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Schwarzwaldwoche

Wanderung Wutachschlucht I
Bonndorf-Wutachschlucht

2005-09-05, Montag
Bonndorf-Lotenbachklamm-Schattenmühle-Wutachschlucht-Wutachmühle

Foto, Lotenbachklamm

Lotenbachklamm

Nach der gestrigen Radtour hatten wir uns am Abend entschlossen, heute eine der Wanderungen zu unternehmen, die ich durch die Wutachschlucht vorgesehen hatte. Wegen der Busverbindungen hatten wir uns entschieden das Teilstück der Wutachschlucht zu laufen, das wohl am meisten begangen wird: der Abschnitt zwischen Schattenmühle und Wutachmühle. Als Ausgangsort war Bonndorf geplant, das mit dem Auto angefahren wurde, ab Villingen ca. 47 km. Die Rückkehr von der Wutachmühle zum Auto nach Bonndorf sollte mit dem Bus erfolgen.

Es war 08.45 Uhr als wir bei wiederum schönstem Wetter mit gepackten Rucksäcken in den Wagen stiegen und über Donaueschingen nach Hüfingen fuhren. Von dort ging es über die B 31 nach Löffingen und dann entlang der kurvenreichen Landstraße hinunter zur Schattenmühle in der Wutachschlucht. Die Wutach wurde überquert und es ging aus der Tiefe wieder ebenso steil und kurvenreich aufwärts zum Autoparkplatz am Einstieg der Lotenbachklamm. Von hier war es nur noch eine kurze Fahrstrecke nach Bonndorf. Bei einem Lebensmittelmarkt am Ortseingang stellten wir den Wagen ab und kauften dort auch gleich Wasser und Verpflegung. Damit war schon einmal eine wichtige Voraussetzung unserer Wanderung erfüllt und nachdem der Tagesproviant in den Rucksäcken verstaut war, liefen wir die wenigen hundert Meter ins Ortszentrum zum Rathaus, wo wir am Abend mit dem Bus wieder ankommen wollten und wo auch der Wanderweg zur Lotenbachklamm seinen Ausgangspunkt hatte.

Foto, Wutachschlucht, Wiederaustritt der Wutach

Wutachschlucht, Wiederaustritt der Wutach

Ein kurzer Treppenweg führte aufwärts an den Bebauungsrand Bonndorfs, wo uns der Philosophenweg aufnahm. Auf der Höhe verlief der Weg fast eben und gestattete weite Blicke nach Norden, bevor er dann wieder abwärts verlief und uns, vorbei an den wenigen Häusern von Tiefental, zum Wanderparkplatz am oberen Zugang der Lotenbachklamm brachte.

Unmittelbar am Straßenrand führt der Zugang auf schmalem Pfad steil abwärts und schon nach wenigen Metern befanden wir uns in einer anderen Welt, Straßen und Asphalt schienen nicht mehr zu existieren. Aus dem hellen Sonnenlicht waren wir unmittelbar in einen dämmrigen Schatten eingetreten, in dem aber dort, wo die Sonnenstrahlen trotz der aufsteigenden Schluchtwände und der hoch aufragenden Bäume ihren Weg bis zum Wasser fanden, dieses umso heller schäumte und aufblitzte. Von Moos bewachsene Felsen wurden vom herabströmenden Wasser umflossen, zersplitterte Baumstämme versuchten dem Wasser den Weg zu sperren und freigespülte Baumwurzeln reckten sich in die Luft. In Kaskaden stürzte der Lotenbach Felsstufen hinunter und zwängte sich schäumend zwischen den Spalten gestürzter Felsbrocken hindurch. Ein schmaler Pfad führte abwechselnd unmittelbar am rauschenden Bach entlang, stieg dann über Felsstufen einige Meter in die Höhe, um dann auf steilem Stufenweg wieder zum Lotenbach hinabzusteigen.

Foto, Wutachschlucht

Wutachschlucht

Es war ein Weg ganz nach meinem Geschmack, nur leider viel zu kurz. Schon eine halbe Stunde später öffnete sich der Wald, wir traten wieder ins helle Tageslicht hinaus und standen auf dem Autoparkplatz am unteren Zugang der Lotenbachklamm. Dieser Parkplatz ist gleichzeitig auch ein Ausgangspunkt für Wanderungen in die Wutachschlucht, befindet sich doch fast gegenüber am anderen Wutachufer die Schattenmühle. Wir gingen vom Parkplatz aus über die Wutachbrücke und an der Rückseite der Schattenmühle auf unseren Weiterweg durch die Wutachschlucht.

