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Eifelwoche

Maare-Mosel-Radweg

Joachim im Tunnel ''Großes Schlitzohr''

Joachim im Tunnel "Großes Schlitzohr"

2007-09-02, Sonntag
Maare-Mosel-Radweg

Da wir für diesen Sonntag trockenes Wetter erwarteten, hatten wir am Vorabend beschlossen unsere Eifelwoche mit einer Radtour zu beginnen. Befahren wollten wir den von Daun nach Bernkastel-Kues führenden Maare-Mosel-Radweg. Nach den Beschreibungen sollte dies ein sehr bequemer und in Fahrtrichtung Eifel-Mosel fast ständig abwärts führender, durchgehend asphaltierter Radweg sein. Die Streckenlänge sollte ca. 56 km betragen und die Route auf einer ehemaligen Bahntrasse verlaufen.

Der Radweg versprach also eine sehr erholsame und angenehme Fahrt zu werden, allein schon wegen des fehlenden Gepäcks, das wir sonst bei unseren mehrtägigen Radtouren mitschleppten.

Kennzeichnung des Maare-Mosel-Radwegs

Kennzeichnung des Maare-Mosel-Radwegs

Für den Transport Manderscheid-Daun und den Rücktransport Bernkastel-Kues nach Manderscheid hatten wir den Bus der "RegioLinie 300" vorgesehen, der mit einem Radanhänger diese Strecken befährt. Als Abfahrtszeiten am Sonntagmorgen standen nur 08.37 Uhr und 10.37 Uhr zur Auswahl, und da wir in Ruhe frühstücken wollten, blieb nur der spätere Termin. Die Zeit vor der Busabfahrt wollten wir dazu benutzen, beim Kurverein eine Reservierung für die Rückfahrt vorzunehmen, denn ich konnte mir vorstellen, dass an einem Sonntag mit schönem Wetter die Plätze für den Radtransport knapp würden. Aber die Informationsstelle im Kurhaus hatte Sonntags geschlossen, weshalb die Reservierung unterbleiben musste.

Wir hatten deshalb jede Menge Zeit bis zur Abfahrt des Busses, der dann aber pünktlich eintraf und auf dem Anhänger 30 Halterungen für Räder bot, von denen 20 bereits belegt waren. Für unsere beiden Räder war also noch genügend Platz und wir konnten nur hoffen, dass wir auch noch Plätze bei der Rückfahrt finden würden. Nachdem auch die Frage der Fahrkarten geklärt war (für unsere Strecken Manderscheid-Daun und Bernkastel-Manderscheid empfahl der Fahrer eine Minigruppenkarte zu 21,-- Euro) konnten wir es uns für die nächsten 20 Minuten im Bus bequem machen.

In Daun verließen wir mit den übrigen Radlern am Abzweig zum Bahnhof den Bus, hängten die Räder aus den Befestigungen und machten uns dann schnell aus dem Staub, um nicht mit der ganzen Radlertruppe zu starten. Ein Hinweisschild zum Maare-Mosel-Radweg befand sich unmittelbar an der nahen Kreuzung und der Bahnhof, wo der Radweg seinen Ausgang auf der ehemaligen Bahntrasse nimmt, war nur wenige hundert Meter entfernt.

Nur ein kurzes Stück verlief der Radweg neben einer noch von Zügen befahrenen Gleisstrecke, dann schwenkten die Gleise nach links und wir rollten auf dem Asphaltband des Radwegs zum Stadtausgang. Dort ging es über ein ehemaliges Eisenbahnviadukt, 100 m lang und 30 m hoch, das nun ausschließlich für Wanderer, Radfahrer und Skater zur Verfügung steht. Nun zog sich die Strecke für etwa 3 km aufwärts, wenn man 2,5 % als Steigung bezeichnen will, dann kam der erste und mit 560 m auch der längste von den insgesamt vier Tunneln auf dieser Radstrecke, der Tunnel "Großes Schlitzohr".

Auf der ehemaligen Bahntrasse und heutigem Radweg

Auf der ehemaligen Bahntrasse und heutigem Radweg

Ebenso sanft wie die Strecke zu Beginn anstieg, so rollten wir nun bergab und kamen kurz hinter dem Tunnel zum Abzweig der ersten von mehreren Schleifen, mit denen der Radweg für Abstecher in die Umgebung verlassen werden kann. Hier war es nur ein kurzer Abstecher von gut 3 km auf den wir uns begaben und der uns zum Weinfelder Maar führte.

