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Eifelwoche

Wanderung Lieserpfad Manderscheid-Wittlich

2007-09-06, Donnerstag
Lieserpfad Manderscheid-Wittlich

Nach der gestrigen Radtour durch das Kylltal stand heute wieder eine Wanderung auf dem Programm: Der zweite Teil des Lieserpfads mit dem Abschnitt von Manderscheid nach Wittlich (Unterer Lieserpfad).

Manderscheider Burgen vom Lieserpfad

Manderscheider Burgen vom Lieserpfad

Als Streckenlänge waren 26 km angegeben und das waren etwa 8 km mehr, als für den Abschnitt von Daun und Manderscheid (Oberer Lieserpfad). Zu der längeren Wegstrecke wurde in Infos zu diesem Wanderweg auch ein teilweise "alpiner" Wegcharakter angekündigt und etliche zu bewältigende Höhenmeter.

So war es ein Vorteil, dass wir heute ohne vorherige Anfahrt sofort in Manderscheid diesen Abschnitt des Lieserpfads unter die Wanderschuhe nehmen konnten. Die Rückfahrt mit dem Bus hielten wir auf jeden Fall für gesichert, da eine Busabfahrt in Wittlich noch um 20.40 Uhr möglich war. So lange wollten wir natürlich nicht unterwegs sein, sondern rechneten damit in Wittlich den Bus nach Manderscheid um 16.40 Uhr zu erreichen.

In der Nacht hatte es wieder kräftig geregnet und als wir um 09.00 Uhr losgingen, war der Himmel schwarzgrau bedeckt und es sah ringsum grau, nass und dunstig aus. Doch schon nach den ersten Minuten, wie auch für die nächsten Stunden, war das Wetter kein Thema mehr. Der Pfad, der hoch über der Lieser im Wald geführt wurde und dabei entlang des steil abfallenden Hangs verlief, nahm uns gefangen. Manchmal war es nur ein schmaler Steig der sich an den Hang schmiegte oder um vorspringende Felsen zog, dann wieder ein breiter gemütlicher Wanderweg, der mit einem Bogen ein kleines Nebental umging. Die Lieser war fast immer in Sichtweite, wenn auch meist tief unter uns. Herrliche Aussichten in die von Anhöhen und Taleinschnitten durchzogene Landschaft, ungestört von Straßen und Gebäuden, waren zu entdecken. Ohne die immer wieder über uns hinwegbrausenden Düsenjäger wäre die Illusion einer Wildnis fernab der Zivilisation fast perfekt gewesen.

Der Weg verlief überwiegend eben, das leichte Auf und Ab sorgte eher für Abwechslung denn für Anstrengung und der "alpine" Charakter zeigte sich allenfalls in der Schmalheit des Pfades. Da ich aber immer noch mit einigen anstrengenden Wegpassagen rechnete, trödelten wir nicht allzu sehr, zumal Petrus weiterhin nur graue Wolken zuließ und die Temperatur zwar zum Wandern angenehm war, uns aber nicht zum Faulenzen verleitete.

Blick ins Liesertal

Blick ins Liesertal

Hin und wieder sah es so aus, als würde uns der Pfad auch an das Lieserufer bringen, doch immer ging es vorher erneut aufwärts oder der Weg schlug einen Bogen und entfernte sich wieder vom Fluss. Doch nach gut einer Stunde Wanderung brachte uns der Pfad endlich direkt zum Wasser, das mit einem Holzsteg überbrückt wurde. Gleich darauf ging es all die Meter, die wir hinunter zur Lieser gegangen waren, wieder aufwärts. Eine Stunde später erfolgte nochmals ein ebensolcher Abstieg zur Lieser mit einem sich wiederum anschließenden Aufstieg.

Ich war froh darüber, dass wir bisher zügig gegangen waren, denn ich rechnete jetzt mit noch weiteren Anstiegen. Zwar waren die beiden bisherigen Anstiege nicht alpin zu nennen, doch ein wenig mehr Zeit als für ebene Wegstrecken war schon erforderlich gewesen. Wir behielten deshalb unser Tempo bei, doch es blieb im wesentlichen bei diesen beiden stärkeren Anstiegen. Hätten wir das geahnt, sicherlich wären wir einen Schritt langsamer gegangen oder hätten eine ausgiebige Mittagspause eingelegt.

Eine schöne Gelegenheit zur Rast hätte sich bei der Pleiner Mühle ergeben, dem ersten Anwesen seit dem Abmarsch in Manderscheid, auf das wir trafen. Da wir aber keine Karte mitführten hatten wir keine Ahnung, wie weit entfernt - oder nah gelegen - Wittlich war. Wir beschlossen den nächsten Rastplatz für eine Mittagspause zu nutzen, der aber ließ auf sich warten. Während wir am Morgen beinahe alle 10 Minuten Schutzhütten oder Bänke fanden, hatte man auf ähnliche Annehmlichkeiten auf dieser Wegstrecke vollständig verzichtet. Wir entdeckten endlich einen Hochsitz am Waldrand mit weitem Ausblick auf eine freie Wiesenfläche und beschlossen unsere ohnehin schon reichlich späte Mittagsrast dort endlich wahrzunehmen.

Bei Sonnenschein hätten wir an diesem Platz wahrscheinlich eine ausgedehntere Pause eingelegt, doch die Wetterentwicklung ließ einigen Zweifel daran aufkommen, ob wir die Wanderung trocken beenden würden. Außerdem war ich mir immer noch sehr unsicher, was die verbleibende Wegstrecke betraf. Joachim war in dieser Hinsicht weit optimistischer, gab aber meinem Drängen doch nach.

Im Liesertal

Im Liesertal

Was das Wetter betraf war es die richtige Entscheidung, was die Entfernung betraf hätten wir uns tatsächlich noch viel Zeit lassen können. Keine Stunde nach unserem Aufbruch am Hochsitz begann es zu nieseln, wir hatten aber auch schon die ersten Weinberge Wittlichs passiert und als wir den Marktplatz von Wittlich erreichten war es gerade erst 15.15 Uhr und somit viel früher als wir geplant hatten.

In Wittlich hatte es aber wieder aufgehört zu nieseln und so verbanden wir die Erkundung der Abfahrtsstelle unseres Busses mit einem Gang durch die kleine aber anschauenswerte Innenstadt. Über eine Stunde hatten wir Zeit bis zur Busabfahrt und diese Zeit ließ sich nach dem kurzen Stadtrundgang kaum besser nutzen als bei Kaffee und Kuchen.

Wir waren pünktlich zur Abfahrtszeit am Omnibusbahnhof, leider jedoch nicht der Bus. Dieser verspätete sich, so dass die Fahrt nach Manderscheid erst um 17.10 Uhr startete. Eine gute halbe Stunde später waren wir in unserer Unterkunft und machten uns ausgehfertig. Zum Abendessen fuhren wir nach Bleckenhausen, wo wir schon am Vortag zu Abend gegessen hatten. Und in Manderscheid beendeten wir den Tag mit einigen Pils in Tommes Altstadtkneipe.