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Schwarzwaldwoche

Allgemeine Infos, Schwenninger Moos

Foto, im Schwenninger Moos

Im Schwenninger Moos

In der mit Baar bezeichneten Landschaft, die sich zwischen den südöstlichen Ausläufern des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb zwischen 700 und 800 m ü. M. als hügelige Hochebene erstreckt, liegt das Schwenninger Moos am südlichen Ortsrand von Schwenningen, einem Ortsteil der Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Eingebunden ist das Schwenninger Moos im 2.300 ha großen Schutzgebiet Baar und damit Teil des europäischen Schutzsystems Natura 2000. Bereits 1914 war das Moor in Teilen Banngebiet und 1939 wurde der Zentralteil auf den Gemarkungen Schwenningens und Bad Dürrheims unter Naturschutz gestellt.

Das Moor umfasst heute eine Fläche von ca. 120 ha und liegt auf 705 m ü. M. in einer Senke auf dem Verlauf der Mitteleuropäischen Wasserscheide. Nach Norden erfolgt über den Neckar die Entwässerung zum Rhein, während der Abfluss nach Süden in Richtung Brigach zur Donau erfolgt.

1748 begann der Torfabbau im Schwenninger Moos und wurde ab 1850 industriell zur Deckung des Brennstoffbedarfs der Salinen in der Umgebung betrieben. Wegen des akuten Brennstoffmangels nach dem 2. Weltkrieg konnte 1946 auch der Status des Schwenninger Mooses als Naturschutzgebiet die Wiederaufnahme des Torfabbaus und seine Fortführung bis in die 1950er Jahre nicht verhindern. Im gesamten Moorgebiet fanden 2 bis 3-malige Abtorfungen statt, wobei in jeder Abtorfphase bis in 1,5 m Tiefe Torf gestochen wurde. Damit wurde aus dem Moor Torfsubstrat mit einer Mächtigkeit von 3 bis über 4 m entnommen. Auch die ursprüngliche Mooroberfläche verschwand.

Foto, Neckarursprung im Schwenninger Moos

Neckarursprung im Schwenninger Moos

War das Moor noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Wäldern und Wiesen umgeben und an die Wasserzuführung von den Bergen und aus Seitentälern angeschlossen, erfolgte der erste gravierende Einschnitt in den Wasserhaushalt des Moores mit dem Bau der Eisenbahnlinie nach Rottweil im Jahr 1869, durch den es zu einer Abtrennung des östlichen Wasserzuflusses kam. Ebenso wirkten sich die Ausdehnung Schwenningens von Norden und der Straßenbau gravierend auf den Wasserhaushalt im Moor aus. Und im Zusammenhang mit dem Torfabbau erfolgten tiefgreifende Eingriffe in den Wasserhaushalt durch die Anlage, Vergrößerung und Vertiefung eines Drainagesystems zur Entwässerung der Mooroberfläche. Über 28 km lang ist das Grabensystem, mit dem das im Moor gespeicherte Wasser abgeleitet wurde. Die Entwässerung förderte die sich anschließende Verwaldung mit Moorbirken und Kiefern, wodurch die sich regenerierende Moorvegetation verdrängt wurde.

Foto, im Schwenninger Moos

Im Schwenninger Moos

Die Renaturierung des Moors erfolgt seit Ende der 1970er Jahre. Dabei werden durch unterschiedliche Maßnahmen, z. B. auch Beweidung durch Moorschnucken und Jungrinder, wie auch Abholzung die Verwaldung gestoppt bzw. begrenzt. Vor allem aber wurde die Wiedervernässung eingeleitet, indem zahlreiche Sperrwände in den Entwässerungsgräben installiert wurden, mit deren Hilfe der Wasserspiegel im Moor wieder angehoben wird.

Erschlossen wird das Schwenninger Moos durch einen 3,5 km langen Rundweg, der den Lebensraum Moor für die Besucher erlebbar werden lässt. Dazu sind am Rundweg zahlreiche Tafeln aufgestellt, die Informationen zum Lebensraum Moor wie auch zu seiner Geschichte und dem Torfabbau geben.