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Eifelwoche

Wanderung Lieserpfad Daun-Manderscheid

Auf dem Lieserpfad zwischen Daun und Manderscheid

Auf dem Lieserpfad zwischen Daun und Manderscheid

2007-09-04, Dienstag
Lieserpfad Daun-Manderscheid

"Der Lieserpfad ist der schönste Wanderweg der Eifel. Die Eifel ist das schönste Mittelgebirge Deutschlands. Deutschland ist das beste Wanderland der Welt. Also ist der Lieserpfad der schönste Wanderweg der Welt. Quod erat demonstrandum." Soweit M. Andrack in seinem Buch "Du musst wandern", erschienen 2005.

Zwar kann dieser Andracksche Superlativ nur die persönliche Einschätzung seines Verfassers wiedergeben und besitzt keine Allgemeingültigkeit, aber ihm ist es gelungen, jeden Eifelwanderer der den Lieserpfad noch nicht kennt für diese Tour zu interessieren.

So hatte auch ich bei den Planungen unserer Eifelwoche die Lieserpfadwanderung vorgesehen. Da allerdings Wandertouren an Flüssen, Bächen und Seen für mich ohnehin zu den reizvollsten Wegen gehören, hätte der Lieserpfad wohl auch ohne das Prädikat von Andrack auf meinem Programm gestanden.

Der Lieserpfad ist ein Teil des Hauptwanderwegs 3, der mit einer Gesamtlänge von 138 km und der Bezeichnung Erft-Lieser-Mosel-Weg von Euskirchen bis nach Lieser an der Mosel führt. Als Lieserpfad bezeichnet wird vorwiegend das Teilstück von Daun bis Wittlich dieses Hauptwanderwegs, das auch den ältesten und meistbegangenen Abschnitt darstellt. Von Daun nach Wittlich beträgt die Wegstrecke ca. 43 km. Joachim und ich gingen diese Strecke in zwei Abschnitten: Daun-Manderscheid ca. 17 km und Manderscheid-Wittlich ca. 26 km.

Da am Nachmittag des gestrigen Tages Wolken und Regen von der Sonne vertrieben worden waren, hatten wir uns für den heutigen Tag und unsere Lieserwanderung auch schönes Wetter erhofft. Leider aber hatten uns schon beim aufstehen am Morgen ein bedeckter Himmel und Nieselregen begrüßt. Als wir zur Abfahrtsstelle des Busses Richtung Daun gingen hatte zwar der Regen aufgehört, aber nach einem sonnigen und regenfreien Tag sah es trotzdem nicht aus. Bis zur Busabfahrt um 09.10 Uhr fanden sich einige weitere Fahrgäste ein, die wohl ebenfalls eine Wandertour vorhatten und auch im Bus trafen wir auf einige Wandergruppen. Nach einer halben Stunde Fahrzeit stiegen wir an der ersten Ausstiegsmöglichkeit in Daun aus und gingen in Richtung Kurpark, wo wir auf den Lieserpfad zu treffen hofften.

Tiefblick zur Lieser

Tiefblick zur Lieser

Tatsächlich trafen wir dort auf die gesuchte Wegweisung, weniger schön war der wieder einsetzende Regen. Wir zogen die Regenjacken an und folgten der Beschilderung mit dem schwarzen Keil und der Beschriftung "Erft-Lieser-Mosel-Weg". Leicht aufwärts ging es zum Gemündener Maar und dort vorbei am Waldcafé, das wir schon gestern passiert hatten.

Der Regen hatte bereits wieder aufgehört und wir befestigten die Jacken griffbereit außen am Rucksack. Das sollte sich aber als unnötig erweisen, denn so ungemütlich das Wetter zu diesem Zeitpunkt auch aussah, die Aufhellungen nahmen zu und wenn uns unterwegs auch zwei kurze Schauer erreichten, so zogen diese schneller vorüber, als wir unsere Regenkleidung anlegen konnten.

Auf bequemen Waldwegen, meist ein gutes Stück oberhalb der hier noch kleinen Lieser, leitete uns die Beschilderung südwärts. Es gab keine nennenswerten Steigungen und überwiegend verlief die Wegführung unter Bäumen und am Waldrand, aber nur selten so nah der Lieser, wie ich es mir erhofft hatte. Zwischen Daun und Üdersdorfer Mühle dafür leider immer in Sicht- und Hörweite der Autostraße von Daun nach Wittlich, nicht unbedingt die Begleitung, die wir uns für diese Wanderung vorgestellt hatten.

Die Abzweigung zur Üdersdorfer Mühle erreichten wir etwa eine Stunde nach unserem Weggang von Daun. Die Gaststätte ist sicherlich ein guter Platz zur Mittagspause, aber für uns war es hier noch zu früh. Ab der Üdersdorfer Mühle verlief die Fahrstraße endlich außer Hör- und Sichtweite des Lieserpfads, das Tal wurde enger und die Wege teilweise schmaler, der Wegverlauf kam jetzt meiner Vorstellung eines schönen Wanderwegs näher. Es ging vorbei an einem großen Holzlagerplatz, auf dem die Baumstämme durch eine Sprühanlage mit Lieserwasser berieselt wurden und immer wieder öffneten sich neue Anblicke idyllischer Wald- und Wiesenplätze. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir eine Brücke über die Lieser mit einem Rastplatz, den wir jetzt gerne annahmen und wo wir die mittlerweile wärmende Sonne ausgiebig genossen.

Nach der Mittagsrast leitete uns der Wanderweg auf das freie Wiesengelände der Hahnerfläche und gleich darauf verriet ein Schild, dass wir uns nur 2 1/2 Kilometer vor Manderscheid befänden. Viel zu früh war es, um jetzt schon die Wanderung zu beenden. Wir nahmen deshalb an der nächsten Abzweigung den Weg hinunter zur Lieser, die wir auf einer Brücke überquerten und nun ging es aufwärts zu einem herrlich gelegenen Aussichtspunkt nach der Manderscheider Oberburg. Dort genossen wir eine ganze Zeit den Blick zu der imposanten Burganlage, die das einzige, selbst schon vergangene Lebenszeichen darzustellen schien, das sich in der Einsamkeit der umgebenden Wälder behauptet hatte.

An der Lieser bei Manderscheid

An der Lieser bei Manderscheid

Nach dem Blick aus der Ferne zur Oberburg wollten wir diese auch von Nahem kennenlernen und so hieß es wieder den Abstieg hinunter ins Liesertal nehmen und dann den Burgberg wieder aufwärts, bis wir von den Resten der Burgmauern und der Plattform des Turms die Aussicht auf die unterhalb liegende Niederburg genießen konnten.

Die Niederburg war nun unser nächstes Ziel, das wir nach dem erneuten Abstieg zur Lieser und nach kürzerem Weg als erwartet erreichten. Es war kurz vor 17.00 Uhr als wir diese Burg erreichten und so verzichteten wir auf eine Besichtigung, denn der Zugang zur Niederburg ist, im Gegensatz zur offenen Oberburg, nur gegen Eintritt und bis 17.00 Uhr möglich.

Uns stand jetzt nur noch der kurze Anstieg nach Manderscheid bevor, womit wir die erste Teilstrecke des Lieserpfades von Daun nach Manderscheid beenden konnten.