Logo

Mit Rad und Wanderschuh

www.rad-und-wandern.de

Home/Tourauswahl Inhaltsverzeichnis Gästebuch Kontakt Impressum Links Weilburg-Site

Valid XHTML 1.0!

Schwarzwaldwoche

Radtour Donaueschingen

2005-09-04, Sonntag
Villingen-Unterkirnach-Vöhrenbach-Donaueschingen-Villingen

Foto, unterwegs im Wald hinter Unterkirnach

Unterwegs im Wald hinter Unterkirnach

Der letzte Wetterbericht, den wir bei der gestrigen Anreise im Autoradio hörten, hatte für den heutigen Tag schönes Wetter vorhergesagt. Das angekündigte gute Wetter wollten wir für eine Radtour nutzen und hatten uns deshalb am gestrigen Abend entschieden, heute den geplanten Radausflug nach Donaueschingen zu unternehmen. Als ich um 07.00 Uhr aus dem Fenster schaute, war zwar ringsum noch alles von Dunst eingehüllt, der Himmel darüber aber schien tatsächlich blau und wolkenlos zu sein und kündigte einen sonnigen Sonntag an.

Nach dem Frühstück wurde die Wanderkarte noch einmal zurate gezogen, um in Villingen den bestmöglichen Einstieg in die Rundtour zu finden. Um 09.00 Uhr starteten wir mit direktem Kurs zur Brigach. Nur ein kurzes Stück mussten wir Straßen benutzen, dann konnten wir schon auf einen schönen Wanderweg einbiegen, der uns am Ufer der Brigach aus Villingen herausführte. Die Brigach verließen wir nahe der Kirnacheinmündung und folgten nun einem Waldweg, der zeitweise am Ufer und manchmal auch oberhalb dieses Flüsschens entlanglief. Der Weg führte fast immer eben durch den schattigen Wald, dessen Boden mit dichten Moospolstern und Waldfarn begrünt war.

Foto, unterwegs in Richtung Friedrichshöhe

Unterwegs in Richtung Friedrichshöhe

Etwa auf der halben Strecke Villingen-Unterkirnach passierten wir die Romäusquelle und kurz danach war eine Zwangspause fällig. Zusätzlich zur immer mitgeführten Trinkflasche hatte ich dieses Mal auch noch die Trinkflasche aus der Fahrradhalterung mit und in einer Außentasche des Rucksacks aufbewahrt. Für diese Fahrradflasche wohl ein ungeeigneter Platz, denn ihr Inhalt war mittlerweile zur Hälfte ausgelaufen und auf Hemd und Hose ausgebreitet. Zum Glück war es nur Wasser, die Luft war angenehm warm und zu ändern war das Missgeschick ohnehin nicht.

Von Unterkirnach nach Vöhrenbach wäre die einfachste Verbindung jene gewesen, die als Autostraße kurz vor Unterkirnachs Ortseingang bergaufwärts führt. Da wir beide jedoch nur sehr ungern auf Autostraßen mit dem Rad unterwegs sind, fuhren wir in den Ort hinein und orientierten uns an einer Wegetafel, die wir am Rathaus vorfanden. Wir beschlossen einen Wanderweg zu nehmen, der abseits der Autostraße zur Friedrichshöhe führte, von wo aus wir dann das restliche Straßenstück nach Vöhrenbach hinunterfahren wollten.

Der Weg führte aus Unterkirnach steil aufwärts. Wegen des Anstiegs und tiefer Einfurchungen mussten wir die Räder schieben. Von dem über freies Wiesengelände bergauf führenden Pfad ergaben sich weite Blicke in die Landschaft. Auf der Höhe trat der Weg in den Wald und nach dem Anstieg über den sonnenbestrahlten Wiesenhang empfanden wir den Schatten im feuchten Nadelwald doppelt angenehm. Wenn der Weg nun auch ohne Steigung durch den Wald verlief, schoben wir unsere Räder doch weiterhin. Der Weg war teilweise so aufgewühlt, feucht und rutschig, dass wir aufs Fahren gerne verzichteten. Zumal der kleine Spaziergang (Unterkirnach-Friedrichshöhe: 5 km) durch wunderschönen Waldbestand führte, dessen Boden wieder bedeckt war von Moosen, Farnen und Gräsern.

Als der Weg dann aus dem Wald heraustrat, waren wir allerdings ein wenig enttäuscht; hatten wir doch gedacht, wir würden hier die Kuppe der Friedrichshöhe erreichen - dem war aber leider nicht so.  Ein ganzes Stück tiefer zog sich die Straße aufwärts, die wir an ihrem Steigungsbeginn in Unterkirnach verlassen hatten. Und unser Wanderweg zog jetzt auch nur abwärts zu dieser Autostraße. Uns blieb vom jetzigen Standpunkt aus nur der steile Weg hinunter zu dieser Straße. Dort entschieden wir uns - Autoverkehr oder nicht - das Straßenstück nach Vöhrenbach in Kauf zu nehmen, zumal die Landstraße nur relativ sanft anstieg. Tatsächlich ging es auch ziemlich flott die Steigung hinauf und schneller als gedacht hatten wir die Friedrichshöhe erreicht.

