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Radwanderung
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Rudbøl-Rømø

Zwischen Deutschland und Dänemark bei Silhoft

Zwischen Deutschland und Dänemark bei Silhoft

2008-05-21, Mittwoch
Rudbøl-Rømø

Wie am Vortag, so mussten wir auch heute unter einem bedeckten Himmel starten. Wir hatten allerdings die Hoffnung, dass es ähnlich wie gestern im Laufe des Tages aufhellen würde, zumindest Regen aber ausblieb. Nach dem Frühstück, es war ebenso gut wie wir es von deutschen Jugendherbergen gewohnt waren, fuhren wir um 09.30 Uhr los. Es ging das kurze Straßenstück bis zur Grenze und auf deutschem Gebiet bog die Strecke scharf nach Westen und führte dann unmittelbar neben dem Grenzverlauf weiter. Am westlichsten deutsch-dänischen Grenzübergang bei Silhoft/Norddeich bog die Strecke nach Norden wieder auf dänisches Gebiet ab und führte nach Højer.

In Højer verließen wir den Radweg und bogen zum nahen Deich ab, an dessen Fuß wir dann auf der Seeseite weiter nordwärts fuhren. Leider endete der schöne breite Weg am Deich schon bald wieder und wir mussten einen steinigen Feldweg und ein kurzes Straßenstück nutzen. In Ballum bogen wir aber erneut von der Straße zum Deich ab und fanden dort auch wieder einen gut fahrbaren Weg am Deichfuß, dieses Mal aber auf der Landseite, den wir bis zum Rømø-Damm auch benutzten. Einziger Nachteil dieser Strecke war, dass wir nach wenigen hundert Metern immer wieder absteigen mussten, um die Durchlässe der Umzäunungen zu öffnen und zu schließen, in denen die am Deich grasenden Schafe gehalten wurden. Wir nahmen das aber für diesen, abseits der Autostraße verlaufenden, ruhigen Weg in Kauf, wo wir außerdem den Wind sehr viel weniger spürten als auf der weiter landeinwärts befindlichen Autostraße.

Am Bahnhof Weilburg vor der Abfahrt nach Salzburg

Zwischen Ballum und Rømø-Damm

Dieser Wind wehte uns dann kräftig, kalt und von der See kommend direkt ins Gesicht, als wir die Straße auf dem nach der Insel Rømø führenden Damm erreichten. Es waren zwar nur neun Kilometer auf dem Damm zurückzulegen, aber diese Strecke auf einer schnurgeraden Straße mit richtigem Gegenwind machte nicht viel Spaß. Als wir den Damm allerdings hinter uns hatten und den neben der Autostraße verlaufenden Radweg südwärts fuhren, war von dem Wind nicht mehr viel zu spüren. Da wir in Dänemark die Erfahrung gemacht hatten, dass die Zuwege nach Jugendherbergen bzw. einem "Vandrehjem" immer gut beschildert waren, sehr viel besser jedenfalls als in Deutschland, verließen wir uns auch jetzt darauf, ein entsprechendes Hinweisschild zu finden. Wir wurden auch nicht enttäuscht und fanden in Østerby das gesuchte Schild und gleich darauf auch unsere Unterkunft.

Es war 14.00 Uhr als wir dort eintrafen, 55 km hatten wir von Rudbøl bis hier zurückgelegt. Die Rezeption war zu dieser Zeit natürlich nicht besetzt, wir hofften aber auf die Möglichkeit unser Gepäck dort zu deponieren, um ohne diese Last eine kurze Radtour zum Strand unternehmen zu können. Nachdem wir uns einige Minuten im Innenhof herumgedrückt hatten, ließ sich auch jemand sehen und gab uns sogar den Schlüssel für unser Zimmer; die Anmeldung sollten wir zur Öffnungszeit ab 17.00 Uhr nachholen. Wir waren natürlich froh den Schlüssel schon zu erhalten, konnten wir jetzt doch duschen, uns umziehen und in Ruhe anschließend einen Ausflug unternehmen.

Unser erster Weg führte anschließend zum nur wenige Minuten entfernten Hafen von Havneby. Von dort sollte am nächsten Tag unsere Überfahrt nach Sylt erfolgen. Der Hafen war enttäuschend, es wurde viel gebaut, vor allem aber bestand der Hafen wohl nur wegen der Fährverbindung nach Sylt. Wir informierten uns über die Abfahrtzeiten der Fähre und fanden in Hafennähe auch einige Gaststätten, so dass wir auch schon ein Ziel für das spätere Abendessen hatten. Dann fuhren wir das kurze Stück über die Insel an Rømøs Südstrand.

Es scheint ein Naturgesetz für Nordseebesucher zu sein, dass bei der Ankunft immer Ebbe ist. Auch jetzt war Niedrigwasser und was wir sahen war weder Watt noch Strand, es schien die Weite der Wüste, nur ganz in der Ferne schien ein leichtes Glitzern auf die Anwesenheit von Wasser hinzudeuten. Es war ein langer Spaziergang zu dem wir aufbrachen, um die Wasserlinie zu erreichen; je näher wir kamen, desto weiter ging sie zurück. Es war kein Strand nach meinem Geschmack. Für Strandsegler war er aber wohl das Paradies; diese bevölkerten die endlose, Brett ebene Sandfläche und sorgten für Abwechslung.

Unterwegs auf Rømø

Unterwegs auf Rømø

Schön war es, dass sich das Wetter seit dem Nachmittag wieder von viel besserer Seite zeigte und so blieben wir, nachdem wir endlich wieder die am Rand des Sandmeers abgestellten Fahrräder erreicht hatten, eine Weile in der Sonne sitzen. Dann aber trieb es uns weiter und wir bewegten uns mit den Rädern über eine steinige und staubige Nebenstraße nordwärts. Bald ging die Steinstraße in einen holprigen tief ausgefahrenen Weg über, der uns weit durch die stillen und sehenswerten Naturschutzgebiete Sønderlands führte.

Den Rückweg nahmen wir wieder auf dem Radweg entlang der Autostraße, um dann in der  Jugendherberge auch die Anmeldung zu erledigen. Danach war es Zeit für das Abendessen geworden und da wir zu den Gaststätten am Hafen keine Alternative gefunden hatten, setzten wir uns anschließend wieder auf die Räder und suchten uns dort die Pizzeria aus, wo wir auch nicht enttäuscht wurden und wo sich auch der Preis im (dänisch angepassten) Rahmen hielt.