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Radwanderung
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Plön-Dahme (Ostsee)

Am Dieksee, Richtung Malente

Am Dieksee, Richtung Malente

2008-05-13, Dienstag
Plön-Dahme

Stürmisches Blätterrauschen in den Bäumen kündigte mir schon vor dem Aufstehen an, dass heute nicht mit dem gleichen sonnig-heißen Wetter wie am Vortag zu rechnen war. Tatsächlich war der Himmel bedeckt und dunkle Wolken wurden vom kräftigen Wind dahingetrieben. So schön wie am gestrigen Morgen sah es nicht aus, aber wir konnten auch hoffen, dass der Wind die Wolken davon blies - nach dem Frühstück würden wir es feststellen.

Unsere heutige Tagesroute führte wieder zurück zur Ostsee, das Tagesziel war die Jugendherberge in Dahme und der Tacho meines Rades würde einen Tageskilometerstand von 71 km bei unserer Ankunft dort anzeigen. Erst aber widmeten wir uns ausgiebig dem Frühstück, bevor wir uns in Richtung Stadt Plön auf den Weg machten. Dort wurde frischer Tagesproviant eingekauft und um 09.30 Uhr starteten wir in Richtung Ostsee.

Der Wind hatte mittlerweile dafür gesorgt, dass die Wolken tatsächlich verschwunden waren und es wieder ein sonniger Tag zu werden versprach. Es wehte allerdings noch immer kräftig und kühl, so dass  die Lufttemperatur uns keinesfalls zum Schwitzen brachte, als wir mit dem Hinweisschild Richtung nach Malente losradelten.

Schon bald fanden wir uns auf idyllischen Pfaden im Wiesengelände, unter Bäumen auf Waldwegen oder auf Uferwegen entlang des Höftsees, Behler Sees und Dieksees wieder. An den Spiegelteichen vorbei ging es nach Malente, wo die noch verwaisten Bänke an der Seepromenade zwar zur Pause einluden, was für uns aber noch nicht in Frage kam, da noch ein ordentliches Stück Weg vor uns lag. Auch gegen 11.30 Uhr in Eutin legten wir nur einen kurzen Stopp im Hof des Schlosses ein, um dann die Richtung nach Schönwalde einzuschlagen.

Aus der Holsteinischen Schweiz zur Ostsee nach Dahme

Aus der Holsteinischen Schweiz zur Ostsee nach Dahme

Obwohl wir brav den Hinweisschildern für Radfahrer Richtung Schönwalde folgten, kamen wir kurz hinter Eutin vom richtigen Weg ab und fanden uns zu weit südlich in Röbel wieder. Von einem Hinweisschild zum nächsten tasteten wir uns über einsame Waldwege von einer Kleinstsiedlung zur nächsten, bis wir über Zarnekau und Griebel die Ortschaft Kasseedorf erreichten, wo wir wieder auf die Straße nach Schönwalde trafen.

Über die Straßenverbindung nach Lensahn, von dort nach Rüting und Gosdorf planten wir nun die letzten Teilstrecken, die sich auf der Karte auch übersichtlich und als kaum zu verfehlende Streckenabschnitte darstellten. Bis Gosdorf ging auch alles glatt, ein Wegweiser für Radfahrer verführte uns dann aber dazu, dort die Nebenstraße zu verlassen. Bald fanden wir uns auf einem ausgefahrenen Feldweg wieder, der schließlich auf einem Acker im Niemandsland endete. Schließlich entdeckten wir wieder das Hinweiszeichen für einen Radweg, doch diese Abenteuerstrecke führte auf schnurgerader, staubiger und steiniger Piste geradeaus durch den Gruber Seekoog. Waren wir bisher von allzu heftigem Gegenwind meist verschont worden, in dieser Brett ebenen und staubigen Landschaft blies er uns direkt von vorne an und die verhältnismäßig kurze Strecke wurde zur Quälerei.

In dem kleinen Ort Grube endete das Drama und nachdem wir uns am Straßenrand kurz orientiert hatten, gingen wir die noch verbleibenden letzten 5 Kilometer bis Dahme an, wo wir um 16.00 die Jugendherberge erreichten.

Strand in Dahme an der Jugendherberge

Strand in Dahme an der Jugendherberge

Ein toller Neubau unmittelbar an der Küste erwartete uns und das Beste war, dass die Anmeldung nicht erst um 17.00 Uhr öffnete, sondern schon besetzt war und wir deshalb sogleich unser Zimmer beziehen konnten. Ein schönes Zweibettzimmer mit Dusche/WC hatten wir als Bleibe und nachdem wir die Dusche ausgiebig genutzt hatten, waren die Unannehmlichkeiten der Herfahrt vergessen. Da wir in Dahme zur Teilnahme am Abendessen  angemeldet waren, konnten wir uns Zeit lassen und gerne hätten wir diese zu einem kurzen Gang am Strand unterhalb der Steilküste genutzt. Hier aber blies der Wind so kalt und stark, dass er Tränen in die Augen trieb und mindestens zwei Fleecejacken nötig waren, um sich einigermaßen zu schützen. Um 18.00 Uhr war Essenszeit; es gab Frikadellen mit Gemüse und Salat. Bei einer Bewertung hätten wir dem Abendessen nur die Note "Ausreichend" gegeben. Es gab keine Suppe und das Salatbüffet erwies sich als eine Schüssel mit grünem Salat.

So heftig und kühl der Wind auch wehte, nach dem Abendessen ließen wir es uns nicht nehmen und wanderten am Strand entlang nach Dahme. Am Ende der Seebrücke wehte es noch heftiger, für Surfer aber herrschte wohl der richtige Wellengang, denn einige ließen sich dort ins Wasser gleiten um dann auf der Welle ans Ufer zu surfen. Uns stand eher der Sinn nach einer gemütlichen Kneipe, mussten davon mangels Angebot jedoch Abstand nehmen und so trudelten wir über die Straße wieder zurück zur Jugendherberge und machten von dort noch einen kurzen Abstecher zum alten Leuchtturm, bevor wir den Tag endgültig abschlossen.