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Wanderwoche Erzgebirge

Fichtelberg

2006-09-05, Dienstag
Fichtelberg

Gestern hatten wir die Fahrt und Oberwiesenthal und die Wanderung zum Fichtelberg verschoben. Heute aber sollte diese Wanderung stattfinden und auch wenn das Wetter heute morgen noch einen ziemlich diesigen Eindruck machte - nach dem Frühstück saßen wir im Auto und fuhren Richtung Oberwiesenthal. Die Fahrtstrecke beträgt etwa 30 km, die aber wegen der teils kurvenreichen Straßenführung - aufwärts zu den Höhen des Erzgebirges und dann wieder hinunter in die Täler - nicht im Autobahntempo zu fahren war. Das hatten wir aber auch nicht vor, da wir auch ein wenig die kurze Fahrt genießen wollten.

Es war 09.30 Uhr als wir Oberwiesenthal erreicht hatten, wo aber die Parkmöglichkeiten in der Stadt sehr eingeschränkt waren. Doch dann fanden wir einen großen und fast leeren Parkplatz nahe dem Abfahrtsbahnhof der Fichtelbergbahn. Da wir noch keine Überlegungen zum Wegeverlauf angestellt hatten, informierten wir uns in der Touristeninformation. Dort fiel mir der Fahrplan der Fichtelbergbahn in die Hände und als ich deren Streckenführung auf einer Karte verfolgte, kam die Idee zu einer Kombination von Wanderung und Bahnfahrt auf. Als mögliche Zustiegsbahnhöfe für die Rückfahrt hatten wir schnell Neudorf und Crottendorf ausgemacht und nach dieser Klärung konnten wir endlich loswandern.

Foto. Blick vom Fichtelberg

Blick vom Fichtelberg

Der Fichtelberg lag direkt vor uns uns so richteten wir unsere Schritte in Richtung seiner Spitze und zu der am Hang errichteten Skisprungschanze und den dort hinaufschwebenden Seilbahnen. Nach dem Hinweisschild eines Wanderwegs zum Gipfel hielten wir vergeblich Ausschau und so beschlossen wir aufwärts in Richtung der Sprungschanze zu gehen. Trittspuren führten zwar aufwärts, aber natürlich war diese Direttissima nicht der offizielle Weg auf den Gipfel. Dann aber trafen wir doch auf den erwarteten Querweg und dieser führte uns nun das restliche Teilstück, in ebenfalls ziemlich direkter Linie, zum Gipfel des Fichtelbergs.

Eine knappe Stunde hatte der Aufstieg gedauert und uns war ordentlich warm geworden. Aber hier oben in 1214 m Höhe pfiff ein kräftiger und kalter Wind, der uns schnellstens die wärmenden Fleecejacken überziehen ließ. Dieser Wind schob auch immer wieder Wolken heran, vertrieb sie aber auch gleich wieder, so dass wir die Aussicht von hier oben ausgiebig genießen konnten. Wir hielten uns eine gute Stunde auf dem Plateau des Fichtelbergs auf, dann machten wir uns auf den Weiterweg.

Foto. Am Rastplatz Siebensäure

Am Rastplatz Siebensäure

Einige Meter ging es auf der Autostraße abwärts in Richtung des Kleinen Fichtelbergs, dann bogen wir auf den Reitsteig ein, der uns in gerader Linie schnell abwärts führte. Auf diesem Weg erhielten wir eine Vorstellung von den Sturmwinden, die über die Höhen des Fichtelbergs wehen konnten. Kaum ein Baum, dessen Höhe über 6-7 m hinausging. Von Orkanwinden in die Wälder geschlagene Schneisen mit entwurzelten Bäumen hatten wir im Erzgebirge schon mehrfach gesehen, hier aber waren die Bäume nicht durch einzelne Orkanstürme entwurzelt, sondern in einheitlicher Höhe ihrer Wipfel beraubt.

