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Radwanderung
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Schönberg-Kiel

Laboe, Hafen

Laboe, Hafen

2008-05-16, Freitag
Schönberg-Kiel

Für den heutigen Tag waren die Ausgangsbedingungen bestens: Blauer Himmel, Sonne, Windstille und eine Fahrtstrecke von nur 36 km bis Kiel. Im Gegensatz zum Essen am Vorabend waren wir mit dem heutigen Frühstück zufrieden. Beim Packen war mittlerweile etwas Routine eingekehrt, wenn sich auch immer wieder ein Kleidungsstück nicht dort fand, wo es erwartet wurde. Hauptsache die Gepäcktaschen waren zu und hatten ihren Platz an den Radträgern gefunden. Kurz nach 09.00 Uhr waren wir wieder startbereit, lenkten die Räder jedoch erst in das Zentrum von Schönberg, um in einem Lebensmittelmarkt unsere Getränke- und Proviantversorgung sicherzustellen.

Zu Beginn führte die Radstrecke unmittelbar hinter dem Deich entlang, zeitweise auf kurzen Abschnitten über kleinste Nebenstraßen, wo Autos nur sehr vereinzelt unterwegs waren. Kiel bzw. Laboe waren ausgeschildert, oft aber zeigten Schilder nur ein Radsymbol und einen Richtungspfeil. Wie schnell man mit solchen Hinweisen von der Hauptroute abkommt und auf einer Nebenstrecke landet hatten wir schon erfahren. Und auch heute geschah es wieder, dass wir bei Wendtorf von der Küstenstrecke abkamen und uns abseits von dieser an einer Autostraße fanden. Als wir bei passender Gelegenheit wieder in Richtung Ostsee abbogen, kamen wir zwar wieder an die Küste, das aber ausgerechnet dort, wo der Ostseeküsten-Radweg seinen Verlauf an der Küste unterbricht und zu der Straße leitet, die wir gerade in Richtung Strand verlassen hatten. Immerhin war es ein schöner Rastplatz, wo wir am Wasser und in der Sonne ein wenig Zeit verbrachten.

Dann ging es zurück an die Autostraße und mit dieser vorbei am Marine-Ehrenmal nach Laboe. Hier war natürlich lebhaftes Treiben - Grund genug zum Weiterfahren, zumal ich Laboe vor vielen Jahren schon einmal besucht hatte. Der Karte nach sollte der Radweg nach Kiel von Laboe aus auf dem Fördewanderweg entlang der Kieler Förde verlaufen. Das ist wohl auch der Fall, allerdings führt ein Teilstück des Wegs durch militärisches Sperrgebiet was dazu führt, dass die Benutzung dieses Weges nach Laune des Militärs zeitweise gesperrt wird. Eine Anzeigetafel informierte darüber, dass die Sperrung bis voraussichtlich 14.00 Uhr dauern sollte. Zwei Stunden wollten wir natürlich nicht warten, zumal das Wort "voraussichtlich" auch einen längeren Zeitraum bedeuten konnte. Mit einem Umweg über Heikendorf war nach den Angaben auf der Hinweistafel der gesperrte Abschnitt zu umfahren und so schwitzten wir uns die Steigung hinauf zur Autostraße und hofften bald die richtige Abzweigung zurück zum Küstenradweg zu finden.

Lag es an uns oder der unklaren und immer wieder Rätsel aufgebenden Beschilderung . . ., wir kurvten entlang der Straße, wollten zur Küste, fanden die Abzweigung nicht; hatten dann die Nase voll und blieben auf der nach Kiel führenden Autostraße. In Kiel angekommen ging die Suche nach der Fahrtstrecke zur Jugendherberge weiter, doch mit Fragen an Passanten konnten wir unser Ziel langsam einkreisen und kamen um 14.00 Uhr endlich dort an.

 Nur eine kurze Strecke hatten wir heute zurückgelegt, aber diese hatte letztlich mehr Nerven und Schweiß gekostet, als manch andere längere Route. Das lag aber wohl auch daran, dass es seit dem Morgen nicht nur warm und sonnig war, während des Tages war es immer heißer, schwüler und gewittriger geworden. Wir freuten uns auf die Dusche und darauf, die Kleider zu wechseln. Außerdem hatten wir für Kiel zwei Übernachtungen vorgesehen, morgen also gewissermaßen einen freien Tag. Leider mussten wir an der Rezeption erfahren, dass unser geplantes Zweibettzimmer nicht zur Verfügung stand, da in Kiel ein Jugendfußballturnier stattfand und das Haus deshalb ausgebucht war. So waren auch zwei der vier Betten in unserem Zimmer schon belegt, was bedeutete, die uns liebgewordene Unordnung mit großflächiger Ausbreitung aller Utensilien musste diesmal unterbleiben.

Kiel, Germaniahafen

Kiel, Germaniahafen

Nach dem Duschen und Umziehen ging es gleich in die Stadt, denn auch wenn wir noch einen zusätzlichen Aufenthaltstag in Kiel vor uns hatten, wollten wir doch schon etwas von der Stadt sehen, uns nach der Stadtführung erkundigen und - nicht zuletzt - ein Lokal für das Abendessen suchen. Vielversprechend erschien mir die Stadt noch bis zur Hörnbrücke, wo die Schlepper vertäut waren und man am Schwedenkai ein Schiff der Stena Linie vor Anker liegen sah. Dann aber folgten nur Kaufhäuser, Geschäfte, Einkaufspassagen, mit Stein und Beton eingefasste oder zugepflasterte Flächen und die von pseudomodernen Betonbauten ummauerte Katharinenkirche; dazu zwei Teiche, von richtigem Grün umgeben und das Rathaus.

Uns präsentierte sich die Innenstadt als eine einzige Einkaufswüste. Zwar war Kiel als Marinestützpunkt im 2. Weltkrieg zu 80 % zerstört worden war, doch dies darf keine Entschuldigung dafür sein, eine Stadtplanung solcher Art zu betreiben. Bausünden wurden in vielen Städten begangen, vielerorts hat man gelernt, aber wohl nicht in Kiel. Ein Beispiel dafür ist der Bootshafen, zu dem auf einer Informationstafel zu lesen ist: "Im Jahre 2002 wurde schließlich mit der Erneuerung begonnen. Seit seiner Fertigstellung zur Kieler Woche 2004 präsentiert sich der Bootshafen als ein besonderer innerstädtischer Platz mit hoher Aufenthaltsqualität". Wer sich die Steinwanne, für die eine "unverwechselbare Lichtinszenierung entwickelt" wurde, in Verbindung mit einem solchen Text ansieht, den wundert auch die übrige Stadtgestaltung nicht mehr. Auch der in den Abendstunden durch "Unterwasserbeleuchtung optisch zum Schweben gebrachte Schwimmponton" macht die gesamte Anlage keinen Deut besser.

Bei all den in Kiel nicht vorhandenen Sehenswürdigkeiten war es kein Wunder, dass für Samstag keine Stadtführung angeboten wurde. Wir waren daran auch nicht mehr interessiert, suchten am frühen Abend ein Lokal um unseren Durst und Hunger zu stillen und wanderten dann zurück zur Jugendherberge, überlegend wie wir wohl den Samstag verbringen wollten.