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Radwanderung
Hennigsdorf (Berlin) - Greifswald

Zingst - Sellin (Rügen)

Hindernislauf auf dem Rügendamm

Hindernislauf auf dem Rügendamm

2006-05-09, Dienstag
Zingst - Sellin (Rügen)

Am Vorabend hatten wir uns endgültig entschieden, nicht die gesamte Strecke von Zingst bis Sellin auf den Rädern zurückzulegen, sondern einen Teil mit Bus oder Bahn. Da es ab Zingst die durchgehende Busverbindung um kurz nach 09.00 Uhr nach Stralsund gab, wäre uns diese natürlich die liebste gewesen. Für die Bahnbenutzung wäre erst die Anfahrt nach Barth mit dem Rad erforderlich. Das Problem der Busbenutzung war allerdings, dass wir dazu vom Wohlwollen des Busfahrers abhängig waren und wir nicht sicher sein konnten, dass dieser uns, die Räder und das Gepäck transportieren würde. Mit einem extra Anhänger für den Transport von Rädern fuhr dieser Bus erst in den Sommermonaten. Wir beschlossen jedenfalls das Risiko einzugehen. Sollten wir mit dem Bus nicht nutzen dürfen, konnten wir immer noch mit den Rädern nach Barth fahren und von dort mit dem Zug nach Stralsund.

Traumhaft schöne Streckenabschnitte auf Rügen

Traumhaft schöne Streckenabschnitte auf Rügen

Mit einiger Aufregung standen wir frühzeitig an der Bushaltestelle und harrten der Dinge. Joachim hatte sein Fahrrad und Gepäck so platziert, dass der Fahrer beim Herrannahen nicht gleich das ganze Ausmaß des geplanten Transport zu sehen bekam. Da ich meine Stimme nur eingeschränkt einsetzen konnte, übernahm Joachim die Verhandlungen mit dem Fahrer und ich stand bereit, Räder und Gepäck schleunigst in den Bus zu hieven, wenn sich die mittlere Einstiegstür öffnen sollte.

Wir hatten Glück. Der Fahrer ließ zwar deutlich seinen Missmut über unser Anliegen erkennen, aber das war uns egal: wir durften mit unseren Utensilien einstiegen. Schnell wie noch nie hatten wir eingeladen und sanken erleichtert auf die Sitze. Immerhin konnten wir durch die Busfahrt ca. 50 km Fahrstrecke einsparen. Wie wir bei der Ankunft in Sellin feststellten, betrug die Länge der Strecke Stralsund-Sellin 70 km. Wir hatten zwar am ersten Tag von Hennigsdorf nach Prebelow 128 km zurückgelegt, aber eine fast gleichlange Strecke hier gegen den Wind zu fahren hätte uns ein gutes Stück Arbeit mehr abverlangt.

Entlang der Stresower Bucht

Entlang der Stresower Bucht

So waren wir bestens gelaunt und ausgeruht, als wir um 10.40 Uhr in Stralsund aus dem Bus stiegen. Die Richtung zum Rügendamm war klar und dieser nicht zu verfehlen. Problemlos war die Überfahrt auf dem Radweg des Damms jedoch keineswegs. Nach der Anzahl der hier versammelten Angler hätte man fast meinen können, hier befänden sich die einzigen Angelplätze im gesamten Ostseeraum. Man musste aufpassen, um nicht mit einer Angel, einem Haken oder gefangenem Hering in Kontakt zu geraten.

Kurz hinter dem Rügendamm leitete uns die Wegweisung aber auf einen Wirtschaftsweg, der zwischen Wiesen und Feldern dahinführte und uns das Gefühl gab in einer anderen Welt unterwegs zu sein als noch vor wenigen Minuten.

Seebrücke in Sellin

Seebrücke in Sellin

Die Strecke nach Sellin war einer der schönsten Abschnitte der gesamten Radtour. Bis auf kurze Ausnahmestrecken war die Strecke auf Rügen gut fahrbar, auch wenn asphaltierte Strecken selten waren und sich meist nur auf den Teilstücken fanden, wo der Radweg wenig befahrene Autostraßen nutzte. Der Radfernweg führte durch immer wechselnde Landschaften mit Weide- und Ackerflächen, durch ausgedehnte Buchenwälder, kleine Ortschaften, über von Bäumen begleitete Nebenstraßen und entlang von mit blühenden Hecken gesäumten Wegen und manchmal nahe am Wasser des Rügischen Boddens. Am Wasser des kleinen Hafens von Lauterbach hielten wir unsere Mittagspause und unsere Unterkunft im Hotel Elisabeth in Sellin erreichten wir um 17.30 Uhr.

Um wenigstens noch einen kurzen Eindruck von Sellin zu erhalten beeilten wir uns mit duschen und umziehen. Dann führte uns der Weg zur Seebrücke und anschließend noch für einen kurzen Spaziergang über die Hochuferpromenade. Das Abendessen und unseren Schlaftrunk nahmen wir im Restaurant unserer Unterkunft ein, blieb uns so doch der spätere Nachhauseweg erspart.