Wieder zurück auf der ehemaligen Bahntrasse ging es durch abwechslungsreiche Landschaft und der weiterhin bequem fahrbaren Radstrecke weiter. Immer wieder fanden sich Rastplätze, Infotafeln und Radwegbeschilderungen; der toll ausgebaute Radweg war nirgends zu verfehlen. Unterbrochen wurde das gemütliche dahinrollen nur bei einigen kleinen Orten und beim queren von Straßen und Wegen, dort wo die ehemals vorhandenen Brücken abgerissen worden waren.

Etwa zwei Stunden nach unserer Abfahrt in Daun, ca. 28 km und damit die Hälfte der Gesamtstrecke lagen hinter uns, legten wir bei Hasborn eine Mittagsrast ein. Anforderungen hatte der bisherige Streckenverlauf keine gestellt, Fahrvergnügen aber schon eine Menge gebracht.

Kurz hinter Hasborn bescherte uns die Streckenführung eine fast 10 km lange Abfahrt, die erst bei Wittlich endete. Im Verlauf dieses Streckenabschnitts wurde der über 500 m lange Pleiner Tunnel durchfahren und die Strecke führte über das Pleiner Viadukt. Gleich darauf ging es durch den Unkenstein-Tunnel (140 m) und den Grünewald-Tunnel (126 m).

Auch bei der Durchfahrt von Wittlich war die Wegweisung vorbildlich, da die Führung des Radwegs auch auf dem Boden gekennzeichnet war. Ab Wittlich verlief die Radstrecke fast eben, jetzt häufiger auf Wirtschaftswegen; weiterhin aber bestens ausgeschildert, asphaltiert und autofrei.

Bernkastel-Kues an der Mosel

Bernkastel-Kues an der Mosel

Nach 52 km erreichten wir bei Lieser die Mosel, von hier ging es ca. 4 km unmittelbar am Moselufer flussabwärts nach Bernkastel. Kurz vor Bernkastel war für Autos die Weiterfahrt gesperrt und diese wurden auf einen großen Parkplatz verwiesen. Den Grund erfuhren wir unmittelbar danach, als wir im Ort eintrafen. Dort fand an diesem Wochenende das Weinfest statt und an diesem Sonntagnachmittag war ein Umzug mit Kapellen, Trachtengruppen, Motivwagen usw. durch Bernkastel unterwegs.

Es war erst 15.30 Uhr und bis zur Abfahrt unseres Busses um 17.31 Uhr hatten wir noch eine Menge Zeit. Da während des Umzugs an ein Weiterkommen ohnehin nicht zu denken war, schauten wir uns den Festzug bis zum Schluss an und schoben dann unsere Räder zum Abfahrtsplatz des Busses. Dort nutzten wir die Möglichkeiten die Räder in Boxen einzustellen, so dass wir uns anschließend ungehindert ins Festgetümmel begeben konnten. Über die Moselbrücke schlenderten wir nach Kues, in dessen Altstadt der Trubel noch stärker wogte.

Schon bald beschlossen wir nicht den geplanten Bus für die Rückfahrt zu nutzen, sondern erst mit der letzten Fahrmöglichkeit um 19.31 Uhr zurück nach Manderscheid zu fahren. Einen Sitzplatz hatten wir in der Zwischenzeit ergattert, Wein gab es im Überfluss und den Hunger konnten wir auch an jedem zweiten Stand stillen. Wäre eine noch spätere Abfahrt möglich gewesen, so hätten wir vielleicht auch diese gewählt. So aber standen wir rechtzeitig an der Haltestelle bereit zur Abfahrt und meine Bedenken, dass unsere Räder auf dem Radanhänger vielleicht keinen Platz mehr finden würden, erwiesen sich als völlig unbegründet. Eine gute Stunde später verließen wir den Bus in Manderscheid, luden unsere Räder vom Anhänger und rollten zu unserer Unterkunft.

So hatten wir unseren ersten Aufenthaltstag in der Eifel bestens verbracht. Die Fahrt mit dem Bus nach Daun wie auch die Rückfahrt von der Mosel nach Manderscheid waren problemlos verlaufen. Zwar hatten wir die Sonne nur selten gesehen, aber es war trocken geblieben und die Temperatur war für eine Radtour angenehm gewesen. Vor allem aber hatte die Radstrecke meine Erwartungen übertroffen; bequem zu fahren, keine lästige Wegsuche, gut beschildert, dabei abwechslungsreich durch Wald, entlang von Wiesen und Feldern mit weiten Ausblicken über die Eifellandschaft. Das Weinfest in Bernkastel-Kues war der krönende Abschluss, aber auch ohne wäre es ein toller Tag gewesen.