Die Sonne hatte mittlerweile immer mehr an Kraft gewonnen und die Wolken hatten sich fast vollständig verzogen, so dass es uns auch jetzt beim Abstieg wieder warm wurde. Vorbei am Schwarzen Teich führte unsere Route über den Zschopauweg und dann dem Hang des Kuhbrückenbergs entlang nach Siebensäure. Dort wartete ein sonniges Plätzchen an einer Raststelle auf uns, wo wir für einige Zeit gemütlich die Beine in der Sonne ausstreckten. Hier erreichte uns das pfeifen der Dampflokomotive von der nicht weit entfernten Trasse der Fichtelbergbahn und vom Waldrand in der Nähe unseres Rastplatzes konnten wir das idyllisch im Tal liegende Örtchen Neudorf sehen.

Hatte uns die Rast in der Sonnenwärme faul gemacht oder die Pfiffe der Dampfeisenbahn zur vorzeitigen Rückfahrt verführt - jedenfalls beschlossen wir auf das Wegstück nach Crottendorf zu verzichten und die Rückfahrt nach Oberwiesenthal bereits von Neudorf aus anzutreten. Auch die Aussicht in Neudorf eine Gaststätte oder ein Café zu finden, in dem wir die Zeit bis zur Abfahrt der Bahn gemütlich verbringen konnten, war uns nicht unangenehm.

Neudorf und seinen Bahnhof hatten wir nach einer halben Stunde erreicht und mit ca. 11 km eine sehr viel kürzere Wanderstrecke als geplant zurückgelegt. Aber so kurz die Strecke auch war, das herrliche Wanderwetter und der abwechslungsreiche Wegverlauf hatten uns einen ausnehmend schönen Spaziergang beschert. Und das Erlebnis der Dampfeisenbahnfahrt stand uns ja noch bevor. Bis zur Zugabfahrt verblieb uns noch weit über eine Stunde und damit genügend Zeit, um einen Spaziergang durch den Ort zu unternehmen und dabei nach einer Einkehrmöglichkeit Ausschau zu halten. Leider fanden wir nicht was wir suchten. lernten aber den Ort kennen und fanden uns dann an dem kleinen Bahnhof wieder, wo wir im Sonnenschein die Ankunft unserer Bahn erwarteten.

Einige Minuten vor der fahrplanmäßigen Ankunftszeit rumpelte unter lautem Zischen ein Zug aus Richtung Oberwiesenthal ein und kurz darauf kündigte lautes Pfeifen und eine weit sichtbare Dampfwolke auch die Ankunft unseres Zuges aus der Gegenrichtung an. Es waren nicht sehr viele Fahrgäste die mit unserem Zug unterwegs waren und so hatten wir die freie Auswahl und belegten Plätze im letzten Waggon des Zuges.

Foto. Mit der Fichtelbergbahn von Neudorf nach Oberwiesenthal

Fichtelbergbahn von Neudorf nach Oberwiesenthal

Pünktlich um 15.56 verließ unser Zug zischend und stampfend Neudorf. Wir hielten uns meist auf der hinteren Plattform des Wagens auf und hatten so in den Kurven immer wieder einen tollen Blick nach vorn zur Lokomotive, die unter gehöriger Dampf- und Geräuschentwicklung das halbe Dutzend Wagen die Steigungen in Richtung Oberwiesenthal aufwärts zog, bevor es dann mit weniger Anstrengung wieder leicht abwärts ging.

Eine dreiviertel Stunde dauerte die Fahrt über die 13 km lange Strecke, dann dampfte der Zug in den Bahnhof der Fichtelgebirgsbahn ein und wir mussten aussteigen. Joachims Wagen stand noch an seinem Platz, ein Zettel unter dem Scheibenwischer aber verriet nichts Gutes. Es war tatsächlich die Ankündigung einer gebührenpflichtigen Verwarnung, da wir den Wagen geparkt hatten ohne einen Parkschein zu lösen.

Den Spaß an der schönen Wanderung und das Vergnügen der Dampfeisenbahnfahrt konnte uns dieser Zettel nicht mehr nehmen - schöner aber wäre unsere Rückkunft ohne gewesen.