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Radtour neue Bundesländer

Weimar

Foto, Schiller und Goethe als lebensgroße Standbilder auf einem Balkon

In Weimar noch immer allgegenwärtig

2005-05-01, Sonntag
Weimar

Der heutige Tag war ganz der Stadt Weimar gewidmet. Das herrliche Wetter hatte uns schön früh aus den Betten getrieben und wir waren schon vor 08.30 Uhr unterwegs. Um 10.00 Uhr war am Rathausplatz Beginn einer Stadtführung und bis dahin wollten wir noch ein wenig umherstreifen. Da die Jugendherberge nahe dem Historischen Friedhof liegt, führte uns der Weg erst dorthin und dann weiter zum Park an der Ilm. Dieser Landschaftspark, hervorgegangen aus Anlagen der Renaissance, die später im barocken Stil umgestaltet wurden, entstand zwischen 1798 und 1828 unter maßgeblicher Beteiligung Goethes und Carl Augusts. Die sich hinschlängelnde lm, weite sonnige Rasenflächen, beeindruckende Einzelbäume und malerische Baumgruppierungen bildeten eine herrliche Kulisse an diesem sonnigen Morgen.

Foto, Goethes Gartenhaus

Goethes Gartenhaus

Übermütig sieht's nicht aus,
Hohes Dach und niedres Haus;
Allen die daselbst verkehrt
Ward ein guter Mut bescheert.
Schlanke Bäume grüner Flor,
Selbstgepflanzter, wuchs empor
Geistig ging zugleich alldort
Schaffen, Hegen, Wachsen fort.

Goethe, 1827, unter einer Zeichnung seines Gartenhauses

Es fehlte nicht viel und wir hätten uns fast ein schattiges Plätzchen am Wasser gesucht. Aber das kam natürlich nicht in Frage und so waren wir kurz vor 10.00 Uhr an der Touristeninformation am Rathausplatz. Pünktlich startete dort der Stadtrundgang und für die nächsten 2 1/2 Stunden gehörte dem Stadtführer unsere Aufmerksamkeit. Wie wir am Ende feststellten, hatten wir die im Verlauf der Führung angesteuerten Sehenswürdigkeiten bei unseren gestrigen und heutigen Streifzügen schon gesehen, trotzdem aber empfanden wir die Führung als interessante Bereicherung, zumal diese nicht nur informativ sondern auch unterhaltsam und mit Anekdoten gespickt war.

Foto, Grabdenkmal auf dem Historischen Friedhof

Grabdenkmal auf dem Historischen Friedhof

Nach dem Ende der Stadtführung gönnten wir uns eine (kurze) Pause, die in Anbetracht der Hitze natürlich nur auf der schattigen Terrasse eines Eissalons stattfinden konnte. Schon kurz nach 13.00 Uhr aber standen wir am Eingang von Goethes Wohnhaus am Frauenplan. War es unsere ursprüngliche Absicht nur Goethes Wohnhaus zu besichtigen, so beschlossen wir jetzt, uns auch die im Nachbargebäude befindliche ständige Ausstellung des Goethe-Nationalmuseums anzusehen. Schwerpunkt der dortigen Ausstellung ist nicht Goethe, sondern die Gesamtdarstellung der Epoche der Weimarer Klassik. Es ist eine äußerst sehenswerte und spannende Ausstellung, nach meiner Ansicht sehr viel interessanter und sehenswerter als Goethes Wohnhaus.

Am späten Nachmittag fühlten wir uns nach dem Frühausflug, der Stadtbesichtigung und dem Museumsbesuch doch ziemlich geschlaucht und es drängte uns, noch einen Ausflug in den ilmpark zu unternehmen. Nach einem kurzen Imbiss ging es also zur Ilm und zum Gartenhaus, in dem Goethe von 1776 bis 1782 wohnte, in das er aber auch später noch häufig zurückkehrte.

Foto, als Reiseandenken zum Kauf angebotene Ginkgobaumschößlinge

Es gibt unsinnigere Reiseandenken: Ginkgobaumschößlinge

GINKGO BILOBA

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwey die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt.

Solche Frage zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern
Daß ich Eins und doppelt bin.

Goethe, 1815, West-östlicher Diwan

Joachim hatte als weiteres Ziel das Schloss Belvedere vorgeschlagen, das ein ganzes Stück südlich von Weimar auf einer Anhöhe liegt. Der Weg war zwar ein gutes Stück länger als erwartet, lohnte sich aber wegen der Schlossbauten und vor allem wegen des dort angelegten großen Parks mit beeindruckenden Baumriesen, den sehenswerten Gartenanlagen und der weit in die Landschaft reichenden Aussicht. Den Rückweg nach Weimar nahmen wir nicht mehr entlang der Ilm, sondern längs der schnurgerade in die Stadt führenden Belvederer Allee. Dieser Rückweg war nur halb so lang wie der Hinweg, aber es ging auch schon gegen 20.00 Uhr und wurde somit höchste Zeit endlich an das Abendessen zu denken.

Der hochsommerlich warme Abend lud natürlich zu einem Essen im Freien ein und den Abschluss bildete dann ein Besuch im Eiscafé. Vollständig zufrieden mit dem Verlauf unseres Weimartags ging es dann in die Jugendherberge um für den nächsten Tag alles startklar herzurichten.Nach erfolgter Anmeldung in der Jugendherberge und dem herrichten der Betten blieb noch Zeit für einen Stadtbesuch. Und da wir in der Jugendherberge kein Abendessen bestellt hatten, wurde die Stadtbesichtigung mit der (erfolgreichen) Suche nach einer Gaststätte verbunden.