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Wanderwoche Erzgebirge

Geschichtliches

In germanischer Zeit wurde das das Waldgebiet des Erzgebirges mit Miriquidi bezeichnet und das bedeutete soviel wie Dunkelwald oder schwarzer Wald. Schriftlich wird diese Bezeichnung im Jahr 1004 benutzt, während im 9. Jahrhundert der Name Hircanus Saltus verwendet wurde. Im 12. Jahrhundert tauchen Abwandlungen des Namens Böhmischer Wald auf. 1589 wurde der Name Erzgebirge in einer Chronik erstmals benutzt. Eingebürgert hat sich diese Bezeichnung erst Mitte des 17. Jahrhunderts.

Das Erzgebirge war ein fast gänzlich unbesiedeltes Gebiet und bis zum Hochmittelalter durchzogen nur wenige Pfade diesen Raum. Diese Pfade waren meist auf Pässe und Furten ausgerichtet und führten bevorzugt über lange Höhenrücken und querten Täler in kurzen und steilen Auf- und Abstiegen. Aus dem Raum zwischen Altenburg und Leipzig führten diese Saumpfade, mehr die Richtung denn einen konkreten Weg vorgebend, südöstlich und in der Nähe ihres Verlaufs erfolgten sicherlich erste Ansiedlungen.

Vor dem Jahr 1000 erfolgte nur in den fruchtbaren Offenlandschaften eine Besiedelung  durch Slawen und erst mit der Erstarkung des deutschen Königtums (Heinrich I., 919-936) und der Ausdehnung des Herrschaftsgebietes nach Osten begann die Besiedelung des Erzgebirges (12. Jahrhundert).  In diesem Zusammenhang wurden einige der früheren Steige zu hochmittelalterlichen Verkehrswegen und werden urkundlich mit der Bezeichnung Böhmische Steige (semita bohemica) erwähnt.

 Mit der beginnenden Besiedelung im 12. Jahrhundert wurden 1168 in der Gegend des heutigen Ortes Freiberg Silbererze entdeckt. Deren Entdeckung führte zum Erste(n) Berggeschrey und in dessen Folge verstärkte sich die Besiedelung. Weitere ergiebige Fundstellen von Zinn- und Silbererzen wurden in der Mitte des 15. Jahrhunderts entdeckt und lösten den Zweiten oder Großen Berggeschrey aus.

Eine neue und noch größere Besiedelungswelle war die Folge und in der Nähe entdeckter Erzlagerstätten wurden planmäßig Bergstädte errichtet. Die Besiedelung zog sich bis in die Kammlagen des Erzgebirges und gegen Ende des 15. Jahrhunderts war das Gebiet flächendeckend besiedelt.

Im 16. Jahrhundert war das Erzgebirge Zentrum des mitteleuropäischen Bergbaus und Sachsen war eines der reichsten Länder. Doch besonders nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges kam der Bergbau in weiten Teilen des Erzgebirges zum Erliegen, auch weil keine neuen ergiebigen Lagerstätten gefunden wurde. Dieser Niedergang des Bergbaus führte dazu, dass die Menschen neue Erwerbsquellen erschließen mussten. Die neuen Gewerbe fanden sich vor allem in der Textilproduktion und in der Spielzeug- und Holzwarenherstellung.

Nur in Teilbereichen lebte der Bergbau wieder auf, so mit dem Abbau von Kobalt Anfang des 19. Jahrhunderts und mit dem 1820 begonnenen Uranerzabbau bei Johanngeorgenstadt. der Niedergang des noch vorhandenen Bergbaus wurde aber dadurch nicht aufgehalten, zumal 1871 im Deutschen Reich die Goldwährung eingeführt wurde und der daraus resultierende Preisverfall für Silber die Förderung unrentabel werden ließ; die letzte Silbermine stellte 1913 den Abbau ein.

Eine Wiederbelebung des Bergbaus erfolgte in den Kriegsjahren des 1. und 2. Weltkriegs, erreichte aber nicht mehr die Ausmaße der Vergangenheit. Doch nach 1945 strömten wieder  Tausende in das Erzgebirge. Diesmal war es der Uranerzabbau für die Sowjetunion durch die Wismut A. G. und in der Nähe der Lagerstätten wurden neue Stadtteile angelegt. Abgebaut wurden aber auch wieder Zinn-, Blei- und Zinkerze, teilweise bis 1990. Die Auflösung der DDR brachte das endgültige Aus für den erzgebirgischen Bergbau. Zehntausende wurden arbeitslos und wanderten ab. Gleichzeitig brach auch die Textil- und Maschinenindustrie ein und die dort noch vorhandenen Arbeitsplätze wurden vernichtet.

Bis 2010 sollen über 6 Milliarden Euro für Renaturierungs- und Sicherungsmaßnahmen investiert werden, um die Bergbauschäden zu beseitigen und die ehemaligen Abbaugebiete ökologisch und ökonomisch zu stabilisieren.