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Radwanderung Niederlande

Weilburg-Kleve-Nijmegen (Ooij)

Am Rhein bei Millingen

Am Rhein bei Millingen

2016-07-02, Samstag
Weilburg-Kleve-Nijmegen (Ooij)

Mit dem Zug Weilburg-Koblenz, Abfahrt 07:42 Uhr ab Weilburg, sollte unsere Radtour Niederlande starten. Am Vorabend hatte ich nochmals den Reifendruck geprüft, der Rucksack gepackt und die Gepäcktaschen abfahrbereit am Rad befestigt. Groß war der Schreck als ich nach dem Aufstehen feststellte, dass der Hinterreifen alle Luft verloren hatte. Dass es nicht am versehentlich offenen Ventil lag, zeigte sich, als nach dem Aufpumpen der Reifen in kürzester Zeit wieder die Luft verloren hatte. Was blieb mir anderes übrig, als die Demontage des Hinterrads und den defekten Schlauch gegen einen Reserveschlauch auszuwechseln. Eigentlich kein Problem bei der 14-Gang-Nabenschaltung von Rohloff. Doch vor Aufregung trennte ich die die beiden Schaltzüge von der Schaltansteuerung nicht durch einfaches öffnen der Bajonettverschlüsse, sondern löste stattdessen die Inbusschrauben der Bajonettverschlüsse und zog die Schaltzüge heraus. Beim Zusammenbau gelang es mir dann nicht mehr die Schaltzüge in den Verschluss einzuführen und damit war das Rad nicht mehr fahrbereit. Der geplante Abfahrtstermin war hinfällig, die nächste Zugabfahrt zwei Stunden später.

 Die Instandsetzung bis dahin erhoffte ich mir in der Fahrradwerkstatt von Radsport Wern. Dort öffnete man aber erst um 09:00 Uhr. Nach Reparaturversuchen stand fest, dass die Instandsetzung nur mit einem neuen Schaltzug möglich war, und dies bedeutete, auch der Zug 09:42 Uhr würde ohne uns fahren. Doch kurz nach 10:00 Uhr war mein Rad wieder fahrbereit und ich rollte zum Bahnhof, wo ich nun mit Joachim genügend Zeit bis zu unserer um vier Stunden verzögerten Abfahrt hatte.

Abgesehen von unserem um vier Stunden späteren Fahrtantritt verlief die Zugfahrt nach Kleve planmäßig. Es hätte eine entspannte Anreise sein können, aber von Koblenz bis Düsseldorf war der Zug voller besoffener grölender Fußballfans. Total genervt waren wir froh über unseren Umstieg in Düsseldorf und richtig froh in Kleve, als wir dort um kurz nach 16:30 Uhr am Bahnhof standen.

Ziemlich schnell fanden wir die aus der Stadt führende Strecke entlang des Spoykanals nach Wardhausen. Dort wurde der Kanal gequert und auf dem Dammweg ging es dann entlang des Altrheins nach Düffelward. Vier Kilometer später traf der Altrheinarm mit dem Rhein zusammen und dann radelten wir auf dem Deich vorbei an dem kleinen Ort Bimmen. Dies war der letzte Ort vor der niederländischen Grenze, die wir gleich darauf überschritten. Das aber merkten wir nur an einem Verkehrsschild mit einem Hinweis auf niederländisch. Der erste niederländische Ort war Millingen aan de Rijn, der vom Radweg aber nur am Rand berührt wurde.

Bei Millingen begann der mit Waal benannte größte Flussarm im Rheindelta. Der Radweg schnitt den Flussbogen der Waal mit deutlich westlicher Routenführung ab und der kräftig wehende Wind kam nun direkt von vorn. Es war gut, dass die heutige Tagesstrecke so kurz war und für den nächsten Tag konnten wir nur auf weniger Starkwind hoffen.

Auch wenn die Radstrecke von Millingen bis Erlecom etwas abseits vom Waal verlief, war diese abwechslungsreich durch die vom alten Flussverlauf verbleibenen Altarmreste. Dann waren wir wieder nah am Waal mit regem Schiffsverkehr, mussten ihn aber wenige Kilometer vor unserem Übernachtungsort erneut verlassen. Vorbei an zahllosen Wasserflächen mit Vogelschwärmen näherten wir uns nahe der Ortschaft Ooij unserem Ziel.

Kurz vor 19:00 Uhr trafen wir bei unserem B&B ein. Der auch auf den letzten Kilometern starke Gegenwind und die Sonne am wolkenlosen Himmel hatten uns zum Schwitzen gebracht und so freuten wir uns über das vom Gastgeber spendierte kühle Bier. Gerne hätten wir es uns noch einige Zeit vor dem Haus gemütlich gemacht, aber wir waren ja leider wesentlich später eingetroffen als ursprünglich geplant. So bezogen wir schnell das kleine aber gemütliche Zimmer, duschten und radelten dann in das nur ca. 10 Minuten entfernte Nijmegen. Bei einer kurzen Besichtigungsrunde durch den Ort hielten wir Ausschau nach einem Lokal für unser Abendessen und einem Tagesabschlussbier. Gar zu lange aber dehnten wir den Abend nicht aus, hatten wir für den nächsten Tag doch eine Strecke von gut 80 km nach Gorinchem vor uns.