Deren Charakter ist nicht so wild wie jener der Lotenbachklamm, aber nicht weniger faszinierend. Die Schluchtwände ragen auch hier hoch auf wie in der Klamm, doch der breitere Schluchtgrund ermöglicht dem Sonnenlicht bis dorthin vorzudringen. Auch die Wutach selbst fließt breiter am Grund der Schlucht und stürzt nicht mit der Steilheit des Lotenbachs ins Tal. Aber die Berechtigung des Namens "Wut"ach zeigen die mitgerissenen und an Felsen und in Engstellen des Flussbetts verhakten Baumstämme, die aufgetürmten Felsen und das zu Inseln angeschwemmte Geröll.

Es ist ein abwechslungsreicher und immer neue Ansichten und Aussichten anbietender Weg, der manches Mal auch nur zu einem schmalen Steig wird. Teilweise fast eben und in gleicher Höhe mit der Wutach, unmittelbar an ihrem Uferrand oder ein gutes Stück davon entfernt, dann wieder ansteigend und Tiefblicke zum Fluss gewährend, zieht sich der Wanderpfad durch die Schlucht. Immer wieder tröpfeln, gurgeln und fließen kleine und große Rinnsale von den Felswänden, rieseln über bemooste Felsen oder treten aus dem Waldboden zuseiten des Pfads und suchen sich ihren Weg zur Wutach. Dazu der dichte Laubwald, der auch in der größten Sommerhitze angenehmen Schatten spendet.

Foto, Wutachschlucht

Wutachschlucht

Der Pfad durch die Wutachschlucht führte uns, nachdem wir mittlerweile auf die rechte Uferseite gewechselt waren, zum ehemaligen Bad Boll. Bereits im Mittelalter hatten die Herren von Tannegg hier einen Badhof eingerichtet und im 19. Jahrhundert entstand hier ein luxuriöses Kurbad mit heilkräftiger Mineralquelle und ausgedehnten Parkanlagen. Davon ist heute nichts mehr vorhanden, nur die sonnenbeschienene Wiese hätte einen schönen Rastplatz abgegeben, aber dafür war es noch zu früh. Wir zogen weiter Richtung Schurhammerhütte, die in etwa die Mitte der Wegstrecke zwischen Schattenmühle und Wutachmühle markiert. Die nicht bewirtschaftete Schutzhütte mit dem sonnigen Wiesenplatz davor hatten aber schon einige andere Wandergruppen als Platz für die Mittagsrast gewählt, weshalb wir noch ein Stück weitergingen, bis wir ein baumbeschattetes Plätzchen unmittelbar am Wasser fanden, wo wir es uns auf den Felssteinen gemütlich machten.

Hier hätten wir es noch einige Zeit ausgehalten, doch nach einer Stunde nahmen wir den Pfad wieder unter unsere Wanderschuhe. Dieser stieg jetzt weit aufwärts und teilweise war nur ein schmales aus den Felsen geschlagenes Band vorhanden, das den Steig aufnahm. Eine fantastische Aussicht weit hinunter zur Wutach und entlang der Schlucht öffnet sich hier oben, während die Wutach tief unter uns in den Klüften des Kalkgesteins fast vollständig versickert. Nun zieht der Pfad wieder hinunter zum Wutachbett, in dem nur noch ein geringer Teil der vorherigen Wassermenge talwärts strömte; in regenarmen Sommern fällt das Flussbett hier auch gänzlich trocken.

Neben der arg geschrumpften Wutach wanderten wir weiter zum Rümmelesteg, auf dem wir ans linke Wutachufer wechselten. Doch schon bald darauf ging es wieder zurück auf die rechte Seite und dann erreichten wir die Stellen, an denen die Wutach nach ihrem unterirdischen Lauf wieder ans Tageslicht tritt. Aus den Karstquellen des Wutachaustritts gespeist und wieder zur vorherigen Größe angewachsen, begleitete die Wutach uns den letzten kurzen Wegabschnitt zur Gauchacheinmündung.

Hier verließ unsere Wanderroute die Wutach und ein Waldweg brachte uns zur Wutachmühle, wo sich an der Straßenbrücke die Bushaltestelle befand. Es war 16.15 Uhr und wir hatten noch eine gute halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt des Busses. Dieser fuhr pünktlich um 16.54 Uhr an ab und brachte uns in 20 Minuten zum Ausgangspunkt unserer Wanderung am Bonndorfer Rathaus. Blieb nur noch der kurze Weg zum Wagen und die Rückfahrt, die uns am Zugang der Lotenbachklamm und an der Schattenmühle vorbeiführte. Etwa 17 km hatten wir zurückgelegt und wären es ein paar Kilometer mehr gewesen - bei diesem erlebnisreichen Weg hätten wir es nicht bereut.