto, von alten Obstbäumen gesäumte Landstraße

Landesweit viele alte Obstbäume

Nach dem Anreisetag und dem Besichtigungstag in Weimar ging unsere Radtour heute erst richtig los. Wir erwarteten keine allzu problematische Strecke, da unsere Route mit dem Verlauf der Ilm und anschließend durch die Saale vorgegeben war. Auch die Streckenlänge war moderat, bei unserer Ankunft in Naumburg hatten wir 61 km zurückgelegt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir kurz nach 08.30 Uhr. Die Sonne meinte es schon sehr gut und ein heißer Tag schien uns zu erwarten. Noch bevor es richtig los ging stoppten wir in Weimar am ersten Lebensmittelladen und versorgten uns mit Wasser und Obst. Dann endlich ging es direkt in den Park an der Ilm und entlang des Flussufers auf dem Ilm-Radweg flussabwärts.

Der landschaftlich schön geführte und gut fahrbare Weg zog sich teils nahe dem Ilmufer, teils oberhalb des Flusses dahin, querte gelb gesprenkelte Löwenzahnwiesen oder wurde von knallig gelben Rapsfeldern und blühenden Obstbäumen begleitet. Hin und wieder ging es durch kleine Ortschaften und kurze Wegstrecken führten auch über ruhige Nebenstraßen.

Meist war die Streckenführung deutlich gekennzeichnet, Als jedoch in Sichtweite des Ortes Großheringen der Ilm-Radweg endete und wir auf den Saale-Radweg wechselten geschah es, dass wir die falsche Richtung einschlugen. Der Sonnenstand ließ uns aber schnell erkennen, dass wir uns südwärts statt nach Norden bewegten und so wurde es kein allzu großer Umweg.

Foto, Silhouette von Naumburg

Naumburg ist fast erreicht

Wieder auf dem richtigen Weg kamen wir nun auch zur Saale, die in Großheringen überquert wurde. Unser nächstes Ziel war Bad Köthen, in dessen Kurpark wir eine verspätete Mittagsrast hielten. Am Kurparkweiher unter schattigen Bäumen waren wir froh, für einige Zeit nicht mehr in der Sonne radeln zu müssen, denn seit dem Morgen war es von Stunde zu Stunde wärmer geworden und die Sonne brannte immer stechender vom Himmel. Hätten wir allerdings geahnt, wie kalt es in den nächsten Tagen werden würde, wir wären sicherlich dankbarer für die Wärme gewesen.

Da wir nur noch ca. 10 km bis Naumburg hinter uns bringen mussten, beeilten wir uns nicht gar zu sehr mit der Weiterfahrt und es war schon nach 14.30 Uhr, als wir das letzte Wegstück angingen. Tatsächlich kam auch bald die Silhouette Naumburgs mit ihrem Dom ins Blickfeld. Der Weg durch die Stadt brachte uns dann aber noch einmal gehörig zum schwitzen. Baustellen mit aufgerissenen Straßen, Sperren und Umleitungen nötigten uns mehrmals zum Schieben und auch der Weg zur Jugendherberge musste öfters erfragt werden. Diese lag am entgegengesetzten Ende und schon fast außerhalb der Stadt auf einer Anhöhe. Es wurde ein schweißtreibendes und Zeit raubendes Wegstück, bis wir die Jugendherberge endlich erreicht hatten.

Foto, restaurierter Erker an einem Altstadtgebäude in Naumburg

Viele schön restaurierte Häuser

Das alles war aber wieder vergessen, als wir unser Zweibettzimmer bezogen hatten und unter der Dusche waren. Dann ging es unverzüglich in die Stadt und deren Dom.

Am Dom aber erwartete uns eine herbe Enttäuschung: Der Zugang wurde um 18.00 Uhr geschlossen und bis dahin waren es nur noch 15 Minuten. Keine Chancen also für eine Besichtigung. Was blieb, war ein Streifzug durch die Innenstadt, bei dem wir dann aber auch viele sehenswerte und aufwändig restaurierte Gebäude entdeckten.

In einem Lokal angebotene rote Fassbrause weckte in mir Erinnerungen an viele Sommerferienaufenthalte vor über 40 Jahren in der DDR. Klar, dass ich die Fassbrause kosten wollte. Und da es ohnehin Zeit zum Abendessen war, Stühle und Tische im Freien einluden, war eine weitere Gaststättensuche in der immer noch zunehmenden Schwüle unnötig. Die Fassbrause war im übrigen noch genauso süß und klebrig wie in meiner Erinnerung. Sie war aber auch eiskalt und schmeckte herrlich.

Auf dem Rückweg zur Jugendherberge legten wir noch einen kurzen Stopp am Markt für einen Schlummerdrunk ein, dann ging es endgültig zu unserer Schlafstelle.