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Moselsteigwanderung
Neef-Ediger-Eller, Burg Eltz

Ediger-Eller- Beilstein-Bruttig

Auf dem Moselsteig zwischen Briedern und Beilstein, im Hintergrund Burg Metternich

Auf dem Moselsteig zwischen Briedern und Beilstein, im Hintergrund Burg Metternich

2014-10-14, Dienstag
Moselsteigetappe Ediger-Eller-Beilstein-Bruttig

Der gestrige Endpunkt Ediger-Eller war heute Startort für die zweite unserer Moselsteigetappen und ich hatte die Strecke bis Beilstein vorgesehen. Die Streckenlänge Ediger-Eller bis Beilstein war mit knapp 17,5 km angegeben und für eine Tageswanderung nach meiner Ansicht nicht viel. Wie sich zeigte traf diese Einschätzung zu, denn wir verlängerten die Strecke über Beilstein hinaus bis Bruttig.

Bei der Aufbruchszeit am Morgen mussten wir uns natürlich nach dem Bahnfahrplan und der Frühstückszeit richten und konnten so erst die Abfahrt Cochem um 09:29 Uhr nutzen. Da aber bis zur Mittagszeit ohnehin eher trübes und diesiges Wetter zu erwarten war und die Bahnfahrt nach Ediger-Eller nur fünf Minuten beanspruchte, war diese Abfahrtszeit letztlich doch in Ordnungt.

Als unser Zug pünktlich in Ediger-Eller eintraf, war das Wetter wie erwartet: neblige Schwaden hingen über der Mosel und die Höhen waren noch im Dunst versteckt. Regen war nicht angekündigt, und das war die Hauptsache. Vom Bahnhof ab folgten wir der Moselsteigkennzeichnung zum Ortsteil Eller und bogen dort in die Ortsmitte ab. Die Ortsstraße führte vorbei an der Kirche und dann aufwärts zwischen Weinbergen auf der nach Ellerberg führenden Autostraße. Diese wurde aber schon an der ersten Serpentine verlassen, und es ging auf einem Schotterweg weiter, der auf halber Höhe durch die Weinberge der Ellerer Höll leitete und dabei herrliche Aussichten gewährte.

Bald ist auch die Turmspitze der Pfarrkirche St. Martin von Ediger zu sehen und bald darauf liegt der ganze Ortsteil zu unseren Füßen. Vorerst geht es oberhalb von Ediger noch durch die Weinlage "Osterlämmchen", dann biegt der Weg in den bewaldeten Grund eines Nebentales ein. Bildstöcke mit Heiligenfiguren begleiten den zur Kreuzkapelle führenden Grasweg. Kurz vor der Kapelle wird der Bachlauf gequert und es geht auf der anderen Talseite wieder Richtung Mosel. Am Talaustritt ergibt sich nochmals ein schöner Rückblick nach Ediger und weiter dahinter zum Moselhöhenzug mit dem Calmont.

Beim Weiterweg wird der Pfaffenberg umlaufen und bei den Taleinschnitten sorgen kleinere An- und Abstiege für Abwechslung. Insgesamt gewinnt der Moselsteig dabei sachte an Höhe und dort wo die Hänge ausreichend von der Sonne beschienen werden dehnen sich Weinlagen aus, sonst aber sind es bewaldete Abschnitte, die der Moselsteig erschließt.So ist es auch in dem bewaldeten Kerbtal des Lehmerbachs, wo vorerst die größte Höhe der Wanderstrecke erreicht ist. Nach der Bachquerung geht es abwärts, dann über einen Wirtschaftsweg in der Weinlage oberhalb von Nehren in Richtung Senhals. Noch vor Nehren aber knickt der Moselsteig scharf zur Mosel hin ab, und es geht fast in Falllinie über Graswege zwischen den Rebhängen abwärts. Nehren selbst wird dann oberhalb umlaufen, dann leitet der Weg fast bis zur Autostraße an der Mosel, führt durch Senhals und dann zur Straßenbrücke. Mit dieser wird die Mosel gequert und am Jachthafen entlang bringt uns der Moselsteig zur Nordseite von Senheim.