Foto, Joachim, Rast bei Wolterdingen

Joachim, Rast bei Wolterdingen

Von der Friedrichshöhe folgte eine schnelle und kurvenreiche Abfahrt nach Vöhrenbach im oberen Bregtal. Der Zugang zu dem entlang der Breg führenden Bregtalweg war schnell gefunden und auf dessen Strecke rollten wir nun Donaueschingen entgegen. Waren wir seit unserer Abfahrt in Villingen weder Wanderern noch Radtouristen begegnet, so änderte sich das entlang der Breg. Kein Wunder, der Weg war herrlich eben, gut befestigt und lud zum entspannten Rad fahren ein. Ab Vöhrenbach ging es etwa 15 km weit zwischen Waldrand und Wiesengelände, manchmal nahe der Breg, dann wieder ein gutes Stück von deren Ufern entfernt nach Wolterdingen. Wir erreichten den kleinen Ort um 13.00 Uhr und somit zur richtigen Zeit für eine kleine Mittagspause. Einen wunderbaren Rastplatz fanden wir am Ortseingang, unter schattigen Bäumen und direkt am Wehr, über das die Breg rauschend hinwegfloss.

In Wolterdingen gibt es zwar die Möglichkeit auf den Querweg Rhein-Kaiserstuhl-Schwarzwald abzubiegen und eine etwas kürzere Strecke nach Donaueschingen einzuschlagen, wir aber blieben auf dem Bregtalweg bis Bräunlingen und bogen dort ab auf den Donaueschinger Weg, der uns unmittelbar ins Zentrum von Donaueschingen brachte.

Foto, Donaueschingen

Donaueschingen

Es war 15.00 Uhr und der Kilometeranzeiger stand bei 47 km, als wir den Marktplatz erreichten. Seit Wolterdingen hatte die Strecke nur durch freies Gelände geführt und die Sonne hatte im Laufe des Tages immer mehr Kraft entwickelt und stach schon fast unangenehm heiß herab; die Fahrstrecke selbst war eher entspannend gewesen. Für die Teilnehmer des Radrennens durch die Innenstadt von Donaueschingen wäre unsere gemütliche Radtour wahrscheinlich zum Einschlafen gewesen. Das Rennen war gerade bei unserer Ankunft am Marktplatz gestartet worden und während wir es uns in einem Café mit kaltem Milchshake gemütlich machten, drehten die Radathleten im Minutentakt ihre Runden durch die Stadt und das langgezogene Feld rauschte fast ununterbrochen an unserem Ruheplatz vorbei.

Gegen 16.00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg, der spätestens jetzt zum Rückweg nach Villingen wurde. Mit etwas über 15 km Entfernung rechneten wir ab Donaueschingen bis zur Jugendherberge, wobei wir der Römerstraße bzw. dem Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Weg folgten.

Ein Stück ging es entlang einer Autostraße stadtauswärts, dann aber fanden wir tatsächlich den Abzweig zum gesuchten Radweg, der direkt nördlich auf die Mitte zwischen den Ortsteilen Villingen und Schwenningen zuführt. Fast durchgängig asphaltiert führt er abseits von Autostraßen zwischen Feldern und Wiesen dahin, immer dem sanften auf- und ab der welligen Landschaft folgend. Südlich von Zollhaus verließen wir die ausgeschilderte Radstrecke und richteten uns nach einigen markanten Gebäuden, die wir am Vortag bei der Fahrt zum Schwenninger Moos gesichtet hatten. Vielleicht hatten wir auf diese Weise nicht den kürzestmöglichen Weg erwischt, aber wir kamen problemlos in die Villinger Altstadt und von dort, auf mittlerweile schon bekanntem Weg, zur Jugendherberge.

Bei unserer Ankunft dort um 17.30 Uhr hatten wir 67 km zurückgelegt, was uns für einen gemütlichen Sonntagsausflug mit dem Fahrrad als vollkommen ausreichend erschien. Dazu kam die insgesamt schöne Streckenführung, mit der ich nicht gerechnet hatte, da ich eine häufigere Straßenbenutzung befürchtete. So waren wir mit dem Tagesverlauf vollständig zufrieden, und als wir uns nach dem Duschen und Umziehen nochmals kurz auf die Räder schwangen, geschah das nur für die Fahrt zum Abendessen in die Stadt.