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Wanderwoche Vierwaldstätter See

Regina montium (Rigi)

Mit 1.797,52 m wird auf einer Vermessungstafel auf der Rigi die Höhe der Königin der Berge (Regina Montium) angegeben. Weniger Klarheit besteht über den Ursprung des Namens Rigi. Die angebliche Ableitung dieser Bezeichnung vom lateinischen "Regina Montium" ist sehr wahrscheinlich eine Mär, die erst im Zusammenhang mit der touristischen Erschließung aufkam. In einem Schriftstück von 1368 wird der Berg mit "Riginam" ((in pede montis riginam (am Fuße des Berges Riginam)) benannt. Im Jahr 1384 wird der Name "Riginen" benutzt . Diese beiden Namen haben ihre Wurzeln in dem alemannischen Wort "Rigen" für Felsbänder und in der Gesteinskunde werden noch heute geologische Schichtungen mit "Riginen" bezeichnet. An den Felsabbrüchen der Rigi sind solche Schichtungen deutlich zu erkennen.

Was die für Rigi zu verwendenden Genera betrifft, so werden in Wort und Schrift sowohl die weibliche Form "die Rigi" verwandt, als auch die männliche Form "der Rigi". (Ich benutze in dieser Website "die Rigi".)

Wahrscheinlich begann die wirtschaftliche Nutzung der Rigi mit Ausbreitung der Alemannen gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends. Der zu dieser Zeit noch dicht bewaldeten Höhenzug wurde nach und nach gerodet, um Weideflächen für die Sömmerung des Viehs zu erhalten. Begünstigt wurde die Bewirtschaftung durch die auf der Rigi etwas milderen Temperaturen gegenüber anderen Alpweiden in gleicher Höhenlage. Wachsende Bevölkerungszahlen führten auch zu einer Ausweitung der Alpwirtschaft. Um 1885 sollen sich auf der Rigi über 150 Sennhütten befunden haben und während der Sommermonate mehr als 3.000 Stück Vieh geweidet worden sein.

Zu diesem Zeitpunkt war dort auch schon der Tourismus eine Haupterwerbsquelle geworden. Alphirten hatten daran einen - wenn auch unbeabsichtigten - großen Anteil. Sie hatten bereits im 16. Jahrhundert eine Quelle bei Rigi Kaltbad entdeckt. Deren Heilwirkungen und die dabei befindliche Einsiedelei zogen schon bald Besucher und Pilger an. Schon um 1700 wird auf Rigi Kaltbad ein alphüttenartiges Schankhaus erbaut.

1688/89 wird die Kapelle "Maria zum Schnee" errichtet, die eine Kopie des Gnadenbildes aus Santa Maria Maggiore in Rom aufnimmt. Die Kapelle wird zu einem Pilgerziel und zum Ausgangspunkt des heutigen Weilers Rigi Klösterli. Die Kunde von Wunderheilungen verbreitete sich immer weiter und schon in den Jahren 1716/19 wird eine neue und weit größere Kapelle errichtet, die 1721 vom Konstanzer Weihbischof eingeweiht wurde. Die Zahl der Wallfahrer stieg nach dem Neubau auf mehr als 15.000 während des Sommers an.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts kamen zusätzlich zu den Wallfahrern vermehrt Touristen in die Schweiz und ein Rigibesuch wurde zu einem Muss für Bildungsbürger und Intellektuelle der damaligen Zeit. Die Schweiz - und hier besonders die Rigi - repräsentierten in geradezu idealer Weise den Geist der Romantik, die aufkommenden Freiheitsbestrebungen und rousseausches Gedankengut.

Diese Besucher, z. B. Goethe, C. M. v. Weber, Karl May, Königin Victoria, Mendelssohn-Bartoldy, Brahms, Mark Twain, J. F. Cooper, Victor Hugo, Alexandre Dumas, Alphonse Daudet verbreiteten den Ruhm der Rigi als Aussichtsberg weltweit und so wuchs die Anzahl der Besucher stetig an.

Die schon frühzeitig errichteten kleineren Schankstätten wurden im Laufe der Jahre und mit steigenden Besucherzahlen immer größer und komfortabler. Auf Rigi Kulm wurde 1816 ein Wirtshaus errichtet, auf Staffel 1817. In Rigi Kaltbad war bereits 1812 bereits ein Kurhaus erstellt worden, auf Scheidegg erfolgte ein Kurhausbau 1840.

Nach dem Bau der Zahnradbahnen vergrößerte sich der Besucherstrom, was sich u. a. auch in der Bettenanzahl und dem gebotenen Komfort- und den Unterhaltungsmöglichkeiten der großen Häuser auf der Rigi zeigte. So warb 1880 z. B. das Kurhaus in Rigi Scheidegg mit folgenden Angaben:

Vor der Erschließung mit Bergbahnen konnten sich die Besucher in Sänften auf die Rigi tragen lassen, mit Pferden oder Maultieren die Höhe erreichen oder ließen wenigstens ihr Gepäck durch angemietete Träger transportieren. Wegen der ständig steigenden Besucherzahl und mit neuen technischen Möglichkeiten betrieb man dann aber auch die Errichtung von Bahnen auf die Rigi.

Die Zahnradbahn Viznau - Kaltbad - Staffel - Kulm ging 1871 als erste Bergbahn Europas in Betrieb. 1875 wurde die Strecke Arth - Goldau - Klösterli - Staffel - Kulm mit einer weiteren Zahnradbahn eröffnet und 1874 nahm eine mit Dampflokomotiven betriebene Eisenbahn-Zweigstrecke von Kaltbad über First nach Scheidegg den Betrieb auf. Für diese Bahn musste ein 75 m langer Tunnel gebrochen werden und es war der Bau einer ebenso breiten Brücke über den Schnurtobel erforderlich. Seit 1968 komplettiert eine Luftseilbahn von Weggis nach Karlsbad die Fahrmöglichkeiten auf die Rigi.