Hier wendet sich der Moselsteig von der Mosel ab und zieht am Ortsrand von Senheim sanft aufwärts. Mit einer Spitzkehre geht es dann wieder zurück zur Mosel und mit dem höhergelegenen Weinbergweg wird die Felsnase umrundet. Der aussichtsreiche Weg führt führt nun, ohne dass größere Höhenunterschiede zu überwinden sind, durch die Weinberglandschaft zwischen Mesenich und Briedern. Oberhalb von Mesenich wird dazu der mit vielen Skulpturen gestaltete Kulturweg "Mesenicher Steinreichskäpp" begangen.

Bei Briedern führt ein kleiner Umweg um das Gelände der ehemals weitbekannten, lange aber schon stillgelegten, Kellerei der Mosel-Kellergeister. Dann kommt auch schon die Ruine von Burg Metternich ins Blickfeld und während des weiteren Wegverlaufs erreichen wir einen schönen Rastplatz an der Kapelle am Wahlberg. Uns aber führt der Moselsteig weiter in ein üppig bewachsenes Seitental und im Auf und Ab dann auf einem schmalen und im Hang hoch über der Mosel verlaufenden Pfad unter Bäumen durch die "Briedener Schweiz".

Als Steig aus dem Wald heraustritt, liegt die Ruine Burg Metternich dicht vor uns. Nur noch ein kurzes Stück im strahlenden Sonnenschein, dann sitzen wir vor der Burg auf einer Bank mit fantastischer Aussicht hinunter zur Moselzu den gegenüberliegenden Weinlagen von Ellenz-Poltersdorf und den bewaldeten Moselbergen.

Es ist kurz nach 14:00 Uhr und eigentliche sollte hier bzw. im unterhalb der Burg liegenden Beilstein diese Tageswanderung beendet sein. Wir beschließen jedoch aufgrund der frühen Nachmittagszeit und des herrlichen Wetters um 15:00 Uhr die Wanderung bis Bruttig fortzusetzen, da von dort Busverbindung nach Cochem bestand und deshalb der Start am nächsten Tag auch von dort wieder möglich sein würde.

Nahe der Burg führte der Weg hinunter nach Beilstein. Hier wurde uns auch klar, warum auf dem großen Parkplatz an der Moselstraße, den wir vom Aussichtsplatz an der Burg gesehen hatten, soviele Fahrzeuge standen. In Beilstein drängten sich die Touristen durch alle Straßen und auf allen Plätzen des kleinen Örtchens. Dieses mutete aber auch an wie aus einem Bilderbuch und wie für einen Farbprospekt für die Fremdenverkehrswerbung Mosel. Gut, dass wir die Entscheidung zum Weiterweg getroffen hatten, sonst hätten wir uns sicherlich auch noch für einige Zeit dort aufgehalten und eine weitere Pause in einer der vielen Gaststätten oder einem der Cafés eingelegt.

Am nördlichen Ortsende Beilsteins schwenkte der Moselsteig zwischen Weinbergen in einen aufwärtsziehenden Grasweg ein, um dann mit einer Wende wieder die Kante des zur Mosel abfallenden Hangs anzusteuern. Herrliche Rückblicke nach Beilstein und Burg Metternich, hinunter zur Mosel und zum anderen Moselufer machten den Weg zum Erlebnis. Bereichert wurde das Erlebnis noch durch die Wegführung, denn diese verlief naturnah und unmittelbar am Steilhang. Wir passierten schroffes Felsgestein, querten zwischen den Rebstöcken die Steillage eines Weinbergs und stiegen durch lichten Hangwald über Felsstufen, die teilweise mit Seilen gesichert waren.

Später zieht sich der Weg entlang der Trockenmauern von Weinbergbrachen, dann erreichen wir oberhalb des Ortsteils Fankel ein Netz von Wirtschaftswegen, das sich bis Bruttig durch die Weinberge zieht. Oberhalb BRuttig leitet der Weg nach einem kurzen Schlenker hinunter in den Ort und vorbei an der Kirche erreichen wir die Haltestelle des Busses an der Moselstraße.

Es ist 16:30 Uhr und wir haben noch eine halbe Stunde bis zur Busabfahrt. Auf einer Bank am Moselufer strecken wir die Beine aus und genießen die Sonnenstrahlen bis zur Abfahrt des Busses, der uns dann mit 10-minütiger Fahrt nach Cochem bringt.