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Moselsteigwanderung
Neef-Ediger-Eller, Burg Eltz

Klotten-Treis-Karden

Auf dem Moselsteig von Klotten nach Treis-Karden

Auf dem Moselsteig von Klotten nach Treis-Karden, Aussichtspunkt Kasteschkopp

2014-10-16, Donnerstag
Moselsteigetappe Klotten-Treis-Karden

Hatten wir die letzten drei Tage mit dem Wetter mehr Glück gehabt als wir erwarten konnten, so schien sich das heute zu ändern. Während der ganzen Nacht hatte es geregnet und für heute waren weitere Niederschläge angekündigt. Wenigstens aber sollte es sich nur um durchziehende Schauer handeln, sodass wir doch hoffen konnten, nicht nur im Regen unterwegs zu sein. Der Morgen war natürlich sowieso trübe und neblig, als wir um 09:26 Uhr den Zug nach Klotten bestiegen und drei Minuten später in Klotten am Ausgangspunkt unserer heutigen Moselsteigetappe ankamen.

Das Logo des Moselsteigs wies uns gleich auf den richtigen WegDieser zog sich fast einen Kilometer an den Bahngleisen und der Autostraße hin, bis zum Abzweig in das Dortebachtal. Wir folgten dort dem Lauf des Dortebachs aufwärts im engen Erosionstal, das als Naturschutzgebiet eingestuft ist. Bald aber knickte unser Steig nach rechts ab und verließ den Dortebach mit einem Serpentinenanstieg. Am Aussichtspunkt Kasteschkopp hatten wir die Höhe fast erreicht und konnten mit der Aussicht ins Moseltal mit Rückblick nach Klotten oder Moselabwärts ein wenig verschnaufen. Vorerst war diese Stelle der letzte Aussichtspunkt mit Moselblick, denn für die nächsten Kilometer verlief der Moselsteig weit abseits vom Fluss.

Auf der Höhe bot sich uns eine von ausgedehnten Feldern und Wiesen geprägte Landschaft dar. Auch diese aber hatte ihren eigenen Reiz, sicherlich noch noch viel mehr bei schönem Wetter, wenn eine Sicht bis in die Ferne möglich ist. Dieses Glück hatten wir leider nicht. Zwar regnete es nicht wirklich, es war mehr nieselige Nebelfeuchte in der Luft, die Fernsicht aber wurde durch Wolken und Nebel verhindert.

Ohne erwähnenswerte Auf-oder Abstiege verlief der Weg über längere Strecken am Waldsaum nach Norden, um in der Nähe des Annischer Hofs nach Osten abzubiegen und über das freie Feld der Hochfläche den Waldsaum auf der anderen Seite anzusteuern. Dort tauchten wir in den Laubwald ein, wo wir bald den Fellerbachgraben querten. Nach einigen Richtungswechseln öffnete sich der Wald und die Spitze des Kirchturms der Gemeinde Kail ragte über die Hochfläche. Dann tauchten auch die Häuser der Ortschaft auf und über Feldwege brachte uns der Moselsteig in die Dorfmitte.

Wir kamen gerade zur rechten Zeit im Ort an, denn der schon längst erwartete Regen erreichte uns hier. In einer Bushaltestelle fanden wir aber einen annehmbaren Platz, um das hoffentlich baldige Ende des Schauers abzuwarten. Eine gute halbe Stunde mussten wir uns aber gedulden, dann hatte der Regen aufgehört und wir setzten unseren Weg fort.

Kurz hinter dem Ortsausgang verließen wir die Autostraße und begingen den im dichten Gehölz abwärts leitenden Pfad durch den Schilzergraben, wobei die im Dortebachtal erlaufenen Höhenmeter wieder abgegeben wurden. Noch während wir im Schilzergraben abstiegen, begann es erneut zu regnen. Unter der dichten Belaubung war davon noch nicht viel zu spüren, doch als wir am Ausgang des Grabens ins Freie traten, mussten wir uns zwischen unterstellen unter den Bäumen oder Weitermarsch mit Regenkleidung entscheiden. Wir hofften auf ein baldiges Ende des Schauers wie zuvor in Kail und warteten erst einmal unter den Bäumen ab. Schließlich aber zogen wir doch die Regenkleidung an, und darauf hatte Petrus wohl nur gewartet. Der Regen hörte auf und wir konnten den Regenschutz wieder verstauen und unseren Weg ohne fortsetzen.

Der Moselsteig trat wieder in die Weinberge ein und auf dem im Hang verlaufenden Wirtschaftsweg erschien auch schon bald Pommern in unserem Blickfeld. Mit den Blicken zur Mosel und Aussichten nach Pommern passierten wir in der Weinlage die Pommerner Sonnenuhr; zwei kleine Taleinschnitte verlängerten den Weg nur wenig, dann brachte der Moselsteig uns über einen alten Kreuzweg hinunter in das Weindorf Pommern.

Durch die Gassen von Pommern zeigte uns das Logo den Weiterweg, der uns im weiteren Verlauf auf die Höhe der Pommerer Mart bringen sollte. Dorthin führte von Pommern aus auch der Martbergweg und mit diesem und dem Moselsteig erwarteten uns bis zur Bergkuppe ca. 180 Höhenmeter. Der Anstieg begann in der Weinlage Goldberg, führte oberhalb der Weinlagen dann durch Brachland und zog schließlich durch Wald weiter aufwärts. Auf der Höhe erwartete uns eine offene Feldlandschaft, ähnlich wie nach dem Aufstieg durch das Dortebachtal und bei Kail. Hier aber trafen wir auch auf die Rekonstruktion einer römischen Tempelanlage und eines Hauses der Keltenzeit.

Vom Archäologiepark führte der Moselsteig südlich zum Moselhang. Dort findet sich ein Aussichtspunkt, der wieder einen herrlichen Blick hinunter zur Mosel und zum Ortsteil Treis auf der anderen Moselseite bietet. Der Platz erschien uns für eine ausgiebige Rast wie geschaffen, doch der kalt dort über die Hangkante pfeifende Wind verkürzte unsere Rastzeit. Wir gingen die ca. 100 m zurück zum Wegzeichen des Moselsteigs, das uns zum Waldrand an der Hangkante brachte. Trotz der dichten Bewaldung ergaben sich immer wieder Blicke nach Treis, während der unterhalb des Wegverlaufs liegende Ortsteil Karden vorerst unsichtbar blieb. Der Weg führte vorbei an der Südseite des Hüttenbergs bis zum Brohlbachtal, erst dort begann der talwärts führende Serpentinenweg. Auf halber Höhe schlug der Steig die Gegenrichtung ein und führte uns nun aussichtsreich oberhalb der Weinberge zum endgültigen Abstieg, der im Ortsteil Karden am Bahnhof endete und wo wir um 15:30 Uhr eintrafen.