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Wanderwoche Vierwaldstätter See

Weggis - Gersau

2004-09-14, Dienstag
Weggis - Gersau

Foto, Weggis

Weggis

Der Blick aus dem Fenster am frühen Morgen bestätigte die Schlechtwettervorhersagen aus den gestrigen Zeitungen. Es regnete und ich konnte auch beim Anblick des Regenbogens nicht wirklich auf eine Wetterbesserung hoffen. Wir hatten es also nicht allzu eilig an diesem Morgen, trotzdem war es noch vor 09:00 Uhr, als wir losfuhren. Da eine Bergtour keinesfalls möglich war, hatten wir am Vorabend eine Wanderung von Weggis nach Gersau beschlossen. Es ging mit dem Wagen entlang der Uferstraße, wobei wir in Küssnacht einen kurzen Einkaufsstopp einlegten.

Die Wanderstrecke Weggis - Gersau planten wir auf dem "Waldstätter Weg" zu gehen, dessen Gesamtstrecke über eine Länge von 114 km den Vierwaldstätter See zur Gänze umrundet. Da in der Höhe ohnehin nur Regenwolken hingen und Fernblicke von Gipfeln nicht möglich waren, erschien uns eine Wanderung in Seenähe als vernünftige Alternative.

Ein Parkplatz war nahe am Schiffsanleger in Weggis schnell gefunden, es hatte auch zu regnen aufgehört und so machten wir uns vom Seeufer aus auf den Weg, während über uns die Gondeln der Seilbahn von Weggis aufwärts zur Rigi schwebten und schon gleich darauf in den Wolken und Dunstschleiern verschwanden.

Foto, oberhalb von Vitznau

Oberhalb von Vitznau

Vom offenen Gelände, mit schönen Rückblicken zum See und nach Weggis, ging es erst mit dem Wanderweg aufwärts Richtung Rigi zum Wald. Dort trafen wir auf den quer verlaufenden "Waldstätter Weg", mit dem es nun östlich weiterging. Überwiegend durch Wald, teils aber auch offenes Gelände, führte der Weg einige Zeit bequem in die vorgesehene Richtung. Kurz vor Vitznau, an einer beschilderten Weggabelung, ließen wir uns dann aber von der geplanten Strecke abbringen. Statt dem Hinweis "Waldstätter Weg - Vitznau" zu folgen, folgten wir der Richtungsangabe "Gersau". Diese Wegführung lotste uns total in die Irre. Immerhin war noch die rot-weiße Markierung vorhanden - aber auch die war nach dem Überqueren einer Viehweide verschwunden.

Foto, Engstelle mit &quotOber Nas&quot

Die Engstelle mit "Ober Nas"

Der Weg wurde abenteuerlicher als mancher Bergpfad. Oft waren es nur Spuren, die mitten durch riesige Trümmer von Felsabstürzen führten, manchmal mussten diese steil aufwärts umklettert werden, bevor es wieder abwärts ging. Dann wieder führte der Pfad bis unmittelbar an die steilen Abbruchwände und unmittelbar darunter entlang. Dass wir tatsächlich auf einem angelegten Bergpfad waren zeigte sich hin und wieder, wenn sich an besonders exponierten Stellen Sicherungsseile fanden oder solche Stellen mit Leitern und Brücken gangbar gemacht worden waren. Die von den Bergbächen tief eingeschnittenen Schluchten mussten immer mit weiten Bögen ausgelaufen werden und so kamen wir unserem Ziel Gersau, trotz aller Kletterei und Lauferei, für lange Zeit keinen Meter näher. Vitznau lag noch immer unter uns.

Völlig überraschend entließ uns der Pfad dann aber aus dem Wald und wir fanden uns, immer noch unmittelbar oberhalb Vitznaus, in der Nähe eines Hofs. Das Beste war: Einige Meter oberhalb verlief ein rot-weiß markierter Weg in Richtung Gersau.

Endlich hatten wir wieder eine klare Wegführung und als wir dann Wissiflue erreichten, war unser Standort auch wieder in der Karte feststellbar. Leider war die Gaststätte geschlossen, wir hätten dort sonst sicher gerne Rast gemacht. Mittlerweile war es etwas heller geworden, wenn auch überall noch Dunst und Nebel herrschten und die Berge nur hin und wieder sichtbar wurden. Die engste Stelle des Vierwaldstätter Sees zwischen "Unter Nas" am Westufer und "Ober Nas" am Ostufer konnten wir wenig unterhalb von Wissiflue wunderbar überblicken.

Foto, Gersau

Gersau

Jetzt führte der Weg ständig abwärts auf Gersau zu, das wir gegen 16:30 Uhr erreichten. Zuerst suchten wir die Abfahrtsstelle der Busse in Richtung Weggis auf und stellten dort fest, dass uns noch fast eine Stunde Zeit bis zur nächsten Abfahrt verblieb. Das gab uns die beste Gelegenheit für einen Kaffee und Kuchen, bevor der Linienbus pünktlich Richtung Weggis startete. Die Fahrtstrecke mit dem Wagen von Weggis nach Luzern war schnell zurückgelegt und nachdem wir geduscht hatten und umgezogen waren, gingen wir zu Fuß in eine nahe gelegene Gaststätte zum Essen.

Trotz Widrigkeiten hatten wir, wenn auch mit Umwegen und nicht auf der geplanten Route, unser heutiges Wanderziel erreicht. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, teilweise wirklich abenteuerlich gewesen und hatte großen Spaß gemacht. Bei dem trüben Wetter war die begangene Route, gerade wegen der spannenden Wegführung, genau richtig gewesen. Und vom Regen waren wir auch größtenteils verschont worden. Wir waren also mit dem Verlauf des Tages vollständig zufrieden. Da für den morgigen Mittwoch wieder ein Regentag vorhergesagt wurde, mussten die Pläne für eine Bergwanderung erneut zurückgestellt werden und wir nahmen uns als Ziel eine Tour am Bürgenstock vor.